„Hart aber fair“: Gut gemeint gestern, aber wieder zu feige, einen von der AfD einzuladen
Als Stammleser wissen Sie, dass ich mich von den öffentlich-rechtlichen Palaverrunden schon vor Jahren weitgehend verabschiedet habe. Manchmal höre oder lese ich danach, dass es etwas Spektakuläres gab, dann schaue ich in der entsprechenden Mediathek nach. Aber freiwillig? No way …
Anders gestern, als ich beim Zappen am späteren Abend zufällig in eine Sonderform von „Hart aber fair“ rutschte … und tatsächlich hängen blieb.
„Was hält Deutschland noch zusammen?“, so das Thema in den sogenannten „ARD-Dialogwochen“, und neben Politikern kamen offenbar dieses Mal nicht ausgesuchte rot-grüne Stichwortgeber, sondern ernsthaft verärgerte Bürger zu Wort.
Was verbindet uns Deutsche eigentlich noch?
Das ist eine gute, ja zentrale Frage, denn selbst in einem konservativen Biotop wie diesem Blog fällt es heute oft schwer, das noch zu erkennen.
Wie viel schwerer ist es dann erst draußen unter den 84 Millionen Bewohnern Deutschlands?
Nehmen uns die da oben überhaupt noch ernst?
Wissen Politiker in Berlin, weiß der Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) überhaupt, woran seine Mitbürger im Alltag fast verzweifeln? Und versteht er, warum er seit Wochen auf dem letzten Platz im allwöchentlichen Politiker-Ranking steht?
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Er und die anderen wissen das, aber sie haben wenige Möglichkeiten, schnell Gravierendes zu verändern, behauptete der frühere SPD-Chef und Bundesaußenminister Sigmar Gabriel, der so langsam zu meinem Lieblings-Sozi avanciert.
Und er erzählte, wie sich die Versammlungen in seinem SPD-Ortsverein verändert haben über die Jahre. Früher, sagte er, da saßen da 150 Leute in einem rauchgeschwängerten Hinterzimmer. Da war die Verkäuferin dabei und der Facharbeiter und Menschen aus der ganzen Breite dieses Landes und redeten sich über Themen aus ihrem Alltag die Köpfe heiß. Heute hocken da eine Handvoll Leute, die nicht einmal ansatzweise den Querschnitt in Deutschland repräsentieren und über die Straße von Hormuz debattieren.
Das kann man machen, denn – auch da haben Gabriel und die frühere Grünen-Chefin Ricarda Lang recht – alles hängt mit allem zusammen.
Wenn der US-Präsident beschließt, den Iran anzugreifen, dann ist das ein ganz praktisches Problem für den Transportunternehmer in Bocholt, der seine Autos morgens tanken und viel mehr dafür bezahlen muss, als er geplant hatte. Trump fragt Deutschland nicht, kein Politiker in Berlin trägt die Schuld daran, aber wir alle müssen unsere Autos tanken können.
Doch die deutschen Politiker bekommen natürlich zurecht auch ihr Fett weg.
Wenn Friedrich Merz im Wahlkampf eine Schuldenbremse verspricht und dann Milliarden rausballert für vermeintlich gute Zwecke, das Geld aber dann dort gar nicht ankommt, dann ist das Betrug am Wähler. Sowas macht man einfach nicht. Doch sie haben es gemacht.
Ich muss zugeben, dass auch Ricarda Lang gar keinen schlechten Eindruck machte in der Runde, sogar davon sprach, dass man in der praktischen Politik immer auch als Grüne bereit sein müsse, Kompromisse zu machen. Auch sie wusste von Besucherinnen ihrer Bürgersprechstunden zu erzählen, wo man ihr sagte, man würde ja gerne die Grünen wählen…aber…
Warum konnte die AfD so stark werden und wird sogar noch immer stärker?
Das beherrschte das letzte Drittel der TV-Runde gestern. Sven Schulze (CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt vielleicht nur noch bis zum 6. September, bekräftigte das Nein seiner Partei zu jeder Zusammenarbeit mit der AfD. Aber auch er bestritt nicht, dass die Stimmung schlecht sei und die AfD enormen Zulauf verzeichnet.
Genau an diesem Punkt wurde ganz klar, warum die AfD immer stärker und auch gute Sendeformate im Staatsfunk immer unbeliebter werden.
Warum sitzt in einer solchen Runde nicht wenigstens ein einziger Vertreter der derzeit mit Abstand stärksten politischen Partei in Deutschland? Warum reden Sie alle über die AfD, aber niemand hat den Arsch in der Hose, sich direkt, hart aber fair mit der Partei auseinanderzusetzen?



@KK:
Sie fragen – wiederholt – völlig zurecht:
„Warum reden Sie alle über die AfD, aber niemand hat den Arsch in der Hose, sich direkt, hart aber fair mit der Partei auseinanderzusetzen?“
Mein Erklärungsversuch: weil ALLE WISSEN, dass nur noch das Fernhalten aus solchen Formaten VERHINDERT, dass die große Gruppe der politisch Unentschlossenen kleiner und die bereits große Gruppe der entschlossenen AfD Wähler zu deren Gunsten NOCH GRÖSSER wird.
Denn die inhaltliche „Entzauberung“ ist ja bislang krachend gescheitert.
Es bleibt schlicht nur noch das Fernhalten. Und die diese Methode präferieren, denken vermutlich auch noch, dass das funktioniert. Na ja, der Zuwachs an Zustimmung für die AfD zeigt, wie wirkungslos das ist.
Und die Grünen – nur am Rande – stellen immer wieder und in höherer Frequenz unter Beweis, welch totalitären Kern sie geschickt verstehen zu verbergen:
„Frei sind wir nur als Wir“ – ein Satz, der das totalitäre und kollektivistische Denken der Grünen auf den Punkt bringt. Brantners Ausspruch ist kein Ausrutscher, sondern Programm. (Klaus-Rüdiger Mai von TE)
Es wachen – zum Glück – immer mehr (Schlaf)schafe auf. Hoffen wir mal, nicht zu spät für unser Land.
„ Hoffen wir mal, nicht zu spät für unser Land.“
„Die Hoffnung stirbt zuletzt“ – leider habe ich nur noch wenig Hoffnung.
Nicht, weil es nicht mehr anders ginge, sondern weil die ( schlafende ) Mehrheit es nicht WILL.
Und angesichts der Tatsache, daß aus „Links ist VORBEI !“ nicht nur nichts geworden ist, sondern unsere von der einst konservativen Union geführte ( ? ) Regierung nicht nur nach wie vor, sondern noch verstärkt NGOs, links-grün-woke, mit deutschen Steuermitteln in Abermillionenhöhe finanziert, ebenso links-grün-woke Projekte ohne Ende gefördert werden, fehlt mir der Glaube, daß es noch nicht zu spät sein könnte.
„Isch over“.
Stellen wir uns vor wir säßen in einem Deutschland-Bus, der vom hungrigen Godzilla verfolgt wird. Auf der Flucht kommt der Bus in das „Energiewende“-Dorf und der Bus bremst auf genau 50 km/h ab. Die Hauptstraße ein Stückchen weiter kommt die rote „Migration“-Ampel, ordnungsgemäß hält der Bus an. Wieder ein Stück weiter kommt die Tempo 30 Zone vor der „Deindustrialisierung“-Schule und der Deutschland-Bus fährt genau 30 km/h. Solange die Bundesregierung auf dem Fahrerplatz nicht bereit ist, die Regeln der Straßenverkehrsordnung zu übertreten und endlich anständig Gummi auf die Straße bringt, wird der Deutschland-Bus noch im „Energiewende“-Dorf zu Godzilla’s Frühstück. – Is Over!
@Johannes
Stimmige Analyse einer total verfahrenen Situation.
Was die Grünen anbelangt, will mir deren Beurteilung durch den verstorbenen Polit-Fuchs F. J. Strauß einfach nicht aus dem Kopf gehen. Strauß‘ mahnende Worte aus dem Jahr 1985 dürften zwischenzeitlich nur wenig von ihrem Wahrheitsgehalt eingebüßt haben. Sinngemäß warnte er „Wenn „die“ einmal an die Regierung gelangen sollten, sind die letzten 40 Jahre umsonst gewesen“. Baff! Die eine oder andere Kostprobe grüner Politik wurde dem Bürger ja schon während der Kurzlegislatur der Ampel gereicht. Sie alle dürften – zumindest bei der konservativen – Wählermehrheit ein bis heute anhaltendes Bauchgrimmen ausgelöst haben.
Und, wie sehen die Umfragen für den Bund aus ?
Und, was wählen unsere Hauptstädter im September ?
@H.K.
??? – Bin ich Madame Buchela?
Herr Schulze fährt mit einem Auto, wo die Bremsanlange nicht mehr funktioniert, er darüber Kenntnis hat, sich allerdings weigert eine Werkstatt aufzusuchen, um dann mit seiner Familie Vollgas über die Autobahn in die falscher Richtung brettert. Entweder hat der Mann suizidale Tendenzen oder beginnende Schizophrenie. Das kann man doch einem Menschen mit Restverstand überhaupt nicht mehr erklären.
Warum dort kein AfD Politiker eingeladen ist? Sie wollen es wohl auf die harte Tour lernen und reissen damit unser Land in den Abgrund. Vielleicht will man auch keine Putin Knechte am Tisch dulden. Es bleibt rätselhaft.
Ingo Hahne bei Hart aber fair über Merz:
„Also ganz ehrlich, der hat von der ersten Sekunde an, ich darf nicht sagen gelogen, damit ich nicht noch eine Anzeige kriege, aber er hat nicht die Wahrheit gesagt.“
Man muss also keine AfD Politiker einladen…….den Leuten dämmerts langsam.
„Warum sitzt in einer solchen Runde nicht wenigstens ein einziger Vertreter der derzeit mit Abstand stärksten politischen Partei in Deutschland?“
Entweder, weil sie niemand eingeladen hat oder, weil die AfD abgelehnt hat. Man könnte bei der Redaktion ja mal nachfragen. Es ist ja nicht so, dass AfD-Vertreter nicht regelmäßig bei „Palaverrunden“ auftreten. Auch bei Herrn Klamroth, der das Format zunehmend von „Hart aber….“ auf „…und unfair“ trimmt. Nicht nur der AfD gegenüber.
Daher mein Rat, lieber Herr Kelle: Wenn Sie sich schon mal in eine ÖRR-Palaverrunde verirren, dann lieber bei Markus Lanz reinschauen. Der würgt Palaveransätze recht schnell ab und fühlt Diskutanten aller politischen Couleur garstig auf den Zahn.
Richtig so!
PS: Sigmar Gabriel stand bei mir schon immer recht hoch im Kurs.
„ PS: Sigmar Gabriel stand bei mir schon immer recht hoch im Kurs.“
Sie stehen auf Politiker, die Wähler als „Pack“ und „braunen Mob“ beschimpfen ?
Na dann …
„Was wir hier in diesem Land brauchen, sind mutige Bürger, die die braunen* Ratten dorthin jagen, wo sie hingehören – in ihre Löcher.“
*Ersetzen Sie braun durch rot, und dann finden Sie den Urheber des Zitats 😉 Er ist viel zu früh von uns gegangen und fehlt heute. Wie so viele.
@H.K.
Genau daran musste auch ich ich sofort denken, als ich die zaghaften Lobesworte („Lieblings-Sozi“) unseres Gastgebers als auch die des Kommentators Harald las. Das mit dem menschlichen Gedächtnis ist wohl so eine Sache… Selektiv? – Reaktionen wie die Gabriels (und Gaucks, nicht zu vergessen) haben die anhaltende Misere mit „eingeläutet“, sprich, am Setzen der ersten Spatenstiche zu dem tiefen Graben, der bis heute unsere Gesellschaft so schmerzlich spaltet, aus freien Stücken mitgewirkt. Da gibt es wohl wohl kein Vertun.
Ich denke, jeder hat seine persönlichen Idealvorstellungen. Seien es die vom Partner, der Familie, der Wohnung, des Hauses, des Berufs und – selbstverständlich – auch die der Politik und der dort handelnden Personen.
Wer überaus viel Glück hat, bei dem stimmt einfach alles – zumindest nach außen.
Aber meist ist das eher weniger der Fall.
Und wer feststellen muß, von Menschen, ja langjährigen Freunden, getäuscht worden zu sein, der kommt nicht umhin, sich selbst einzugestehen, daß er sich da wohl grundlegend getäuscht und völlig falsch gelegen hat.
So ist das mitunter auch in der Politik. Und wer feststellt, komplett betrogen und belogen worden zu sein, sollte vielleicht überlegen, sich von Dingen ( und von Menschen ! ), die einem nur schaden, zu lösen.
Ich habe mich auch maßgeblich getäuscht – in einer Partei und in ihrem Chef.
Daher: Danke und auf wiedersehen.
Tut manchmal weh, muß aber sein.
Dafür tritt an die entstandene Lücke die Erkenntnis, lernfähig zu sein.
@H.K.
Nur äußerst selten, wohl eher nie in meinem schon „etwas länger“ währenden Leben, habe ich mich in einem Menschen geirrt. Was vermutlich einer zwar harten, unterm Strich jedoch durchaus gewinnbringenden Lebensschule während Kindheit und Jugend zu verdanken ist. Es sei denn, eine solche Fähigkeit wäre nicht erst erworben, sondern bereits angeboren. Who knows?
AfD-Leute werden in der Regel nicht eingeladen. Deshalb kommt die Frage einer Ablehnung gar nicht auf.
Umgekehrt wird ein Schuh draus. Viele Politiker oder auch Kommentatoren trauen sich nicht in Sendungen wie NIUS. Kontaktschuld!
Es gibt von unseren GEZ-Gebühren fürstlich bezahlte Moderator*/-/:/_/•/Innen, die klar sagen „in MEINE Sendung kommt mir niemand von „denen da“ herein“ – als ob es DEREN persönliche Sendung wäre.
Und so geht es auch bei Nachrichten in den Öffentlich Rechtlichen: Man muß „Haltung zeigen“ – ohne Rücksicht auf Verluste.
Es ist höchste „Zeit daß sich was dreht“ …
Diese Ablehnung betreiben auch renommierte Firmen wie der Keksfabrikant Bahlsen oder der Chef von Rossmann. Was für ein Hochmut, der mich an schlimme Zeiten erinnert. Sie sollten überlegen, wie lange sie sich das noch leisten können. Es gibt schließlich noch andere Keksfirmen und dm.
@Harald:
Sie schreiben: „Es ist ja nicht so, dass AfD-Vertreter nicht regelmäßig bei „Palaverrunden“ auftreten.“
Stimmt, sie wird „regelmäßig“ eingeladen.
„Regelmäßig“ bedeutet … nichts. Einmal im Jahr z.B. ist auch so „regelmäßig“ wie 100 mal im Jahr.
Die Häufigkeit ist wohl EHRLICHER: hier lohnt ein Blick z.B. in den Spiegel der jüngst berichtete, das die AfD seltener in Talkshows sitzt, als man denkt.
Ich will jetzt keine Zahlenreiterei betreiben, aber mit der „Regelmäßigkeit“ zu argumentieren, hat einen, na ich sag mal: BIAS.
SOOOO kann man ( frau auch, es sowieso ) das aber nicht sehen !
Heute z.B. ist Beatrix von Storch bei Maischberger.
Also: Eine Schwefelbuben*/-/:/_/•/In in EINHUNDERT Prozent der heutigen ARD-Talkshows !
🤗
@ Johannes
Auf die Schnelle fand ich 8 Auftritte von AfD Politikern bei Lanz, Maischberger, Miosga etc. alleine in diesem Frühjahr: Chrupalla, Frohnmaier, Baumann, Lucassen, Huy, von Storch, Weidel zweimal.
So viel zu Ihrem „einmal im Jahr“. Na, da sage ich denn auch mal: BIAS.
Aber Sie haben natürlich einen Punkt. Die AfD ist relativ gesehen seltener vertreten als Politiker anderer Parteien. Über das warum wird viel spekuliert. Wird die AfD seltener eingeladen? Gibt es weniger rhetorisch versierte AfD-Vertreter? Sagen eingeladene AfD-Vertreter häufiger ab?
Nehmen wir das erstere mal an. Kann ich das nachvollziehen?
Menschlich ja. Warum sollte ich als Redakteur regelmäßig einer Partei eine Plattform geben, die tagtäglich über mich, den ÖRR und seine Frontmänner und -frauen herzieht, diese wahlweise als rot-grün-woken Fakenews-Sender oder Regierungspropaganda abkanzelt und generell abschaffen will?
Professionell nein, weil da sollte man drüber stehen.
Offensichtlich tut sich da jüngst etwas. Siehe oben.
@Harald
1x Jahr und 100 x im Jahr dienten lediglich der Verdeutlichung, dass das Wort „Regelmäßig“ im Kontext der Häufigkeit von AfD Einladungen in Talkshows einen BIAS hat und etwas insinuiert, das so nicht vorhanden ist; nämlich, dass die AfD in zumindest annähernd gleicher Häufigkeit eingeladen wird.
Auch ich weiß – wie Sie – dass die AfD inzwischen häufiger eingeladen wird als früher. Aber bei weitem nicht an die Häufigkeit von den Grünen heranreicht, die die meisten Sympathien in den Redaktionsstuben genießt.
Zu dem von Ihnen angesprochenen Gründen, weshalb Redakteure die AfD meiden: die wird es sicher geben und auch ich kann diese nachvollziehen.
ABER: die öffentlich Rechtlichen sind nun mal per Medienstaatsvertrag zur inhaltlichen Ausgewogenheit VERPFLICHTET. Auch persönliche Befindlichkeiten haben dahinter zurück zu stehen. Diese Ausgewogenheit wird im Fall der AfD eklatant missachtet.
Und ja, es tut sich was in die richtige Richtung. Hoffen wir mal, dass diese Richtung beibehalten wird.
Lieber Johannes,
Unsere Diskussion um die semantische Einordnung des Wörtchens „regelmäßig“ ist doch eine Nebelkerze. 8 Auftritte von AfD-Politikern alleine dieses Frühjahr dürften nicht nur für mich als regelmäßig durchgehen.
Die spannendere Frage ist die, warum die AfD unterrepräsentiert ist. Ob sie, wie Sie insinuieren, nicht „in zumindest annähernd gleicher Häufigkeit eingeladen wird“ ist fraglich. Ich habe weiter oben zwei weitere mögliche Gründe genannt und habe nur „das nicht Einladen“ mal durchdekliniert, ebenso wenig wie Sie wissend, ob das der wahre Grund ist.
Generell fällt auf, dass es Dauerpolitgäste in Talkshows gibt. Karl Lauterbach ist hier der ungekrönte König. Das war schon zu seinen Minister- und Coronazeiten so wo ich mich immer fragte: Hat der nichts besseres zu tun?
Generell treten Politiker von der Union auf häufigsten in Talkshows auf. Das ist nachvollziehbar. Die Union ist die stärkste Fraktion im Bundestag und auch Regierungspartei. Hier fällt auf, dass die häufigsten Unionspolitiker in Talkshows Norbert Röttgen und Markus Söder sind. Auch das ist nachvollziehbar. Röttgen ist stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Unionsfraktion für Auswärtiges, Verteidigung, Außen- und Sicherheitspolitik und als solcher häufig „gesetzt“. Kriege, Krisen und Sicherheit waren und sind das mit Abstand häufigste Thema in Talkshows. Ich wünschte, es wäre nicht nötig.
Und Markus Söder? Er ist die rhetorische Allzweckwaffe der Union, auch zu den heikelsten Themen. Ich kenne keinen versierteren Politiker in Deutschland, der selbst schärfste Attacken auch gegen ihn persönlich (Leberkäs mümmeln und sein Fähnchen in den Wind hängen 😉) derart souverän und süffisant pariert wie er. Das muss der Neid ihm lassen.
Hat die AfD ähnliches Spitzenpersonal zu bieten, fachlich und rhetorisch, das auch scharfen Diskussionen standhält? Am ehesten noch Alice Weidel. Fachlich noch von dem außenpolitischen Kaliber eines Röttgen entfernt. Von einem rhetorischen Vergleich mit Söder ganz zu schweigen, aber da zieht eh jeder den Kürzeren.
Und dann macht sich die AfD auch noch selbst zur leichten Beute. Ihre brandmauergeschützt häufig radikale Wortwahl und Forderungen macht es selbst zahmen Moderatoren leicht, sie vorzuführen. Von unerbittlichen Sezierern eines Markus Lanz mal ganz zu schweigen. Bei Chrupallas „Mir hat Putin nichts getan“ musste Lanz gar nicht mehr viel sagen. Ein Blick reichte. Und wie Lanz Beatrix von Storchs Aussage, Daniel Günther fordere ein Nius-Verbot, Stück für Stück filetierte und als Nius-Fakenews demaskierte, das tat als Zuschauer schon weh. Selbst wirklich moderate Stimmen wie Gerrit Huy, der Lanz fast eine halbe Sendung einräumte, die Correctiv-Vorwürfe zu dem Potsdam-Treffen gerade zu rücken und dabei den Correctiv-Mann Marcus Bensmann wirklich in die Ecke drängte, musste beim Thema Rente kleinlaut einräumen: Ja, 70% Rentenniveau, aber erst in 30 Jahren.
Was mich zu der Ausgangsfrage zurück bringt: Warum ist die AfD unterrepräsentiert? Neben möglicher früherer zwar menschlich nachvollziehbarer aber unprofessioneller Aversion der ÖRR-Redaktionen, dürfte sich das ganze jüngst verschoben haben. Beim alles beherrschenden Thema Krieg, Krisen und Sicherheitspolitik, steckt die AfD in einer innerparteipolitischen Zwickmühle. Die anfängliche Allianz mit Trumps MAGA bekommt mehr und mehr Schieflage, seit dieser sich so gar nicht AfD-passend entwickelt (Grönland, Venezuela und jetzt Iran). Frohnmaiers andauernder Schmusekurs mit der MAGA-Bewegung stößt hier auch einer Alice Weidel sehr auf. Und der Ukraine-Krieg? Auch hier fällt es der AfD bei den andauernden massiven Bombardements der ganzen Ukraine durch Putin zunehmend schwerer, an ihrem Mantra festzuhalten.
Sprich, es ist durchaus möglich, dass die AfD Einladungen zu solchen Talkshows ausschlägt. Sie könnte nur verlieren.
Aber, wie Sie weiter oben richtig bemerken: Schaden tut es der AfD nicht, weder ihr Nichterscheinen noch ihre häufig peinlich-desaströse Performance, falls sie mal bei Talkshows aufschlägt. Dem Wähler scheint es egal zu sein und die AfD gewinnt weiter an Stimmen.
Zu dem warum habe ich mich schon öfters hier geäußert. Es ist nicht nur die Unzufriedenheit mit der Regierung, es liegt auch an uns allen. Aktuell kann jede Regierung nur verlieren, weil das, was an Reformen nötig wäre, täte weh. Sehr weh! Uns allen. Und Regierungen, die es dennoch taten, wurden in schöner Regelmäßigkeit abgewählt. Teils nur knapp. Aber knapp daneben (Schröder) ist auch vorbei und die Lorbeeren konnten dann andere einheimsen (Merkel).
Vielleicht ist es das, worauf die AfD spekuliert.
Lieber Harald,
finde nicht, dass die semantische Einordnung von „regelmäßig“ eine Nebelkerze ist. Wir beide haben Erfahrung im politischen Raum und dort ist das Wort „regelmäßig“ – zumindest nach meiner Erfahrung – dann an der Tagesordnung, wenn man gerne im Unbestimmtem bleiben möchte. Von daher wollte ich das Thema schon behandeln. Ich bleibe dabei: die Häufigkeit ist hier das geeignete Maß, nicht die Regelmäßigekeit.
Zur Ausgangsfrage: da können wir hier lange spekulieren und Hypothesen bilden – wir werdenˋs nicht erfahren. Ausgenommen der Blogbetreiber nutzt z.B. seine politischen Kontakte in Berlin und bringt informell bei der AfD in Erfahrung, ob tatsächlich Einladungen ausgeschlagen werden und wenn ja, warum.
Fakt bleibt daher vorerst: mit Blick auf die Häufigkeit ist die AfD auch aktuell noch deutlich unterrepräsentiert und das verstößt klar gegen den Medienstaatsvertrag.
Lieber Johannes,
„…das verstößt klar gegen den Medienstaatsvertrag.“
Da wäre ich vorsichtig. Aus den zuvor genannten Gründen. Wir wissen ja gar nicht, wie oft die AfD tatsächlich eingeladen wird.
Ich bin kein Jurist, aber selbst wenn die AfD seltener als andere Parteien eingeladen würde, widerspricht das meiner Lesart nach nicht dem Medienstaatsvertrag. Dieser verlangt Vielfalt, Ausgewogenheit und Objektivität im Gesamtangebot des öffentlich-rechtlichen Rundfunks ohne dass daraus eine starre Pflicht folgte, Talkshowgäste entsprechend der exakten politischen Stärke der Parteien zu verteilen. ARD und ZDF dürfen grundsätzlich selbst entscheiden, welche Gäste sie für eine bestimmte Sendung einladen. Die Rundfunkfreiheit des Medienstaatsvertrags schützt diese redaktionellen Entscheidungen.
Rechtlich angreifbar könnte es werden, wenn eine nicht verbotene und politisch relevante Partei – das ist die AfD – über längere Zeit systematisch ausgeschlossen würde, sodass sie im Gesamtangebot gar nicht mehr angemessen zu Wort kommt. Und das trifft nicht zu. Siehe oben. Selbst wenn sie seltener als andere Parteien eingeladen würde. Quod erat demonstrandum.
In diesem Kontext kann es hilfreich sein, sich jenseits von Talkshows zu orientieren. Und in klassischen Nachrichtenformaten (Tagesschau, heute) kommen AfD-Vertreter sehr wohl in ausgewogener Häufigkeit zu Wort. Seien es Berichte aus Bundestagssitzungen oder auch Kommentaren zu Gesetzesinitiativen oder anderen politischen Themen.
Noch ein abschließende Frage – ich denke wir haben dieses Thema ausgiebig genug beleuchtet und unser beider Standpunkte sind klar. Bemerkenswert finde ich, dass die AfD nicht müde wird, die Abschaffung des ÖRR zu fordern und viele AfD-Anhänger laut eigenen Aussagen ARD und ZDF meiden wie der Teufel das Weihwasser, sich gleichzeitig aber beschweren, dass die AfD dort nicht häufig genug erscheint. Wie passt das zusammen? Oder andersherum gefragt: Würde man dem ÖRR wieder mehr folgen, träte die AfD häufiger in ÖRR-Talkshows in Erscheinung?
Lieber Harald,
„ Würde man dem ÖRR wieder mehr folgen, träte die AfD häufiger in ÖRR-Talkshows in Erscheinung?“
Schwer zu sagen; auch ich tu mich schwer die kognitive Dissonanz manch eines AfDler der das eine fordert (Abschaffung) und zugleich mehr AfD in dem Abzuschaffenden fordert, zusammen zu bringen.
Kurzum: schwierig.
Und ja: wir haben das Thema ausgiebig diskutiert.
„Schwer zu sagen; auch ich tu mich schwer die kognitive Dissonanz manch eines AfDler der das eine fordert (Abschaffung) und zugleich mehr AfD in dem Abzuschaffenden fordert, zusammen zu bringen.“
Die Abschaffung des ÖR als zwangsfinanzierter Moloch, dürfte auch ausserhalb der AfD breite Zustimmung finden. Mir als AfDler ist es vollkommen schnuppe, ob es mehr oder weniger Politiker der Alternativen in irgendwelchen Talkshows gibt. Die Schlacht wird mittlerweile in den soz. Medien geschlagen. Deswegen häufen sich ja die Verbots-bzw. die Zensurphantasien in der EU und in Deutschland.
Manchmal kommt es mir vor, als würde der Nachrichtensprecher gerade den Ausbruch des III. Weltkriegs verkünden, und wir diskutieren über seine Krawattenfarbe und das Einstecktuch.
@ Gerd Franken
„Die Schlacht wird mittlerweile in den soz. Medien geschlagen.“
Da haben Sie Recht. Wobei ich die Bezeichnung asoziale Medien weitaus treffender finde, denn sozial geht’s da schon lange nicht mehr zu. Wie sie richtig sagen: Da wird er geschlachtet, der politische oder gesellschaftliche Gegner. Der feuchte Traum aller extremen Polarisierer und Gesellschaftsspalter, Rechte wie Linke, schön eingemummelt in der eigenen Meinungsblase faktenbefreit die anderen verbal abschlachten.
Nun, jedem das seine.
„Suum cuique“ ??
Oh, oh, oh …
„eingemummelt in der eigenen Meinungsblase faktenbefreit die anderen verbal abschlachten.“
@Harald
Achtung indirekter Themenwechsel!
Sagt Ihnen der Name Henry Nowak etwas? Nicht? Könnte an den asozialen Ö.R. Medien liegen, die lieber in ihrer Meinungsblase Seifenblasen produzieren. Der junge Mann wurde non verbal von einem Sikh abgeschlachtet und verblutete bei seiner (!) Festnahmen. Dass nach der Veröffentlichung eines Films der Body Cam des Polizisten der Henry Handschellen anlegte in England die Strassen brennen ist den Leitmedien keine Silbe wert. Wie Sie so treffend sagten: Schön eingemummelt.
@ Gerd Franken
Henry Nowak sagte mir etwas. Dank Tagesschau, heute und diverser anderer Mainstream-Medien. Die haben ausführlich über den Fall berichtet, inklusive „Krawalle nach tödlichem Polizeifehler“ und dass die „Familie des Getöteten bat, keine Zwietracht zu säen“, was Nigel Farage zum Anlass nahm, „zu kalter Wut“ aufˋzurufen.
Eigentor, lieber Gerd Franken!
Kleiner Tipp für die Zukunft zur Vermeidung weiterer Eigentore: Nicht über die ÖRRs herziehen, was sie berichten oder nicht berichten, wenn man diese gar nicht verfolgt 😉
„Henry Nowak“ sagt Ihnen etwas ?
„George Floyd“ auch ?
Schön, daß Sie über den Tellerrand hinausschauen !
Haben Sie auch die UNTERSCHIEDE festgestellt, insbesondere in der Berichterstattung der Öffentlich Rechtlichen ?
( Klassisches Eigentor nennt man ( frau auch, es sowieso ) das wohl.).
😉
@Harald
Das Credo bei den ÖR in der Causa Henry Nowak ist das übliche: Rechts, rechts, radikal rechts, rechtsextrem und last but not least natürlich: Tommy Robinson, der ultra Rechtsnazipopulist im VK. Der hat doch tatsächlich zu Protesten aufgerufen. Nigel Farage ist sowieso der erste englische Nazi mit Kultcharakter. Vielleicht kommt noch jemand mit der „Enthüllung“, dass Nowak die Steinigung von Homosexuellen gefordert hat. Passen würde es.
Ja die Polizei hat da jemanden „verwechselt“. Bitte gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen.
@ Gerd Franken und H.K.
Von dem „Credo in der Causa Henry Nowak“ hörte man zunächst wenig in den ÖR.
Bis die Krawalle losgingen.
Genau wie bei George Floyd.
Und jetzt wird es spannend! George Floyd wurde von dem Polizisten Derek Chauvin getötet, weil dieser Floyd fast 10 Minuten auf den Boden drückte, Floyd nicht atmen konnte Chauvin aber weiterhin auf Floyds Hals kniete. Unzählige Videoaufnahmen gingen sofort viral und lösten unmittelbar die bekannten Massenproteste aus. Auch, weil das nicht der erste Fall war. Ein sehr ähnlicher Fall (Eric Garner, „I can’t breathe“; der Polizist wurde freigesprochen!) ereignete sich wenige Jahre zuvor.
Henry Nowak dagegen wurde von dem britischen Sikh Vickrum Digwa bereits Anfang Dezember 2025 mit vier Messerstichen ermordet, einer davon tödlich. Der Fehler der Polizei war nicht, dass sie nicht sofort Rettungsmaßnahmen einleiteten (was sie taten) sondern dass sie Nowak festsetzten, nicht aber den Täter, dessen falschen Aussagen sie glaubten, er sei angegriffen worden.
Die breitere Öffentlichkeit – wie auch die beiden Herren Gerd Franken und H.K. – interessierte sich damals für den Fall nicht, wie sie sich auch für 99% solcher und ähnlicher Fälle nicht interessiert. Noch nicht mal für das Gerichtsverfahren gegen den eigentlichen Täter, das ein knappes halbes Jahr später stattfand.
Erst nachdem Urteil, als die Bodycam footage einer der Polizisten veröffentlicht wurde, die auch während des Gerichtsverfahrens gesichtet gesichtet wurde, interessierte sich auf einmal Nigel Farage dafür und sprach öffentlich von „Zwei-Klassen-Polizei“ („two-tier policing“) und rief die Öffentlichkeit dazu auf, mit „reiner, kalter Wut“ zu reagieren, und das, obgleich der Vater des Opfers nach der Urteilsverkündung eine vollständige Aufarbeitung forderte zugleich aber die Öffentlichkeit bat, den Tod seines Sohnes nicht für gesellschaftliche oder politische Spaltungen zu instrumentalisieren.
Dann brachen die Krawalle los.
Merken die Herren Gerd Franken und H.K. etwas?
„Merken die Herren Gerd Franken und H.K. etwas?“
@Harald
Kann ja nur für mich sprechen. Ich finde Ihren Kommentar ziemlich lang, belanglos und am Thema vorbei. Das zumindest habe ICH bemerkt.
@ Gerd Franken
Die gravierenden Unterschiede der Fälle Floyd und Novak sowie wann und wie diese zu Krawallen und dem entsprechenden Medienecho führten, merken und realisieren Sie wirklich nicht, selbst wenn man es Ihnen darlegt.
Das ist dann „lang, belanglos und am Thema vorbei.“ Symptomatisch für die Aufmerksamkeitsspanne unserer Zeit, wenn man sich vorwiegend über asoziale Medien informiert.
@Harald
Ist Ihnen eigentlich bewusst, dass Sie hier ständig in einem asozialen Medium kommentieren? Oder machen Sie da Unterschiede?
😉
@ Gerd Franken
Da müssten Sie jetzt den Hausherren Klaus Kelle fragen, ob er diesen Blog als klassisches soziales Medium à la Facebook, Insta oder X betrachtet. Normalerweise verläuft da eine Grenze zwischen letztgenannten, in denen jeder Nutzer eigene Inhalte, Beiträge und auch Videos posten kann, die dann von anderen Nutzern kommentiert werden während in klassischen Blogs – ähnlich wie in Online-Plattformen traditioneller oder alternativer Medien – nur der Blogbetreiber Artikel veröffentlichen kann die dann von anderen kommentiert werden können, der Blogbetreiber diese Kommentare administrativ betreut und Inhalte ggf. auch löschen und Nutzer sogar sperren kann.
Hier ziehe zumindest ich eine Trennlinie, weil es in letzteren etwas gesitteter zugeht.
„ Merken die Herren Gerd Franken und H.K. etwas?“
🥹
Hm …
Zumindest ich merke nie nichts …
Daher bin ich ja aber sowas von froh, daß wir wenigstens EINEN hier haben, der uns Dummerchen die Welt erklärt. Völlig selbstlos.
„Es kann nur EINEN geben“
Geben Sie es zu: SIE sind der Highlander !
👍👍👍
Weil Klaus Kelle ja mal meinte, dass mir Umfragen so viel Spass machen: Forsa sieht die Union heute bei 21 Ptozent. Leute,, reisst doch das Ruder rum! Ja, es wird schwer… aber es muss sein..
„Wissen Politiker in Berlin, weiß der Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) überhaupt, woran seine Mitbürger im Alltag fast verzweifeln? Und versteht er, warum er seit Wochen auf dem letzten Platz im allwöchentlichen Politiker-Ranking steht?
Er und die anderen wissen das, aber sie haben wenige Möglichkeiten, schnell Gravierendes zu verändern, behauptete der frühere SPD-Chef…“
Sollte Herr Merz tatsächlich wissen, woran seine Mitbürger verzweifeln, wären seine Optimismusreden eine noch größere Unverschämtheit als sie es so schon sind.
Ich denke, er hat null Ahnung vom Zustand Deutschlands und der Befindlichkeit der Deutschen, und seine Entourage hat die auch nicht.
Ahnung hat nur das CDU-Mitglied vor Ort, das auf dem Marktplatz die Scherben aufkehren muss, die der Parteichef und Kanzler bei seinen Auftritten hinterlässt.
Mir scheint, Merz leidet an einer Form von Autismus, die bei den „Mächtigen“ endemisch auftritt. Sie sind berauscht von ihrer vermeintlichen eigenen Bedeutung und leider oft von dummen Claqueuren oder feigen Mitläufern umgeben.
Merz lernt es nicht mehr. Früher oder später wird er scheitern. Ausbaden muß es die grau-braune Bevölkerung, nicht die bunte Vielfalt.
Kleiner Widerspruch, ich bin ein großer Freund des DISG-Modells um Persönlichkeits- und Verhaltensprofile zu erkennen. Es teilt Menschen in vier Grundtypen ein: Dominant, Initiativ, Stetig und Gewissenhaft. Jeder Mensch vereint Anteile aller vier Stile, wobei meist zwei Typen besonders ausgeprägt sind. So wie ich Merz wahrnehme, ist bei ihm nur die Dominanz extrem ausgeprägt. Die Dominanz-Dimension steht als positive Eigenschaften für Zielstrebigkeit und Ergebnisorientierung. Auf der Schattenseite können dominante Personen auf ihr Umfeld arrogant, hart und rücksichtslos wirken. Sie überfahren andere sind ungeduldig und intolerant. Sie haben wenig Verständnis für Zögern, Fehler oder emotionale Reaktionen. Sie reißen oft das Gespräch an sich, hören schlecht zu und unterbrechen andere. Da sie stets die Kontrolle behalten müssen, können sie keine Schwächen oder eigene Fehler zugeben. Zusammengefasst sind dominante Personen nicht teamfähig und oft auch als Leiter einer Gruppe ungeeignet. Ist das „Alpha-Tier“ einer Gruppe eine extrem dominante Persönlichkeit werden alle Gruppenmitglieder zum „ja-ja-Sager“ und es bleibt als Gruppenintelligenz nur der IQ des „Alpha-Tiers“, normalerweise addieren sich die IQs aller Gruppenmitglieder zur Gruppenintelligenz. Solch eine Persönlichkeit ist als „Alpha-Tier“ jedweder Gruppe vollkommen ungeeignet.
Das ist eine interessante Einschätzung, die zeigt, daß jede Münze zwei Seiten hat. Der dominante Typ kann also dank seiner Zielstrebigkeit sehr erfolgreich sein, kann aber leider auch zur Selbstüberschätzung neigen.
Zur Gruppendynamik ist mir noch das Asch-Experiment eingefallen.
Es geht nicht darum, worauf wer spekuliert, sondrrn um die Tatsache, dass dieses Land braucht.
Heute bin ich wie fünf Tage die Woche wieder mit den Öffis gefahren. Auf dem Heimweg stieg eine Familie ein. Er in T-Shirt, breitbeinig, am Handy daddelnd. Sie vollverschleiert. Sie hat sich dann in der Hitze in der Bahn den Schleier runtergemacht. 5 Konder, davon 3 Jungs, die die Mitreisenden ständig ankrähten, sie wären rechts, hätten fette Lippen (???) und würden Menschenfleisch essen. Keiner hat reagierten, aber die Augen fanden sich in stillem Einvernehmen.
Sorry für die Tippfehler 🙂