Ben Berndts „ungescriptet“ mit Höcke – was hat das mit Wolf Biermann und der „Brandmauer“ von Merz zu tun?
Ich hoffe sehr, dass sich irgendjemand im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin, der CDU-Bundesgeschäftsstelle, den Podcast von Ben Berndt mit dem AfD-Politiker Björn Höcke angeschaut und am besten noch darüber nachgedacht hat. Drei Millionen Aufrufe verzeichnete „ungescripted“ und hatte damit eine Reichweite, von der viele klassische Mainstreammedien nicht einmal mehr zu träumen wagen.
Hat Höcke irgendetwas Sensationelles gesagt, etwas Unerwartetes?
Nein, natürlich nicht. Er sagt, was er halt immer sagt. Nicht der Politiker und seine Botschaft haben diesen Hype ausgelöst, sondern einzig und allein die Tatsache, dass mal jemand den Mann ausführlich zu Wort kommen lässt.
„Was verboten ist, das macht uns gerade scharf“, sang einst der systemkritische DDR-Liedermacher Wolf Biermann in den 60er Jahren gegen das sozialistische Mauerregime an. Mit dem gleichnamigen Lied wollte er mit dem Reiz des Verbotenen spielen und die Zensur in der DDR kritisieren. Denn: „Keiner tut gern nur das, was er tun darf!“
Mit Höcke spricht keiner gern im Mainstream, und wenn man doch mal muss, „Sommerinterview“ auf MDR oder so, dann fragt man politisch höchst korrekt das Erwartbare. Und kramt alte Zitate raus und belehrt und was weiß ich noch alles. Bloß nicht echtes Interesse zeigen!
Das ist aber der Punkt: Das Publikum merkt, dass es bei öffentlich-rechtlichen Interviews mit dem rechten Flügelmann der rechten AfD eben nicht darum geht, ihn kennenzulernen und zu verstehen, der vielleicht demnächst einmal Ministerpräsident in Thüringen werden wird. Es geht darum, ihn schlecht aussehen, am liebsten als unverbesserlichen Nazi dastehen zu lassen.
Und genau das funktioniert einfach nicht
Erstens, weil Höcke kein Nazi ist, zweitens, weil er klug seine Gedanken zu formulieren vermag und drittens, weil mäßig begabte Staatsfunker schon mal gar nicht zu so einer vermeintlichen Entzauberung in der Lage sind.
Die Älteren werden sich erinnern, als Thomas Gottschalk im November 1992 wagte, den Republikaner-Chef Franz Schönhuber in die RTL-Sendung „Gottschalk Late Night“ einzuladen. Auch er wollte den rechten Politiker entzaubern, und auch Thommy, wirklich ein Ausnahmetalent, scheiterte grandios.
Der „Spiegel“ schrieb danach von einem „blamablen Absturz“ Gottschalks. Immerhin räumte der danach selbst ein, „zu naiv“ gewesen zu sein. Weil einfach Profi-Politiker keine dummen Hirnis, sondern in der Regel argumentationssichere Top-Rhetoriker sind, die Ahnung von ihrer Materie haben. Da ist mit flachen Witzchen und Gelaber kein Blumentopf zu gewinnen.
Das „Produkt“ des Höcke-Gesprächs bei „ungescripted“ sei weniger das Gespräch als die „provozierte Aufmerksamkeit“ gewesen, befand der Journalist Hardy Prothmann, nachdem er den Podcast angehört hatte.
„WAS VERBOTEN IST, DAS MACHT UNS GERADE SCHARF“
Das ist der passende Satz dazu, und damit komme ich zum Konrad-Adenauer-Haus zurück.
Ihr habt dort sicher gehofft, das Phänomen AfD erledige sich irgendwann von selbst – so wie die Republikaner auch und später all die Versuche mit Schill-Partei, WerteUnion und Bündnis Deutschland.
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Aber das ist nicht so. Die AfD ist eine ganz andere Nummer. Und sie hat nicht nur ein paar taube Nüsse unter ihrem Personal, wie das in jeder Partei zu finden ist. Sie haben auch richtig gute Leute darunter, und die sagen vieles, was die Menschen als richtig empfinden, selbst wenn sie Herrn Höcke nicht wählen würden.
Als die SED nach der Wende wieder in die Parlamente einzog, hieß es dann irgendwann von links: Man müsse mit denen ins Gespräch kommen und sie „einbinden“, damit sie „entzaubert“ würden. Und so machten sie es, bezogen Honeckers Erben sogar in Landesregierungen mit ein.
Und die Zottelbärte mit Sonnenblumen, die zu Beginn die Grünen repräsentierten, wurden irgendwann zur „Pizzaconnection“ beim Edelitaliener gebeten. Und sie wurden eine einflussreiche politische Kraft in Deutschland.
Genau das ist der eigentliche Grund für die Merzsche „Brandmauer“
Sie wissen in der CDU (und CSU), dass sie ohne die AfD keinen Politikwechsel hinbekommen, und wenn sie weiter diesen idiotischen Blockadekurs fahren, sie die AfD damit auch noch immer stärker machen.
Die AfD muss endlich als normaler politischer Faktor aufs Spielfeld gelassen werden. Esst Pizza mit denen, ladet sie ins Fernsehen zum Streitgespräch ein und behandelt sie anständig. Dann werden wir sehen, ob sie Deutschland weiterbringen oder eine Luftnummer sind. Aber so wie jetzt, das ist einfach nur noch lächerlich…



Hat sich eigentlich schon irgendwer für die beiden Fehlurteile gegen Björn Höcke entschuldigt, die auf dem vermeintlichen SA Zitat beruhen, das in Wirklichkeit von der SPD stammt? Eigentlich müsste er doch rehabilitiert und finanziell entschädigt werden.
Ach was….Björn Höcke gilt als vorbestraft. Das wird bei einem eventuellen Wahlsieg der AfD in Thüringen unter Garantie wieder ausgegraben.
Habe leider noch keine Zeit gehabt, mir den Podcast anzuhören, werde dies aber schon morgen in Angriff nehmen. – Dass Medien und Politik auf jedweden Kontakt – erst recht auf einen Podcast – mit Björn Höcke mit „Rücken, Kreislauf und Schnappatmung“ reagieren würden, war nicht anders zu erwarten. – Vor wenigen Jahren erst hatte ein Sender Höcke ins Studio eingeladen, um ihn zu allem nur Möglichen zu befragen. Dies geschah auf eine selbst für den Zuschauer und -hörer geradezu unzumutbare Art und Weise. Völlig zu recht bemängelte Höcke mehrfach die Art der Gesprächsführung und verließ, als ihm die Sache letztlich zu bunt wurde, den Raum. Seine Reaktion auf die journalistische Wadenbeißerei war gewiss nicht nur mir mehr als verständlich. – Man darf vermuten, dass der Podcast dagegen professionell, sprich „journalistisch sauber“ aufgezeichnet wurde. Andernfalls hätte Höcke seinem medialen Gegenüber wohl kaum viereinhalb Stunden lang Rede und Antwort gestanden. – Bin schon gespannt…
auf Achgut waren vor 2 Jahren 2 Artikel über dieses Zitat.
Es wurde aufgezeigt wer das alles seit den frühen 20 er Jahren gesagt hat, von ganz links bis ganz rechts, alles dabei.
Achgut hat jetzt eine Mitteilung bekommen, dass die Staatsanwaltschaft ermittelt,
… weil in den Artikeln der Satz auch zitiert wurde.
Wie ich hörte soll wohl auf AFD veranstatlungen das Publikum skandiert haben:
“ Alice für….“
Ich freue mich schon auf die Gesichter und das gestammel der Altparteien und der Altmedien , sollte die AFD in Sachen-Anhalt die absolute Mehrheit erringen, wenn der AfD Innenminister den dortigen Verfassungsschutzpräsidenten morgens zu sich bestellt und dieser Mittags , mit todernstem Gesicht, verkündet das die AfD keine rechtsextremer Verdachtsfall mehr ist aber , aufgrund neuer erkenntnisse , man nun die Grünen,Linken,SPD und CDU als linksextreme Verdachtsfälle einstuft und beobachtet……
Ich habe mich sehr über den Mut von Ben Berndt gefreut. Die Hälfte des Podcasts habe ich schon angehört, ich werde auch noch den Rest anhören.
Es besteht noch Hoffnung für die deutsche Demokratie.
„Weil einfach Profi-Politiker keine dummen Hirnis, sondern in der Regel argumentationssichere Top-Rhetoriker sind, die Ahnung von ihrer Materie haben.“
Aua… Ich kenne da so einige Ausnahmen – und „einige“ ist stark untertieben.
Solche kenne ich auch, @Vierstein,
aber es ist bei weitem nicht die Mehrheit.
kk
@KK
„Nicht die Mehrheit“?
Haben Sie auch bei den Grünen geschaut?
Der Kulturkampf ist im vollen Gange und die Links/Woken WISSEN inzwischen, dass sie mengenmäßig in der Bevölkerung deutlich in der Unterzahl sind. Allein ihr medialer Hebel lässt sie scheinbar übergroß erscheinen. Ihre größte Angst ist, dass ihr politischer Arm aus DieLinke/Grünen/SPD und Teilen der CDU demnächst aus den politischen Ämtern schlicht weggewählt werden.
Sie WISSEN: dann geht es Ihnen politisch UND wirtschaftlich an den berühmten Kragen. Denn als erstes wird – in den östlichen Bundesländern – die NGO-Kohle = Förderung von „UnsereDemokratie“ ersatzlos gestrichen. Das wird weh tun.
Als zweites wird es eine politische Kurskorrektur in zentralen Fragen geben: Energieerzeugung und -kosten, Asyl & ungesteurte Migration sowie der damit in Verbindung stehende Verfall der öffentlichen Sicherheit und nicht zuletzt die grundsätzliche politische Neuausrichtung in Richtung Mitte/Rechts.
DARUM hyperventiliert z.B. der Spiegel aktuell so. Die verbreiteten Zerrbilder fallen durch solche Interviews wie ein Kartenhaus in sich zusammen. Und bislang unschlüssige Wähler, was die AfD anbetrifft, werden sich schlüssig und wählen AfD.
Bin sehr gespannt, wann man im Konrad-Adenauer-Haus dem Rechnung trägt.
@Johannes
Auch wenn die Grünen, Roten und Dunkelroten abgewählt werden, heißt das noch lange nicht, dass sich viel ändert. Um das sicherzustellen, haben vor allem Grüne ihre Gesinnungsgenossen in alle Schlüsselpositionen (Schulen, Verwaltung, Unis, Gerichte, Bundesnetzagentur etc.) unkündbar positioniert, es wird Jahrzehnte dauern, bis sich da etwas ändert.
@ Johannes
Ihr Beitrag zeugt davon, wie leicht die Versprechungen der AfD bei nur allzu Leichtgläubigen verfangen. Als ob Energieerzeugung und -kosten „ungesteuerte“ Migration auf Landesebene entschieden würden.
Selbst auf Bundesebene könnte eine AfD bei der Migration kaum mehr stemmen als aktuell Dobrindt, ohne gegen Gesetze zu verstoßen und auch neue Atomkraftwerke wird die AfD mal nicht so eben aus dem Boden stampfen können. Klar, sie könnte versuchen, solche auf den Weg bringen. Die wären dann vielleicht 2050 am Netz.
@Harald
Es würde ja reichen die noch bestehenden Atomkraftwerke nicht in die Luft zu sprengen. Das ist allerdings nur mit der AfD zu machen. Der aktuelle Kanzler traut sich nicht. Ein Kraftwerk in Deutschland aktuell Isar 2, Neckarwestheim 2, Emsland zu reaktivieren dauert im Durchschnitt sechs bis acht Jahre. Rechnen Sie mal durch. Vielleicht können wir sogar von den Chinesen etwas lernen. Die bauen ihre neuesten Atomkraftwerke in 5 Jahren.
@ gerd
Ich bitte Sie. Wachen Sie auf und glauben nicht jeden Quatsch, der Ihnen welche Partei oder welcher Politiker auch immer verspricht.
Schon Anfang 2025, widersprach Preussen Elektra Markus Söder energisch. Zitat: „Der Weiterbetrieb von Isar 2 ist kein Thema mehr. Der Rückbau hat begonnen und die Anlage ist damit praktisch nicht mehr reaktivierbar.“
Und jetzt sind wir über ein Jahr weiter!
Und nein: Auch in China dauern Planung und Bau neuer AKWs nicht 5 sondern eher 10-15 Jahre. In Europa ca. 20-30 Jahre. Siehe das finnische Olkiluoto 3.
Ja, Zustimmung.
Wir sollten uns auf das verlassen, was unser aller unvergleichlicher und einzigartiger Bundeskanzler „seinem Volk“ verkündet und verspricht !
( Wir sollten nur nicht nachhaken, was er am nächsten Tag sagt oder tut … ).
@Harald
Auch auf Landesebene lässt sich Bundespolitik beeinflussen; ich gehe mal davon aus, dass Sie dies – wie ich – wissen; denn auch Sie verfügen nach eigenem Bekundungen (an anderer Stelle) über eine langjährige politische Erfahrung.
Und vielleicht haben Sie in meinen Beitrag etwas hinein gelesen, was dort gar steht: von einem (Bundes)Land ist dort nicht die Rede. Sondern von der allgemeinen politischen Lage.
Ich denke, wo der politische Wille und die entsprechenden Mehrheiten vorhanden sind könnte vieles geschehen; sogar dass z.B. Kernkraftwerke wieder anˋs Netz gehen, was ja laut dem Kanzler leider, leider irreversibel sei. Oder es wird eine Migrationspolitik wie z.B. in Dänemark gemacht. Es gäbe noch viele weitere Beispiele aus Ländern der EU, die vieles besser machen und sich FÜR ihre jeweiligen Landsleute einsetzen, statt, de facto, GEGEN sie.
@ Johannes
Ich schrieb es schon weiter oben. Nicht nur der Kanzler sagt, es sei irreversibel, die AKWs wieder ans Netz zu neben. Das sagen die Betreiber und das schon Anfang 2025, Preussen Elektra Markus Söder energisch widersprach: „Der Weiterbetrieb von Isar 2 ist kein Thema mehr. Der Rückbau hat begonnen und die Anlage ist damit praktisch nicht mehr reaktivierbar.“
Das war vor über einem Jahr.
Beispiel Migration: Es tut sich viel. Dobrindt hält trotz deutlich sinkender Asylbewerberzahlen an Grenzkontrollen fest, gegen den Widerstand der Bundespolizei die mehrfach sagte, dass diese kaum etwas brächten.
Auch bei Abschiebung Ausreisepflichtiger bewegt sich viel auf EU-Ebene, auch auf Betreiben der Bundesregierung, Stichwort Asylaufnahmezentren außerhalb der EU oder Bau von Abschiebezentren innerhalb Deutschlands. Es gibt nämlich viel zu wenige Plätze. Dass das alles nicht von heute auf morgen geht, sollte allen klar sein.
Der Verweis auf Dänemark – von einer Sozialdemokratin regiert! – ist naheliegend, hinkt aber dennoch an verschiedenen Stellen. Dänemark hat gerade mal eine (!) direkte Ländergrenze, und diese mit Deutschland. Länge: ca. 68km. Demgegenüber hat Deutschland als Binnen-EU-Land 9 Ländergrenzen mit einer Gesamtlänge von fast 4000km, darunter mit Ländern, über die unkontrollierte Migration in der Vergangenheit stattfand (Polen, Frankreich, Österreich, Tschechien, Belgien oder die Niederlande). Wir sind also quasi der Puffer, der vor Dänemark liegt.
Und dann gibt es da noch die Opt-Out-Regel, die sich Dänemark schon lange vor dem Lissabon-Vertrag gesichert hat (Justice and Home Affairs Opt-out). Das reicht meines Wissens bis auf die 1990er Jahre zurück.
Ich finde, all das sollte man bedenken.
Ja, all Ihre aufgeführten Punkte sollte man bedenken UND dann nach politischen Lösungen suchen, die die genannten Probleme an der Wurzeln lösen; anstatt an Symptomen herum zu laborieren.
Selbstredend könnte z.B die Kernkraft reaktiviert werden; der Rest Europas fasst dies z.b. gerade ins Auge. Technisch ist es realistisch und machbar.
@ Johannes
„…nach politischen Lösungen suchen, die die genannten Probleme an der Wurzeln lösen; anstatt an Symptomen herum zu laborieren.“
Da bin ich ganz bei Ihnen. Streiten kann man darüber, ob das, was z.B. beim Thema Migration bereits auf dem Weg ist und Früchte trägt sowie das, was alles in der Pipeline ist, nur „laborieren an Symptomen“ ist oder genau die Probleme an der Wurzel packt. Im Rahmen dessen, was möglich ist. Die Geographie Deutschlands ändern (Binnenland mit 4000km Staatsgrenze vs. 68km Grenze mit nur einem Land wie Dänemark) gehört sicher nicht dazu.
Bezüglich Atomkraft (und nur um das vorab klarzustellen: ich war zwar nie großer Freund davon, akzeptierte sie aber für nötig und hielt das Abschalten der letzten Meiler 2023 für einen Fehler!) so muss man nüchtern feststellen, dass in Europa aktuell gerade mal 3 neue Meiler im Bau sind. Selbst wenn man in Deutschland den Wiedereinstieg beschließen würde, wäre ein neuer Meiler frühestens in 20, realistischerweise 25 Jahren am Netz. Zu immensen Kosten. Also alles andere als Problem an der Wurzel gelöst und schon gar nicht in Bälde.
Was sehr viel näher liegende und effizientere Alternativen wären, hatte ich jüngst ja schon mal dargelegt.
@Harald
Wenn Sie mit „irreversibel“ die Idiotie meinen, bestehende Anlagen sinnlos zu sprengen, haben Sie Recht, aber Merz hat den Atomausstieg als Ganzes so bezeichnet, das ist lediglich, wie so vieles Andere, ein dummes Gesetz, und das kann man in jedem Fall rückgängig machen, vorausgesetzt, man will es auch.
@ Harald
Ich in, mit Verlaub, diese Art der Argumentation inzwischen so leid, das können Sie sich kaum vorstellen.
Wir können da nichts machen… die Gesetze…
Wer hat diese Gesetze denn gemacht? Vom Himmel gefallen sind sie nicht.
Ich bin da ganz bei Johannes, der an anderer Stelle sinngemäß schrieb;
Wenn Politiker etwas wirklich wollen, dann hält sie keiner auf und sie finden Mittel und Wege.
Diese „wir können ja nicht…wegen der Gesetzte“ zeigt einmal mehr, dass sie nichts ändern wollen, denn sonst würden sie es tun.
Wie das geht, zeigt der US Präsident jeden Tag (kann man gut finden oder nicht, aber so sieht das aus wenn Politiker etwas verändern WOLLEN).
Unsere Politikdarsteller verwenden die von Ihnen selber geschaffenen Gesetze als Ausrede dafür, nichts gegen die Auswüchse unternehmen zu können, die sie selber verschuldet haben!
Sie wollen nicht, das ist alles!
@ Nobby
Welche Gesetze meinen Sie denn konkret, die Sie ändern wollten?
Ist doch ganz einfach !
„Wir schaffen das. Und wo uns etwas im Wege steht, muss es überwunden werden, muss daran gearbeitet werden.“
A. Merkel
@Harald
Ich ahne, in welche Richtung das nun geht…
Ich bin kein Jurist, aber nochmal… alle juristischen und politischen Hindernisse wurden von Politikern gemacht… und können auch wieder geändert werden…so denn der Wille dazu da ist. Welche Paragraphen im Einzelnen geändert werden müsste oder ob es neuer Gesetze bedarf, das kann ich nicht sagen. Ich kann Ihnen aber sagen, in welchen Bereichen ich dringenden Verbesserungsbedarf sehe und in denen viel zu wenig geschieht, weil es irgendwelche gesetzlichen Hürden gibt:
Energiepolitik: Es ist Irrsinn, eine bestehende Energieversorgung willentlich zu zerstören, bevor eine realistische Alternative etabliert ist (ich denke da z.B. an Moorburg)! Das grenzt an Sabotage und sollte unter Strafe gestellt werden!
Das Verbrennerverbot ist ein Sargnagel für unsere wichtigste Industrie… weg damit! Technologieoffenheit wäre hier gefragt.
Es sollte untersagt werden, unsere Sozialversicherungssysteme für versicherungsfremde Leistungen auszuplündern und Menschen daraus zu subventionieren, die sich nie an der solidarischen Finanzierung der Systeme beteiligt haben. Das würde Rente und Krankenversicherung entlasten. Der Bund sollte aus Steuermitteln dafür aufkommen und die Solidargemeinschaft so entlasten. Ließe sich bestimmt regeln, würde dem sensiblen Lars aber den ohnehin kaputten Schuldenhaushalt noch kaputter machen!
In der Migrationsfrage ist der fehlende politische Gestaltungswille ebenfalls offensichtlich:
Warum werden kriminelle Ausländer nicht ausnahmslos abgeschoben? (weil es kein Abkommen mit dem Herkunftsland gibt, weil der arme Kerl traumatisiert ist oder oder oder… ist mir egal, das lässt sich ändern!) und so weiter und so fort…
Ich könnte hier noch zehn Seiten schreiben… das Prinzip ist immer das Gleiche: All das lässt sich verändern wenn es denn gewollt wäre… ist es aber nicht.
Das ist mein Punkt, und ich glaube nicht, dass ich damit alleine stehe.
Warum ändern „die“ das nicht? Nicht weil es nicht geht, sondern nur, weil sie das nicht wollen! Und ich glaube, es merken immer mehr Menschen, dass sie von der Politik hinter die Fichte geführt werden!
Lieber Herr Kelle,
ich stimme Ihnen vollumfänglich zu!
Im journalistischen Kontext wird die AfD durchaus aufs Spielfeld gelassen. Bei Markus Lanz treten regelmäßig führende Vertreter der AfD auf und mittlerweile konfrontiert Lanz diese nicht mehr mit den altbekannten und totgeritten Kamellen, sondern lässt sie zu Wort kommen zu dem Thema, um das es geht. Damit entzaubern sich einige AfD-Themen und Vertreter von selbst. Dabei muss das gar nicht mal so blamabel enden wir jüngst für Beatrix von Storch, als Lanz sie damit konfrontierte, mit ihrer Aussage, Daniel Günther hätte ein Verbot von alternativen Medien gefordert, einem Nius-Fake aufgesessen zu sein. Auch bezüglich Russland, Energie, Migration und Rente konnte Lanz AfD-Vertretern schon bemerkenswert relativierende Aussagen abringen wie jüngst Gerrit Huy bezüglich der AfD-Forderung nach 70% Rentenniveau.
Das Problem, das ich aber weiterhin sehe ist, dass viele Wähler und Sympathisanten der AfD dennoch weiterhin den wohlfeilen Versprechung folgen. Dem bösen ÖRR traut man ja eh nicht und schon gar nicht einem Markus Lanz, der wie kaum ein anderer nachhakt und Diskutanten nicht mit rund gespültem Politikersprech vom Haken lässt, egal von welcher Partei. Ob Björn Höcke je zu Lanz eingeladen wurde oder er erfolgte Einladungen wohlweißlich ausschlug, weiß man nicht.
Sprich, es führt nichts daran vorbei, die AfD in einer wie auch immer gearteten Form an Regierungsentscheidungen zu beteiligen. Dabei geht es nicht nur darum, die AfD zu entzaubern sondern auch die Erwartungshaltung der Wähler zu korrigieren. Da sehe ich nämlich das größte Problem, zu dem die AfD maßgeblich beiträgt in dem sie Versprechungen macht, die schlicht unrealistisch, rechtswidrig oder aber unbezahlbar sind.
Was Wähler leider überhaupt nicht honorieren sind Parteien und Politiker, die ihnen reinen Wein einschenken, zumindest solange nicht, solange es Parteien gibt, die ihnen ein Land versprechen, in dem wieder Milch und Honig fließt – falls es das überhaupt je tat. Aber, mit jedem Tag solcher Versprechen, die leicht hinter einer Brandmauer zu tätigen sind, steigt die Erwartungshaltung beim Wähler.
Die allermeisten Wähler folgen „nur“ den Versprechungen der Parteien. Das ist bei allen Parteien so. Und auch da teile ich Ihre Meinung, dass die allermeisten es nicht honorieren, wenn ihnen reiner Wein eingeschenkt wird.
Wird die AfD enttäuschen, wenn sie einmal auf Landes- oder Bundesebene politische Verantwortung hat?
Womöglich ja.
Womöglich nein.
Erst der politische Feldversuch wird es zeigen und da scheinen wir mit dem Blogbetreiber einer Meinung zu sein.
@Johannes
Der Blogbetreiber hat der AfD in 100 Jahren keine Regierungsverantwortung verschrieben.
@gerd
Den Satz unseres Blogbetreibers
„Die AfD muss endlich als normaler politischer Faktor aufs Spielfeld gelassen werden.“
verstehe ich schon als Aufforderung (z.B. an die Union) die AfD politisch inś Spiel zu lassen; ob nun als Minder- oder Mehrheitskoalitionspartner.
@Johannes,
und genau so meint der Blogbetreiber das ja auch.
kk
@Klaus Kelle
Das hört ein AfD Fanboy gerne…..
@Johannes
Ich wollte es nur mal erwähnen. Liegt noch gar nicht so lange zurück.
Björn Höcke ist aus meiner Sicht Humanist, konservativ liberal, nationalpatriotisch und alles andere als Nazi. Wenn Nazi für Nationalsozialist steht, so kann man eindeutig feststellen, dass Herr Höcke kein Sozialist ist. Sozialisten sind von Natur aus egozentrisch, totalitär, indoktrinär und autoritär. Nationalistisch im Sinne von Chauvinismus kann man ihm auch nicht unterstellen. Die ganze Hetze beruht offenbar nur aus einem einzigen Grund: Pfründe retten, die mit einer AfD und einem weithin bekannten Höcke gefährdet wären.
Ob die Protagonisten der AfD immer richtig liegen, steht auf einem ganz anderen Blatt. Was richtig ist, muss ohnehin parlamentarisch ausdiskutiert werden. Nur findet eine parlamentarische Diskussion ja nicht mehr statt außer: „Wie werden wir „die-da“ wieder los?“ und „Wie werde ich noch viel reicher?“ und „Volk, halt’s Maul!“
Im übrigen bin ich der Meinung, dass Parteien überflüssig weil ewig gestrig sind. Koalitionen zwischen ihnen sind zudem als Kartellbildung zu bestrafen. Joana Kotar sagt es mehr als deutlich: „Alle Parteien sind korrupt. Das System an sich macht sie dazu.“ Würde gemäß GG regiert, wäre so manchen sicherlich besser.
Uff, ich bin jetzt durch. Auch wenn ich das Gespräch nicht immer mit voller Aufmerksamkeit verfolgt habe, so habe ich keinen Beleg gehört, der die vorherrschende politisch-mediale Einordnung begründet.
Auf der inhaltlichen Seite sind mir zwei Punkte besonders aufgefallen:
– Mir hat er zu oft von „Deutsch“ und „Deutschland“ geredet, was mich sehr an das kleinkarierte und spießige Deutschland meiner Kindheit erinnerte. Ich habe mit diesem Deutschland fertig und so weit möchte ich die gesellschaftliche Entwicklung nicht zurückdrehen.
– Als es am Ende des Gesprächs um die Themen Bundeszwang (Art. 37 GG) und Innerer Notstand (Art. 91 GG) ging, kam mir folgender Gedanke. Sollte ein AfD Ministerpräsident im Osten vereidigt werden, könnten Antifa und gegen-Rechts-NGOs das Bundesland in ein bürgerkriegsartiges Chaos stürzen. Sollten darauf im Rahmen des inneren Notstands andere Bundesländer sich weigern ihre Polizei in diesem Chaos zu verheizen, könnte der Bundeszwang greifen und die AfD Landesregierung wird durch eine kommissarische Regierung ersetzt. Dieser Gedanke macht mir richtig Angst.
Daneben habe ich einiges über den Menschen Björn Höcke erfahren. Um einen Menschen in seiner persönlichen und sozialen Kompetenz zu bewerten, verwende ich oft ein einfaches Bild. Ich stelle mir darin ein Doppelhaus vor, auf der einen Seite wohne ich und auf der anderen Seite mein Gegenüber, die einfache Frage ist dann, wie würde das nachbarschaftliche Verhältnis sein. Kann ich mir vorstellen mit diesem Menschen das Doppelhaus zu bewohnen oder passt er mit den beobachteten persönlichen und sozialen Kompetenzen nicht zu meinen Werten? Den Menschen Björn Höcke könnte ich mir als Nachbar vorstellen, den Menschen Friedrich Merz auf keinen Fall.