Die Grenze zwischen Russland und den baltischen Staaten ist die „verwundbarste Region der Nato“, habe ich gerade in der Welt gelesen. Und weiter: wenn sich jemand in Europa vor Putin fürchten müsse, dann besonders die Esten. Muss man sich vor Putin fürchten? Viele gerade konservative Menschen bestreiten das neuerdings vehement. in Georgien oder die Ukraine findet man möglicherweise eine ganze Menge, die zustimmen würden.

Aber nüchtern betrachtet: die Nato ist nach wie vor die gewaltigste Kriegsmaschinerie auf diesem Planeten. Andere haben bezogen auf ihre Bevölkerung mehr Soldaten oder mehr Panzer, aber so werden Kriege in der Zukunft nicht mehr entschieden. Hochtechnologie, unkonventionelle Taktik, hybride Kriegsführung – das ist die Zukunft. Und der Wille.

Eine aktuelle repräsentative Umfrage unmittelbar vor dem jüngsten Nato-Treffen mit US-Präsident Donald Trump brachte das Ergebnis: 53 Prozent der Deutschen sind demnach dagegen, im Konflikfall in einen Krieg für unsere Partnerländer im Baltikum und in Polen zu ziehen. Kann man einen Krieg führen und sogar gewinnen, wenn die eigene Bevölkerung nicht mitmachen will? Kann man in diesem Teil der Welt einen Krieg gewinnen? Oder einen Krieg überhaupt noch führen?

Ich hoffe sehr, dass sich die Bundesregierung, das Verteidigungsministerium, unsere Streitkräfte und die klugen Köpfe in den politischen Think Tanks mit diesem Problem beschäftigen. Also, als nächstes Projekt, wenn die neuen Uniformen für schwangere Soldatinnen richtig passen.

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Dieser Artikel wurde 7 mal kommentiert

  1. Tina Hansen Antworten

    Lieber Herr Kelle, nun immer schön der Reihe nach. Das Projekt „Uniformen für schwangere Soldatinnen“ ist brandneu auf der Agenda und angesichts der Massen schwangerer Soldatinnen, die in ihren privaten Umstandslatzhosen durch die Kasernen laufen müssen, nun wirklich dringlich. Die Think Tanks arbeiten verlässlich. Aber eins nach dem anderen bitte 😉

  2. colorado 07 Antworten

    Krieg ist undenkbar geworden. Das ist eben der große Unterschied: die einen, zum Beispiel die IS-Terroristen oder diktatorische Regime a la Nordkorea, sind mit einer frappierenden Selbstverständlichkeit zu kriegerischen Handlungen bereit, und die anderen können sich unter Krieg gar nichts mehr vorstellen, auch dann nicht, wenn er zur Verteidigung notwendig wäre.
    Der Pazifismus ist eine Einladung an alle, die den Krieg im Kopf haben.

  3. S v B Antworten

    Die günstigsten Voraussetzungen dafür, dass es nicht zu einem Krieg kommt, schafft man, indem man erst einmal das Zündeln einstellt.

  4. Helga Antworten

    Ein ondit:

    Die Soldatinnen sind sich nicht einig, welcher BH besser geeignet ist. Das sportliche Multi-Talent, das bereits eine Still-Klappe mit eingebaut hat oder die Sexy-Variante, damit der „Feind“ auch seine Freude hat.

    Dann ist da ja auch noch die schärfste Waffe zu erwähnen. Sexual Diversity, die die Gesellschaft abbilden soll. Eine bessere Waffe gibt es nicht. Der “ Feind“ lacht sich tot.

    Schön daran denken: Wir sind Erbschuldige! Aus dieser Erbschuld kann man noch was rauskitzeln, wenn man nur geschickte Fallen aufstellt.

    Im Übrigen bin ich der Meinung, dass wir bereits im eigenen Lande einen assymetrischen Krieg haben, gegen den wir nicht die geringsten Verteidigungsstrategien haben. Und die „Befürworter“ dieses Krieges präsentieren sich als Gutmenschen der Öffentlichkeit.

    Soldaten mit Verstand wissen ganz genau, dass mit dieser Armee unter dieser Führung kein Blumentopf zu gewinnen ist. Jetzt tragen sie auch noch den Makel des Rechtsextremismus, weil man ablenken will, dass man in Deutschland, sogar als IS-oder Taliban-Kämpfer , den Flüchtlings oder Asylantenstatus erwerben kann. Ich möchte nicht wissen, wie weit sich hier bereits eine Untergrundarmee formiert.

    Ich empfehle jedem, sich den Vortrag von Johannes Clair auf youtube anzuhören über seinen Einsatz in Afghanistan. Der Mann hat was zu sagen und macht so einen Verheizungseinsatz, wirklich nachvollziehbar. Das Klartext #1 – Video meine ich. Da Clair hervorragend vortragen kann, ist zuhören kein Opfer. Davor hatte ich mir überhaupt keine Gedanken darüber gemacht, wie so ein Einsatz real aussieht. Dass Söhne so verheizt und missbraucht werden, ohne der Landesverteidigung zu dienen, nein, das können Eltern nicht wollen. Dafür hat die „Aufzucht“ zu viel Einsatz gekostet.

    Sind wir Deutschen verteidigungswillig? Nur wenn es Sinn macht!

    • Alexander Droste Antworten

      „Sind wir Deutschen verteidigungswillig? Nur wenn es Sinn macht!“

      So würde ich es auch sehen. Allerdings habe ich so meine Zweifel, welchen Sinn es macht, Russland ständig als einen bösen Buben zu stilisieren. Mein Bild dazu ist ein ganz anderes und dazu gibt es sehr viele Indizien. Ich sehe sogar eine ständige Drohung und Provokation in Richtung Russland, was hierzulande genau gegenteilig behauptet wird. Es gibt ja Leute, die einer kriegstreiberischen Propaganda mehr glauben als den zusammengetragenen Fakten einer Friedensforschung und Friedensbewegung. Frieden zu fordern ist Gutmenschentum und Verschwörungstheorie. Dann doch besser Atombomben? Es gibt viele sehr renommierte Stimmen, die einen „dritten Weltkrieg“ für möglich halten, bei dem nuklearer Waffeneinsatz wahrscheinlich wäre. Ich will das nicht und unterstütze alles, was zu einer Verständigungsbereitschaft zwischen den Völkern, nicht nur deren Regierungen, beiträgt.

  5. Walter Lerche Antworten

    In Thüringen errichtet eine US-Firma im tiefen Steinmassiv eine Bunkerstadt für Milliardäre, in denen sie einige Jahre auf die möglichst angenehmste Art werden aushalten können, bis die Luft wieder sauber ist. Es soll dort Shopping, Sport … möglich sein, betrieben und bedient vermutlich von einigen „Einheimischen“ oder „Mitgebrachten“.
    Eine „Keller-Pflicht“ für deutsche Neubauten ist nicht undenkbar.

    Also ICH möchte nicht mein Leben und das meiner Familie für eine dekadente, im Niedergang begriffene Gesellschaft riskieren, solange nicht diejenigen an vorderster Front stehen, die diesen Krieg aus dem Hintergrund betreiben.

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