Trump wird immer peinlicher

Präsidenten, Bundeskanzler, Regierungschefs, wie immer sie bezeichnet werden, sind wie sie sind. Mann muss sie so nehmen, wie sie sind, und im Sinne der gemeinsamen Sache versuchen, das Beste daraus zu machen.

US-Präsident Donald Trump ist eine andere Kategorie

Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni fühlt ich jetzt gerade beleidigt durch Trump,  der in einem Interview mit dem italienischen Fernsehsender La7 vom  G-7-Gipfel in Frankreich sagte, Meloni habe sie dort um ein gemeinsames Foto „angebettelt„. „Frei erfunden“, schimpfte Meloni, als sie davon erfuhr und bekannte auf X, sie sei  „fassungslos“. Meloni:  „Ich und Italien betteln nie!“

In dem Interview setze Trump sogar noch einen drauf, als er den Reportern erzählte, er habe dem Foto zugestimmt, weil er „Mitleid“ mit Meloni gehabt habe. Diese könne sich „glücklich schätzen“, dass er sich überhaupt mit ihr unterhalten habe.

Nicht zum ersten Mal brüskiert der US-Präsident damit seine engsten Verbündeten auf dem alten Kontinent, so wie er es schon mehrfach auch mit Frankreichs Emmanuel Macron und dem Briten Keir Starmer getan hat.

Meloni: „Ich weiß nicht, warum der Präsident der Vereinigten Staaten sich so gegenüber seinen eigenen Verbündeten verhält…“

Ich weiß es auch nicht, Mit unseren Gegnern Putin, XI und Kim geht er jedenfalls respektvoller um…

 

image_pdfimage_print

Dieser Artikel wurde 24 mal kommentiert

  1. Sarnersee Antworten

    Trump kann als Prototyp des Narzissten gelten. Als solcher ist er unfähig, die emotionale Ebene zu anderen zu betreten, sich aufrichtigen Herzens für sein Gegenüber zu interessieren. Er kennt und ist empfänglich nur für seine Gefühlswelt.

    Er ist durch sein Amt und seine Popularität zugleich die perfekte Projektionsfigur für alle Narzissten. Deshalb hat er in Deutschland, gerade bei den reichweitenstarken Medien den Stand, den er hat. Sie erkennen unbewusst in Trump ihre eigenen, schweren habituellen Defekte. In diesen Medien gedeiht dieser Typus besonders gut. Und allein aus diesem Grund ist auch dort das Geschimpfe auf Trump so groß. Sie arbeiten ihren eigenen Narzissmus an ihm ab, um genau das zu sein, was das Markenzeichen des Narzissten ist: sich selbst zu bespiegeln i.S.v. sich als der bessere Mensch zu wähnen. Ein als solcher natürlich nicht erkannter Offenbarungseid dieser diabolischen Eigenschaft.

    Ernsthaft: fällt denn niemandem von denen auf, dass ihr Trump-bashing längst pathologische Züge trägt? Man kann hohe Politiker und auch Regierungschefs für zweifelsfrei opportunistische Entscheidungen und selbiges Tun kritisieren. Aber wenn das in Dauerschleife erfolgt ohne jedes Maß, Despoten wie Putin, Kim Jong-un, Xi Jinping, Khamenei und noch sehr viel näher ein Aleksandr Lukaschenko von einem vergleichbaren Bashing gänzlich verschont bleiben, dann kann dieses Phänomen nur als sektenhafte Massenpychose bezeichnet werden, gegen die dringend Behandlungsmaßnahmen ergriffen werden müssen.

    Trump hat mit dem Irankrieg einen ganz großen strategischen Fehler gemacht, obwohl sein Ansinnen richtig war. Die Bevölkerung im Iran erfuhr unvorstellbares Leid (und wird es jetzt wohl weiterhin erfahren müssen). Trump weiss das auch. Er ahnt auch, dass er an seinem selbstherrlichen Naturell gescheitert ist und er den Warnern aus den eigenen Reihen recht geben muss. Trump ist mitnichten dumm, auch wenn es zumindest indirekt immer wieder koloprtiert wird.

    Aber ein 80-Jähriger wird sich schwerlich ändern können. Er muss es auch nicht mehr in seinen letzten 30 Monaten als mächtigster Mann der Welt. Er ist als untauglicher Regierungschef in diesen Zeiten auf diesem Planeten in bester Gesellschaft. Deshalb ist die Welt in dem Zustand, in dem sie jetzt ist, dem Zustand des so wohl nie dagewesenen Chaos. Ein reinigendes Donnerwetter tut not. Anders scheint der Mensch nicht lernen zu können und auch nicht zu wollen.

    Abgekommen vom rechten Kurs irrt er schon lange ankerlos umher ohne Aussicht auf einen Horizont. Er meinte sich irgendwann unbedingt von jenem Anker lösen zu müssen, von dem er fälschlicherweise glaubte, dass er ihn an seinem Freiheitsstreben hindert, einem Freiheitsstreben, in dem nur das eigene Ich als das alleinige Maß aller Dinge galt. Das wurde ihm schon vor langer Zeit zum Verhängnis. Die Mächtigkeit der Folgen wuchs kontinuierlich mit dem Größer- und Freierwerden seines allerdings der Versuchung unterliegenden Erfindergeists.

    • Harald Antworten

      In einem Punkt muss ich Ihnen deutlich widersprechen.

      Putin, Kim Jong-un, Xi Jinping, Khamenei, Lukaschenko aber auch Erdogan werden ebenso massiv abgewatscht. Putin und Khamenei mit noch ganz anderen Begriffen, und das durchaus zurecht.

      Und dennoch gibt es drei gravierende Unterschiede.
      1. Es handelt sich bei diesen Ländern um keine Demokratien.
      2. Es sind keine so engen Verbündeten wie die USA.
      3. So zynisch und machtversessen alle genannten Politiker sind, sie verhalten sich nicht ansatzweise so peinlich wie ein Donald Trump.

      • Sarnersee Antworten

        @Harald,
        Ihr Einwand würde voraussetzen, dass die Alt-Medien mit selben Maß messen, Äpfel mit Äpfel vergleichen. Das tun sie aber bewusst und konsequent gerade nicht. Wenn ihre Mitarbeiter Sympathiepunkte zwischen Trump und Xi Jinping verteilen müssten, ich bin mir ziemlich sicher wer gewinnen würde. Seinen Emotionen mit der unkritischen Masse freien Lauf zu lassen, ist viel einfacher und bequemer als nachzudenken.

        • Harald Antworten

          @ Sarnersee

          Dem möchte ich deutlich widersprechen.

          China wurde in der jüngeren Zeit nie anders regiert und ist primär Handelspartner. Und bei aller wirtschaftlichen Konkurrenz ist Jinping berechnungsfähig und verlässlich.

          Wichtiger Handelspartner sind die USA auch. Noch. Aber nicht mehr berechnungsfähig und verlässlich. Auch waren die USA mal engster politischer und militärisch Verbündeter und sind es auch noch, zumindest auf dem Papier. Was sich Deutschland und Europa aber in den letzten anderthalb Jahren an öffentlichen Brüskierungen, Beleidigungen und Drohungen von Trump und seiner Administration hat anhören müssen, das gab es so noch nie aus den USA. Und auch nicht von Xi Jinping.

          Soweit zu den harten Fakten.

          Und die weichen? Sympathisch finde ich keinen von beiden. Anders als Trump tritt Jinping aber respektvoll und alles andere als peinlich auf. Sprich, selbst auf der Sympathieskala liegt er zwar auf niedrigem Niveau aber dennoch deutlich vor Trump.

          • Sarnersee

            @Harald,
            ich habe keinerlei Verständnis für die hierzulande etablierte Konnivenz gegenüber China mit all seinen bekannten Missständen, der Bagatellisierung der „Gebaren“ seines kommunistischen Regimes. Von ganz links bis ganz rechts, die der autokratischen Staatsführung gar gewisse Sympathien abgewinnen können, ist man sich im Wissen um die totale Abhängigkeit unseres Verbraucher-Alltags offenbar einig. Menschenrechte, Menschenwürde, Christenverfolgung, Meinungs- und Pressefreiheit werden maximal in Nebensätzen im Kontext China erwähnt. Lesen Sie die Berichte der IGFM, von Human Rights Watch, Amnesty International, Open Doors, Reporter ohne Grenzen, um nur die bekanntesten zu nennen. Man schaue nur was die IGFM aktuelll zu Folter und Organraub in Cina recherchiert hat. Ohne das grundsätzliche Auftreten von Trump relativieren zu wollen (was Trump für eine Persönlichkeit ist und was ich von seiner grundsätzlichen Befähigung für sein Amt halte, dazu habe ich mich hier wohl in aller Deutlichkeit geäußert), aber wenn Menschenrechte und -würde gewahrt sind, dann sollte ein peinliches Benehmen zweifelsfrei das geringere Übel sein.

          • Harald

            @ Sarnersee

            Ich kann in etablierten Medien keine Duldung der Zustände in China erkennen. Wann immer einer der diversen NGOs einen Bericht veröffentlicht, über Menschenrechtsverstöße, radikale Enteignungen für das nächste gigantische Bauvorhaben oder eine weitere Verdichtung der digitalen Massenüberwachung mit Einfluss auf chinesische Social-Credit-Datenbanken, wird darüber berichtet. In etablierten Medien übrigens weitaus umfassender als in alternativen Medien. Gerade etablierte Medien tun sich zudem selbst mit Investigativjournalismus hervor, in dem sie Missstände aufdecken, z.B. die Verstrickung VWs mit seinem Werk in Xinjiang, das sogar zu dessen Verlauf führte.

            Eine derart kritische Berichterstattung findet in alternative Medien weitaus seltener, wenn überhaupt, statt.

            Natürlich egalisiert ein auf internationaler Bühne weitaus diplomatischeres, respektvolleres und alles andere als peinliches Auftreten Jinpings dies nicht. Aber, was sollen etablierte Medien tun, wenn sie über die nächsten Entgleisungen Trumps und seiner Administration berichten? Das stets verbinden mit Hinweisen, dass die Menschenrechtssituation in China ja aber viel schlimmer sei? Und in Saudi-Arabien. Und in Katar, an deren fossilem Tropf wir und unsere Wirtschaft hängt?

            Ich erinnere mich noch gut an die Berichterstattung von der letzten WM in Katar und die Diskussion über die Love-Armbinde. Neben der Frage, ob diese etwas auf dem Spielfeld zu suchen habe, kann ich mich noch gut an Artikel in diversen rechtskonservativen alternativen Medien erinnern, die generell eine Kritik auch außerhalb des Stadions inklusive dortigem Tragen von Armbinden als respektlos gegenüber dem Gastgeberland darstellten.

          • Sarnersee

            Werter @Harald,
            in ihrer letzten Antwort, der ich, was den Berichterstattungsumfang neuer Medien betrifft, beipflichte, wurde der eigentliche Kontext, um den es mir ging, aber verlassen. Fairerweise ist hier allerdings auch zu bedenken, dass diese noch vergleichsweise jungen Medien über einen ungleich kleineren Mitarbeiterstab verfügen.

            Die Sprungbereitschaft, die die Alt-Medien bei Trump zeigen, kann ich bei den genannten Verächtern der Menschenrechte und Menschenwürde mitnichten feststellen. Es geht dieser selbstverliebten“Journaille“ nämlich nicht zuerst um deren Wahrung, sondern allein darum, sich selbst zu erhöhen, sich als der Bessermensch zu präsentieren, dem es nachzueifern gilt. Und bei Trump geht das um so viel einfacher und wirkungsvoller weil einprägsame Bilder am laufenden Band produzierend als bei jenen, die sich nach außen hin benehmen können. Der Teufel trägt bekanntlich Prada.

            Die seinerzeitige geradezu pathologische Apotheose Obamas und die ebensolche Dämonisierung Trumps wird vom exakt selben Milieu exerziert. Dieses Zwanghafte ist in seiner Ausprägung übrigens einzigartig in Deutschland. Darauf werde ich nicht selten von Menschen aus vieler Herren Länder angesprochen, bzw. über Dritte mir zur Kenntnis gebracht (beruflich bedingt) – ebenso wie zur Zeit des deutschen Pontifikats als ich mir selber das eine und andere Mal das Unverständnis anhören müsste, was wir Deutsche eigentlich mit „unserem“ Papst machen würden, wie repektlos und unverschämt wir ihn behandeln, selbst die Kanzlerin; wieder ausgehend vom selben Milieu.

            Die maßgeblichen Kräfte in Deutschland, Linksgrün aber auch Rechtsaußen, hassen abgrundtief das Erlösungswerk Jesu Christi, der genuine Grund seiner Menschwerdung. Das Ärgernis schlechthin. Diese Kräfte glauben an Selbsterlösung. Auch wenn Trump kein gläubiger Christ ist, aber er zeigt immerhin Gesten großer Achtung und ist oft mächtiger Spielverderber dieser Hassorgien. Und das dürfte DER wahre Grund sein, warum er von den einflussreichen Kräften so gehasst wird.

          • Harald

            Lieber @Sarnersee

            In einem Punkt gebe ich Ihnen Recht: Die Medien – übrigens nicht nur die Deutschen! – springen sehr gerne über Trump-Stöckchen. Nun lässt Donald Trump allerdings auch keinen Tag aus, der weltweiten Journaille nicht mindestens ein veritables Stöckchen hinzuhalten. Ein Jinping, bin Salman oder bin Hamad al Thani tun sowas nicht.

            Dass Journalisten Donald Trump nicht sonderlich sympathisch finden, ist nicht zu bezweifeln. Aber auch hier gilt: It takes two to tango. Schon lange vor seiner ersten Amtszeit profilierte sich Donald Trump als der Unsympath schlechthin, u.a. mit eigener TV-Show: narzisstisch, respektlos, beleidigend, herabwürdigend. Er hat dies zu seinem politischen Stil gemacht. Sein „Grab ’em by the pussy“ hätte für jeden anderen Präsidentschaftskandidaten das sofortige Aus bedeutet. Und wie Donald Trump schon während seiner ersten Amtszeit mit kritisch nachfragenden Journalisten umging, muss ich Ihnen sicherlich nicht darlegen.

            Da Sie den Vergleich zu Obama anbringen. Ja, er war der Liebling der Medien, weltweit. Ich hätte mir damals mehr kritische Distanz gewünscht.

            Aber, und das muss man anerkennen: Er konnte reden. Einnehmend, differenziert, respektvoll. Man schaue sich nur Obamas Fernsehauftritt 2011 an, bei der er die Festsetzung und Tötung bin Ladens verkündete vs. Trumps Auslassungen 2019 zur Tötung des IS-Anführers Abu Bakr al-Baghdad.

            Obama: „Nach einem Feuergefecht töteten sie Osama bin Laden und nahmen seine Leiche in Gewahrsam. Der Gerechtigkeit wurde Genüge getan.“
            Trump: „Er er hat die ganze Zeit gewimmert, geweint und geschrien und starb wie ein Hund. Wie ein feiges Tier.“

            Es ist Trumps Stil.

            Wie man in den Wald hineinruft…

          • Sarnersee

            Guten Abend @Harald,
            bei „reitschuster“ erklärt der Psycholge Dr. Bodo Neumann sehr eindrücklich, warum sich „Unsere (selbsterkorenen) Eliten“ nimmersatt an Trump abarbeiten.
            http… reitschuster.de/post/deutschlands-moralische-elite-wer-herrscht-wirklich/

          • Harald

            Lieber @Sarnersee,

            vielen Dank. Den Beitrag von Bodo Neumann kannte ich noch nicht. Ich finde ihn bemerkenswert schwach. In mehrerlei Hinsicht.

            Es beginnt schon damit, dass intellektuelle „Autoritäten“ alles andere als neu sind. Seit Jahrzehnten gibt es Denkfabriken mit führenden Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, Kultur und Kirche, die sich ganzheitlich mit den Zukunftsfragen der Menschheit befassen. Am bekanntesten vielleicht der Club of Rome. Ihn gibt es seit bald 60 Jahren. Viele seiner Warnungen und Prognosen traten genauso ein!

            Schon immer waren Warnungen und Empfehlungen dieser Denkfabriken – Neumann kanzelt sie nonchalant als „Ökosozialismus“ ab – nicht im Einklang mit der herrschenden Politik, die sich vorwiegend an den Bedürfnissen heutiger Wähler anstatt zukünftiger Generationen orientiert. Neumann macht es sich einfach und bezeichnet dies als „Realitätsverlust“. Tatsächlich handelt es sich um ein Demokratien-inhärentes Problem, weswegen es auch Think Tanks gibt, die offen die Nachteile von Demokratien gegenüber Autokratien aufzeigen. Eine spannende Diskussion, die jetzt aber zu weit führte. Nur so viel: Politiker denken an die nächste Wahl, Staatsmänner an die nächste Generation.

            Wo Neumann genau das tut, was er selbst kritisiert, ist, wenn er diese „Autoritäten“ mit dem Attribut „moralisch“ versieht; heuer ein abwertender, negativ konnotierter Kampfbegriff. Damit macht er das, was führende Wissenschaftler, Wirtschaftslenker und Politiker an Hand wissenschaftlicher Fakten empfehlen, zur beliebigen Verfügungsmasse politischer, gesellschaftlicher oder religiöser Gruppen, deren moralischer Kompass teils diametral von einander abweicht, und erhebt sich als Mahner vor diesen „moralischen Autoritäten“ selbst zum Moralhüter.

            Besonders fatal wird es, wenn Neumann einen weiteren einst linkssozialistischen, heuer mehr und mehr von Rechten benutzten Klassenkampfbegriff bemüht: Eliten. „Selbsternannt“ oder „selbst erkoren“ sind diese Eliten nicht. Es gab sie schon immer: Führende Wissenschaftler, Intellektuelle und Industrielle, die über den Status Quo hinaus denken – mussten! Per Definition ihrer Rolle und Verantwortung in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Ich möchte sie nicht missen.

            Was dann folgt ist ein wirres Sammelsurium an billigsten psychologischen Ferndiagnosen, wie „sektenähnliche Gemeinschaft“ der „Eliten“, deren Handeln von Angst vor Kontrollverlust getrieben ist.

            Leider kann man bei Reitschuster nicht mehr kommentieren, darum tue ich es hier, nachdem Sie auf den Artikel verwiesen haben.

            Eine Frage aber habe ich: Wie erklärt das Ihrer Meinung nach, dass sich „unsere Eliten“ nimmersatt an Trump abarbeiten? Wie oben dargelegt vergeht ja kein Tag, an dem Trump nicht selbst die nächste Provokation heraushaut, die quasi zum Abarbeiten einlädt, wenngleich ich glaube, dass Ignorieren mitunter besser wäre. Mir fällt zudem aktuell keine westliche Demokratie ein, in der Wirtschaftseliten oligarchengleich derart gebündelt Hand und Hand gehen oder gar gleich am Kabinettstisch sitzen wie die USA. Mit militärischem, wirtschaftlichem und politischem Einfluss weit über die USA hinausreichend.

          • Sarnersee

            Werter @Harald,

            bei aller Wertschätzung für Ihren Eifer, aber unsere unterschiedlichen Bilder hinter den Begriffen lässt uns nicht zusammenkommen.

            Nur noch um Ihre Frage nach dem „Abarbeiten“ höflichweweise zu beantworten:
            Das „Abarbeiten“ wollte ich als „Projektion“ verstanden haben. Den eigenen Fehler sehe ich immer zuerst beim anderen. Das ist eine Binse. Ergo bekämpfen Narzissten ihren (uneingestandenen) Narzissmus bei einem anderen Narzissten. Trump bietet sich dafür perfekt an, wie Sie es ja auch selbst betonen. „Sebsternannte Eliten und/oder Autoritäten“ sind eben nur selbsternannte und keine dem eigentlichen Wortsinn nach. Die wirklichen Eliten, die es noch gibt, müssen heuer gar auf der Tribüne Platz nehmen, damit sie nicht mal mehr eingewechselt werden können. Vielmehr als das „Projektionsobjekt“ beschämt das „Abarbeiten“ den „Prjektor“. In ihrem Rausch der Selbstbeweihräucherungen sind „Unsere Eliten“ viel zu selbstverliebt und gleichzeitig einfältig zu erkennen, dass auch für sie dieses bekannte Prinzip gilt.

            Bei Matthäus heisst es bekanntlich im 7. Kapitel: „1 Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! 2 Denn wie ihr richtet, so werdet ihr gerichtet werden und nach dem Maß, mit dem ihr messt, werdet ihr gemessen werden. 3 Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht? 4 Oder wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen! – und siehe, in deinem Auge steckt ein Balken! 5 Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, dann kannst du zusehen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen!“

  2. Sarnersee Antworten

    Nachtrag:
    Ein wichtiger Artikel von dem völlig uneitlen und von mir hochgeschätzten Journalisten Boris Reitschuster. Er gibt unumwunden zu, dass er in der Sache „Trumps Niederlag im Irankrieg“ in eine Falle getappt ist. Ich bin es auch und wohl auch sehr viele andere. Hier wirken offensichtlich Kräfte, denen man sich wohl selbst als äußerst kritischer Zeitgenosse nicht entziehen kann, obwohl man um die Einseitigkeit und dem Gesinnungsdiktat der Alt-Medien weiß.

    httpsDoppelpunktDoppelschrägstrichreitschuster.de/post/trumps-iran-krieg-niederlage-oder-das-geschaeft-des-jahres/

  3. Harald Antworten

    Weitaus bemerkenswerter als Trump ist die Enttäuschung vieler (bei weitem noch nicht aller!) Rechtskonservativer hierzulande.

    Voraussetzung für eine Enttäuschung ist eine vorangegangene (Selbst-)Täuschung. Da muss ich fragen: Was hat man erwartet? Schon vor seiner ersten Amtszeit wussten alle, was für ein Charakter dieser Mensch ist. Seit Jahrzehnten hat Trump sich der breiten Öffentlichkeit präsentiert wie kein anderer Politiker zuvor. Sogar mit eigener TV-Show. Und hat in seiner ersten term auch geliefert wie bestellt: peinlich, politisch chaotisch, narzisstisch, rüpelhaft, beleidigend.

    Man war also vorgewarnt. Dennoch bejubelte man hierzulande seinen zweiten Wahlsieg. Endlich ein Konservativer, der draufhaut, nicht nur politisch sondern auch sprachlich. Selbst als Trump die Welt mit klassisch sozialistischen Zöllen überzog, den Präsidenten eines kriegerisch angegriffenen Landes im Weißen Haus vor laufenden Weltkameras beleidigte und demütigte, als sei er es, der ein anderes Land überfallen habe oder offen drohte, sich Grönland einverleiben zu wollen, klatschten viele Rechtskonservative hierzulande Beifall: So einen Staatschef wünschten sie sich auch. Noch heute feiert man Trump bei Nius und Tichys Einblick in schöner Regelmäßigkeit. Selbst sein jüngstes Scheitern beim Irankrieg. Und Trumps Politikstil, mit lautstarker, mehrfach täglich wechselnder Diplomatie über die eigene Social Media-Plattform inklusive hochnotpeinlicher, KI-generierter Trump-Messias-Bilder bewundert man als „authentisch“. Authentisch für was? Dass mit Trump der größte anzunehmende Unfall als mächtigster Mann der Welt im Weißen Haus sitzt, demokratisch gewählt?

    Die USA und die Welt werden Trump überleben. Einfach noch zweieinhalb Jahre aushalten und den Kopf einziehen. Viel entscheidender die Frage, in wie weit Trump mit seinem proletenhaft-polarisierenden Stil und auf social-media-Show getrimmter Politiktrivialität Vorbild für andere Parteien und Politiker auch diesseits des Großen Teiches sind. Betrachte ich mir die zunehmende Stärkung der politischen Ränder in Deutschland, die Dank ihrer kindisch-trivialen social media-Botschaften mehr und mehr Stimmen und Mitglieder gewinnen können, wird mir Angst und Bange.

    Auch vor mir selber. Dass ich jemals mit einem gewissen Neid nach China blicke, wo eine autokratische Führung diesen Sche*ß nicht mitmacht (mitmachen muss!) und statt dessen das Land strategisch langfristig voranbringt, hätte ich mir noch vor 10 Jahren nicht träumen lassen.

    • H.K. Antworten

      „ Dennoch bejubelte man hierzulande seinen zweiten Wahlsieg.“

      Welche Öffentlich Rechtlichen haben Sie denn geschaut ??

      Das Trump-Bashing kennt in den hiesigen Medien doch kaum noch Grenzen ! Und das nicht erst seit dem Iran-Krieg.

      • Harald Antworten

        Ich meinte rechtskonservative, alternative Medien.

        Sollte eigentlich klar werden aus obigem Kontext. Zumal ich zwei dieser Medienportale auch noch direkt nannte.

        • H.K. Antworten

          „Dennoch bejubelte man hierzulande seinen zweiten Wahlsieg.“

          „Noch heute feiert man Trump bei Nius und Tichys Einblick in schöner Regelmäßigkeit.“

          Ja, nee, is‘ klar, Meister …

          • H.K.

            Jo mei, i ban halt a bissl bleed. Des Schwarze san die Buchstobn, hob i gedenkt …

          • Gerd Franken

            @H.K.

            Unser Harald ist als Dauernörgler in Sachen Trump ein echtes Vorbild für jeden Deutschen.

            By the way: Als man D. Trump vor laufender Kamera das halbe Ohr weggeschossen hat, wurde dieser Mann zu einer Ikone. Alle Promis die die USA verlassen wollten wenn Donald ins Präsidentenamt einzieht, wohnen immer noch im Land of the free!

          • H.K.

            Wenn Weidel Kanzlernde wird, ist Deutschland sicherlich komplett leer

  4. Johannes Antworten

    Gelungen und auf den Punkt finde ich die Reaktion von Italien: Absage des USA Besuches.

    Ansonsten bin ich bei Ihnen Herr Kelle; peinlich, peinlich.

  5. Mel B. Antworten

    Meloni Unterstütung Irankrieg
    Trump:
    „Sie hat uns nicht mal erlaubt, ihre Basen oder Landebahnen zu nutzen. Eine riesige logistische Verratshandlung! Und das alles, während die Vereinigten Staaten jedes Jahr Hunderte Milliarden Dollar ausgeben, um Italien und diese ‚angeblichen‘ NATO-Verbündeten zu schützen.
    Bilaterale Militärhilfe Ukraine
    Meloni Militärhilfe Ukraine < 5 Mrd
    Deutschland Militärhilfe Uktaine ca. 33-35 Mrd
    Illegale Migration
    Ticket nach Deutschland

    Blonde Frauen wirken. Da ist die Post-Faschistin schnell vergessen und natürlich verstehe ich, dass so ein Foto viel wichtiger ist als reale Politik.

  6. H.K. Antworten

    „Trump wird immer peinlicher“ ?

    Und was wird diese Bundesregierung ? „Unter MEINER Führung …“ ( Friedrich Merz ) greift die christlich demokratisch gewählte Koalition nun die Ehe an.

    Der focus-Artikel

    „Der Staat greift die Ehe an und schießt sich selbst ins Knie“ vom 21.06.2026 sollte nicht nur Otto Normalwähler hellhörig machen.

    Was da unter „Führung“ von Friedrich Merz passiert, dürfte der Union nicht wirklich nützen.

    Und wieder ein Prozent mehr für „die da“ …

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert