Unser neunjähriger Sohn kam heute Mittag direkt vom Schulsport nach Haus. Die Klasse hatte für die Bundesjugendwettspiele trainiert und dabei erfahren, dass die Mädchen beim Weitwurf für 18 Meter schon Gold bekommen, die Jungen aber für Gold den Ball mindestens 28 Meter weit werfen müssen. „Das finde ich total unfair“, regte er sich auf. Ich könnte ihm natürlich erklären, warum das so ist. Wenn ich das aber sage, handele ich politisch unkorrekt, denn zwischen den Geschlechtern gibt es ja angeblich keine Unterschiede mehr. Nun bin ich in einem Dilemma…

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Dieser Artikel wurde 8 mal kommentiert

  1. Uwe_aus_DO Antworten

    Wie erkannte schon Orwell vor siebzig Jahren in Animal Farm: Alle Tiere sind gleich, nur einige sind gleicher als andere. Das trifft in unserer angeblich so offenen, toleranten, gerechten Gesellschaft viel zu oft zu – mit steigender Tendenz. Und oft mit viel ernsterem Hintergrund als hier, von ein paar tröstende und erklärende Worte von Papa anscheinend geholfen haben.

  2. Jürgen Backhaus Antworten

    Sagen Sie ihrem Sohn daß das Leben nicht fair ist, egal ob Junge oder Mädchen. Das habe ich meinen Kindern immer wieder gepredigt, inzwischen höre ich über ungleiche Behandlung kaum noch Kommentare, aber meine sind auch inzwischen auch etwas älter (zwischen 15 und 17) und haben erkannt das sie trotz der Ungerechtigkeiten auf dieser Welt doch eher zu den privilegierteren Menschen gehören. Ansonsten haben Sie natürlich recht mit ihrem Kommentar, die jungen Leute werden weiterhin Berufen nachgehen, die ihnen liegen und sich nicht zu etwas drängen lassen nach dem ihnen nicht der Sinn steht.

  3. Helmut Zilliken Antworten

    Die Genderknalltüten alle zum „Goldenen Sportabzeichen“ schicken und vor allem von den Mädels dieselben Ergebnisse erwarten wie beim Männe, sonst wirds nix mit der Goldmedaille um den Hals.

    Ach übrigens: Was im Sport schon immer bis heute „gang und gäbe“ ist, nämlich verschiedene Wettkampfklassen und in der Regel nach Geschlecht getrennt Sport zu treiben, kann man auf alle anderen Lebensbereiche übertragen. Oder sollte demnächst der Schwergewichtsmeister im Boxen gegen sein Pendant auf der weiblichen Seite antreten? Das Geschrei der Mädels von wegen Diskriminierung bei der Vorauswahl wäre groß. Warum nicht den Behindertensport abschaffen? Alle Menschen sind doch gleich, also können sie auch gegen Normalos antreten – oder?

  4. Alexander Droste Antworten

    Als ich klein war, habe ich mit Mädchen gespielt. Da habe ich ihnen gezeigt, dass wenn ich auf die richtige Stelle drücke oder wenn ich etwas zwischen den Beinen versteckte, ich auch ein Mädchen wär. Das war mal lustig und dann war der Unterschied zwischen Mädchen und Jungen wieder normal, kein Problem und in Ordnung.
    Ich kannte Mädchen, die sich darüber ärgerten eines zu sein. Ich glaube, da haben seine Eltern und Verwandten oder so etwas verkehrt gemacht. Das Mädchen hatte wohl das Gefühl, benachteiligt zu sein. Ich kenne auch Jungs, die neidisch auf Mädchen gucken, weil die mehr lieb gehabt werden, sie dürfen mal weinen, wenn es weh tut und dürfen überhaupt mehr, gefühlt vielleicht, aber da ist was dran.

    Girls und Boys day ist doch fein für die Horizonterweiterung der Kleinen. Und wenn man keine Lehrer oder Krankenpfleger findet, weil die Geizgehälter nicht ausreichen, so kann es doch immerhin eine Quotenregelung geben sowie eine saftige Gehaltserhöhung für alle. Befähigt zu sozialen Berufen sind Jungs allemal so wie die Mädels für die Technischen. Gelobt sei, was Freude macht und einen weiter bringt.

  5. Dieter Krüll Antworten

    Es ist so unendlich schwer, einheitliche Gerechtigkeit für alle zu verwirklichen. Schuld ist allein, dass die von Gott den Menschen verliehenen Gaben bereits ungleich sind. Man sollte Gott bestrafen!

    Dieter Krüll

  6. Susanne von Belino Antworten

    Die programmatische Gleichmacherei der Geschlechter geht mir inzwischen extrem auf die Nerven. Wie ver-rückt soll unsere Gesellschaft denn noch werden? Auch hier ist Deutschland inzwischen tief gespalten. Das haben die Gender-Freaks sauber hinbekommen. Leider haben diese mit ihrer oft geradezu abartigen Argumentation in jüngster Zeit immer mehr an Raum und Bedeutung gewonnen. Das macht mir Sorgen.

    Übrigens ist gerade vorhin das von mir bestellte Gender-Gaga-Buch von Frau Kelle eingetroffen. Ich werde es mit großem Interesse lesen. Eine erfreuliche Lektüre wird es – aufgrund seiner Thematik – wohl eher nicht sein.

  7. Felix Becker Antworten

    Meine Frau ist Lehrerin an einer „weiterführenden“ Schule. U.a. unterrichtet sie auch Sport. In einer Klasse im Pubertätsalter verbot sie Mädchen mit weitausgeschnittenen T-Shirts die Teilnahme am Sport, weil das gegen die Schulordnung verstoße und die Jungen irritiere (sie erteilt auch Aufklärungsunterricht). Eine empörte Mutter beschwerte sich: Die Jungen sollten gefälligst woanders hingucken. Meine Frau erklärte der Mutter dann, wohin pubertierende Jungen so überall hingucken. Gut, dass meine Mutter (Jahrgang 1913) wusste, was Jungen interessiert – und welche Sportkleidung meine Schwester zu tragen hatte.

  8. Verena von Buch Antworten

    Schade, daß wahrscheinlich nie die richtigen Leute diese Artikel lesen….

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