Der Parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Bundestagsfraktion, Jürgen Braun, ist ein kluger strategischer Kopf und ein guter Typ. Wir kennen uns seit 40 Jahren – natürlich aus der Jungen Union. Jürgen macht Realpolitik, keine Spinnereien, keine Verschwörungstheorien, einfach nur solide bürgerlich-konservative Politik. Würde er hier im Wahlkreis antreten, meine Stimme hätte er.

Anders als einige andere in seiner Partei weiß er, dass radikale Sprücheklopfer das fast sichere Aus für eine Partei rechts der Union bedeuten können. Deshalb hat er einen mutigen Vorstoß gegen den – wie man das in der AfD inzwischen geläufig nennt “rechten Narrensaum” unternommen: Er will die Jugendorganisation der AfD noch einmal neu gründen. Denn – so Braun – auf Veranstaltungen der “Jungen Alternative” (JA) seien “seltsame Parolen gerufen und Gesänge angestimmt worden”. Das soll es ja kürzlich auch bei einer Reise der Jungen Union (JU) gegeben haben. Nur dass die nicht vom Verfassungsschutz beobachtet werden… Die JA in Niedersachsen, Baden-Württemberg und Bremen aber schon, was nur simpel gestrickte Geister für eine Lapaalie halten können. Die Beobachtung einer Organisation durch den Verfassungsschutz ist ein erheblicher Abschreckfaktor für Menschen, die noch ein Leben haben, im öffentlichen Dienst arbeiten oder Karriere machen wollen. Die rechten “Republikaner” sind in den 90er Jahren auch daran gescheitert.

Ob es eine neue JA geben wird, muss die Partei entscheinden – not my business. Beispiele für solche Neugründungen gibt es – sogar in der braven FDP. Als sich deren Jugendorganisation Jungdemokraten in den 70er Jahren extrem links radikalisierte, zogen die Liberalen die Notbremse. Und gründeten die Jungen Liberalen – heute der Jugendverband.

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Dieser Artikel wurde 3 mal kommentiert

  1. W. Lerche Antworten

    Da gibt es hoch wahrscheinlich V-Leute in deren Reihen, die durch ihr Verhalten oder das gezielte Herbeiführung von Verhalten anderer dafür sorgen, dass unliebsame, konkurrierende Organisationen ins AUS geführt werden. Sie liefern den Griff, wo der Verfassungsschutz oder einfach nur die Medien angreifen können oder dazu von den Altparteien, die Posten und Überversorgung nicht teilen möchten, gezwungen werden, so dass die gesellschaftliche Mitte trotz Verdruss gegenüber den Altparteien Abstand nimmt, um die berufliche Entwicklung und private Verpflichtungen nicht zu riskieren.

  2. S v B Antworten

    Keine leichte Entscheidung. Die genauen Umstände, die Herrn Braun dazu bewogen haben mögen, eine “Neue Alternative zur Jungen Alternative” in Erwägung zu ziehen, sind mir allerdings nicht bekannt. Vielleicht gibt es ja einen guten Grund, der eine solche Maßnahme rechtfertigen würde. In der AfD muss man selbstredend alles daransetzen, radikale Tendenzen, so und wo immer sie denn sichtbar oder hörbar werden, strikt und mit allen ihr legal zur Verfügung stehenden Mitteln zu unterbinden. Alternativen dürfen, ja sollen, anders sein, aber sie müssen “sauber” bleiben. So sauber eben wie alle anderen Parteien auch.

  3. W. Lerche Antworten

    Ich fand es sehr schade, dass Herr Lucke die AfD verließ. Ich konnte mir schon damals vorstellen, dass es nicht allein wegen des Machtkampfes an der Parteispitze war, sondern weil deutlich zu erkennen war, welche fragwürdigen Gestalten dem Zulauf zu dieser Partei angehörten. Ich denke, nicht ohne Grund hat er im Zuge der Neugründung seiner “Alfa” die Aufnahme neuer Mitglieder deutlich erschwert und mit einer längeren Bewährungsfrist verbunden, um zu erkennen, ob man sich dumpfe Chaoten oder V-Leute einhandelt. Ist eine Partei mit solchen Leuten “verunreinigt”, sollte sie sich unverzüglich davon befreien und die Selbstreinigung aktivieren.
    Mich erinnert das an die Bürgerbewegung in der DDR 1989. Dort wurden Stasi-Spitzel (hier sagt man V-Leute) eingeschleust, die Informationen lieferten und auf Befehle warteten.

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