Das Strandkorb-Paradoxon: Warum die Deutschen trotz Dauerkrise im Buchungsrausch sind
Sind Sie auch unterwegs in diesen Tagen? Mit Freunden und der Familie auf Rügen, Mallorca oder am Tegernsee? Die Seele baumeln lassen, bei 35 Grad Eis essen und abends bei Gino noch drei Averna aus Sizilien bestellen?
Wir schreiben den Sommer 2026, und auf den ersten Blick wirkt Deutschland wie ein Land in tiefer Agonie.
Schlägt man die Zeitungen auf, dominieren Berichte über wirtschaftliche Stagnation, steigende Lebenshaltungskosten und – unübersehbar – es herrscht eine tief sitzende Frustration über die politische Führung im Land insgesamt und über Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Besonderen.
Und diese Unzufriedenheit ist ohne Zweifel begründet. Aktuellen Umfragen zufolge blicken fast 60 Prozent der Bürger mit Sorge auf die wirtschaftliche Entwicklung und die Handlungsfähigkeit dieser Regierung.
Doch zur Wahrheit gehört auch ein Blick auf die Flughäfen und Autobahnen Richtung Süden
Denn Deutschland befindet sich trotz allerlei Krisen erneut im kollektiven Urlaubsrausch.
Diese Sommerwochen bescheren der Reisebranche eine erstaunlich resiliente Konsumlust.
Für das gesamte Touristikjahr rechnen Analysten mit einem Rekordmarktvolumen von fast 85 Milliarden Euro, wovon allein die aktuelle Sommersaison knapp 57 Milliarden Euro verschlingt.
Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung haben konkrete Urlaubspläne oder sind bereits an ihrem Urlaubsort. Die Reisefrequenz hat damit den höchsten Stand seit mehr als 20 Jahren erreicht.
Erfreulicherweise wählen 35 Prozent der Deutschen den Urlaub im eigenen Land
Das ist nämlich wirklich schön und steigert – na klar – das Bruttosozialprodukt.
Die Küsten an Nord- und Ostsee sowie die Bergregionen in Bayern sind restlos ausgebucht. Wer es ins Ausland schafft, drängt vorzugsweise ans Mittelmeer. Spanien bleibt mit Mallorca an der Spitze der Beliebtheitsskala, dicht gefolgt von Italien und Frankreich, wo Urlauber gezielt nach Entschleunigung und kulinarischer Verlässlichkeit suchen.
Gleichzeitig erleben Flugpauschalreisen in die Türkei und nach Griechenland einen massiven Boom.
Trotz gestiegener Kosten geben die Deutschen im Schnitt mehr als 1.500 Euro pro Person für ihren Haupturlaub aus – so viel wie noch nie zuvor.
Wie passt das aber zusammen: maximale Unzufriedenheit und maximaler Konsum?
Die Bürger beklagen an der Supermarktkasse jeden Cent Preiserhöhung, schimpfen über die Belastungen durch die Energiewende und strafen die Politik in den Umfragen ab – doch sobald es um die Ferien geht, sitzt das Portemonnaie locker. Schimpfen wir Deutschen also, wie so oft kritisiert, lediglich „auf höchstem Niveau“?
Soziologen und Tourismusforscher warnen vor einer Pauschalisierung und sprechen von einer Art „Kompensationskonsum“. In Zeiten, in denen langfristige Lebensentwürfe – wie der Traum vom Eigenheim oder eine verlässliche Altersvorsorge – durch Inflation und wirtschaftspolitische Unsicherheit für viele in weite Ferne rücken, verschiebt sich die Prioritätensetzung.
Wenn das Ersparte auf der Bank ohnehin an Wert verliert und die Zukunft ungewiss scheint, investieren die Menschen ihr Geld lieber im Hier und Jetzt.
Der Jahresurlaub wird so zum unantastbaren mentalen Schutzraum
Man spart im Alltag, verzichtet unter dem Jahr auf Restaurantbesuche oder neue Kleidung, um sich gleichzeitig die zwei Wochen Auszeit im Sommer nicht nehmen zu lassen.
Doch der kollektive Milliarden-Umsatz verschleiert auch eine tiefe gesellschaftliche Spaltung in Deutschland
Die Rekordsummen der Reisebranche werden vor allem von der oberen Einkommenshälfte getragen, die trotz der Krise über genügend finanzielle Polster verfügt und teilweise sogar zwei- oder dreimal im Jahr verreist.
Am anderen Ende der Skala sieht die Realität eher bitter aus: Fast ein Viertel der Deutschen kann sich statistisch gesehen nicht einmal eine einwöchige Urlaubsreise leisten.
Die statistische (und reale) Reiselust der Deutschen ist kein Gegenbeweis für eine existierende Krise. Sie ist eher ein Symptom dieser Krise.
Das kollektive Verreisen scheint eher so etwas wie eine kurze Flucht aus der Realität zu sein, die als überfordernd, teuer und politisch instabil wahrgenommen wird.
Für wenige Wochen im Jahr tauschen Millionen Bürger die Sorgen über die nächste Nebenkostenabrechnung und den Frust über die Bundespolitik gegen Sonne, Strand – vielleicht ein Stückchen altgewohnter Normalität.
Wenn dann der Herbst kommt und die Koffer wieder ausgepackt sind, wird die politische und wirtschaftliche Realität die Urlauber dann wieder einholen – und im September gehen die Wähler dann braungebrannt in die Wahllokale in Sachsen-Anhalt, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.



Mal aus metaphysischer laienhafter Sicht betrachtet: Der „moderne“ Mensch lebt größtenteils nur noch im Hier und Jetzt. Alles was die greifbare und sichtbare Welt überschreitet ist ihm völlig fremd. Sinn des Lebens? Keine Ahnung. Es ist somit folgerichtig, dass er den „Tag pflückt“ und so fährt er massenhaft in Urlaub, steht stundenlang im Stau oder wartet geduldig in den Flughäfen auf Abfertigung. Ich persönlich habe das nie verstanden und auch nie praktiziert. Wenn der Urlaub zum Sinn des Lebens wird und der nur 3 Wochen existiert…bitte schön. Knete scheinen die Urlaubs-Sinnsucher dann ja noch zu haben.
„Alles was die greifbare und sichtbare Welt überschreitet ist ihm völlig fremd.“
Da sprechen Sie etwas sehr Wahres an! Ich kann Ihnen nur vollumfänglich zustimmen. Ich kenne es aus dem eigenen Umfeld. Da waren Urlaub, Fernreisen und vieles andere wichtiger.
Man sieht es auch an der Rentendiskussion. Dass wir auf ein demographisches Problem zusteuern, weil die Boomer viel weniger Kinder in die Welt gesetzt haben als ihre Eltern, ist seit 30-40 Jahren absehbar. Politisch aber auch faktisch für jeden und jede auf ihrem jährlichen Rentenbescheid. Seit jeher wird dringend empfohlen, privat vorzusorgen. Und sei es nur mit 50 Euro im Monat.
Wie viele haben es getan, an die fernere Zukunft gedacht als an den nächsten Urlaub? Auch schmerzhafte Reformen, die andere Länder vor 20-30 Jahren eingeleitet haben, wurden abgelehnt.
Und jetzt, wo man genau das bekommt, was einem stets vorhergesagt und persönlich mitgeteilt wurde, ist das Empören groß. Und die anderen sollen es richten. Notfalls die jüngere Generation.
„Wie passt das aber zusammen: maximale Unzufriedenheit und maximaler Konsum?“ Sie geben sich doch selber die Antwort: „Das kollektive Verreisen scheint eher so etwas wie eine kurze Flucht aus der Realität zu sein, die als überfordernd, teuer und politisch instabil wahrgenommen wird.“
(Z.B. DeutschlandTrend Juli) 86 Prozent der Befragten sind weniger bis gar nicht mit der Bundesregierung zufrieden. Die meisten abgefragten Politiker(innen) haben im Politikerranking schlechte, um nicht zu sagen grottige Zustimmungswerte. 78 Prozent der Bürger machen sich Sorgen um den Wirtschaftsstandort Deutschland, 66 Prozent um den Klimawandel, 23 Prozent um ihren Arbeitsplatz, 51 Prozent, „dass zu viele Fremde nach Deutschland kommen“. Gut, es gibt auch die unbekümmerte vermutlich eher links angesiedelte Fraktion, diejenigen, denen die Migration keine bis wenig Sorgen macht (immerhin 45 %), die die Bundesregierung ok finden (13 %).
Grundsätzlich aber müsste ein beträchtlicher Teil der Bundesbürger wegen Depressionen und Ängsten (merke: keinen eingebildeten, sondern solchen mit realem Bezug) beim Psychologen vorstellig werden. Oder eben nach dem Prinzip Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen VERDRÄNGEN, in die PRIVATHEIT FLIEHEN (Stichwort innere Emigration). Die über die Zeit zum Teil erstaunlich stabilen Ergebnisse der Sonntagsfrage sagen ja nichts darüber aus, ob die geäußerte Wahlpräferenz die Überzeugung und Begeisterung für eine Partei zum Ausdruck bringt oder eher „Mir fällt nichts Besseres ein / habe ich als Stammwähler schon immer gewählt“ aussagt. Ich nehme mal an, die Grünen- und Linken-Wähler haben eher positive Motivationen, solidarisieren sich mit den Hauptzielen der Oppositionsparteien (AfD-Wähler tendenziell auch), bei Unions- und SPD-Sympathisanten wäre ich weniger sicher. Selbst wenn (knapp) die Hälfte und mehr der jeweiligen Teilgruppe mit Dobrindt/Merz/Wadephul bzw. Pistorius/Klingbeil/Bas auf Nachfrage Zufriedenheit äußert. 45 Prozent der SPD-Wähler sind (überraschender Weise?) mit Bärbel Bas einverstanden (alle Befragten: 18 %). Was immer noch heißt, dass große Teil der jeweiligen Anhängerschaft die abgefragten Vertreter „ihrer“ Partei nicht so überzeugend finden. Die Wähler sind demnach bereit, einer Partei seine Stimme zu geben, deren Hauptrepräsentanten sie nicht gut finden. Für eine solche Zweiteilung muss man schon ein klein bisschen schizophren sein.
Also: Größere Teile der Bevölkerung sind innerlich wahrscheinlich politisch zerrissen und unglücklich über gesamtgesellschaftliche Entwicklungen. So viel Frust hält man eben nur aus, wenn man kompensiert und innerlich die Flucht ergreift beim Erdbeereis auf Mallorca (wenn man sich das leisten kann). Fragt sich nur, wie eine lebendige Demokratie funktionieren soll, wenn sich viele Enttäuschte wegducken und evtl. klammheimlich psychisch leiden.
Ich muss gestehen, dass die erste Hälfte dieses Artikels gelesen habe ist mein Blutdruck etwas angestiegen – ab dann wurde es sehr, sehr viel besser.
Ich mache faktisch keinen teuren Urlaub weil ich das möchte. Ich mache Urlaub, weil ich es brauche. Es ist eine (leider vorrübergehende) Flucht aus diesem Land, diesem Leben, diesem Alltag, der zwischenzeitig nur schwer zu ertragen ist. Für mein mentales Wohlbefinden sind diese paar wenigen Tage im Jahr so wichtig, wie Öl für einen Motor.
Problematisch wird dabei jedoch die Preispolitik der „Urlaubsländer“. Konnten meine Eltern noch für wenige DM Urlaub in Jugoslavien machen, ist im heutigen Kroatien der Supermarktbesuch teurer, als in Deutschland. Der Norden scheidet quasi komplett aus, da ein Deutscher Arbeitnehmer sich in Norwegen, Schweden, Finnland, Island oder Dänemark nur trocken Brot leisten kann, ohne anschließend einen Insolvenzantrag in der Heimat ausfüllen zu müssen. Leisten kann ich mir maximal 2 Wochen im Sommer oder Winter, keinesfalls beides.
(Glücklich ist der Schweizer und der Norweger, der überall auf der Welt „Low Budget Urlaub“ macht.)
Ich gehöre faktisch zu oberen Mittelschicht, fühle mich bei der Urlaubsbuchung jedoch zwischenzeitig wie ein Sozialhilfeempfänger. Selbst Mallorca, Ägypten oder die Türkei schlagen bei einer Familie mit zwei Kindern in der Ferienzeit mit mindestens 3.000 € zu Buche – zzgl. der Aktivitäten vor Ort.
Die Frage „wer kann sich denn das noch leisten“ kommt mir dabei zwangsläufig in den Sinn. Gleichzeitig sehe ich, wie quasi jeder, der bei uns im Ort im Neubaugebiet ein Einfamilienhaus gebaut hat, noch im Jahr der Fertigstellung einen Neuwagen anschafft, die Lanschaftsbaufirma Rollrasen verlegt und wie selbstverständlich in den Sommer- und Winterurlaub gefahren wird.
Ich komme auf diese Art zu Leben nicht klar. Ich verstehe nicht, warum der Verzicht mitlerweile selbst nach dem Hausbau nichtmehr zu existieren scheint.
Gleichzeitig treibt diese „von der Hand zum Mund“ (oder Kredit-) Mentalität die Preise überall ins Unermessliche….
Blickt man nun weiter und spannt den großen Bogen, dann macht es jedoch Sinn, sein Erspartes direkt zu verleben bzw. keines zu haben. In unserem Land ist nämlich derjeinig, der vorgesorgt hat, immer der Idiot.
Muss Mutti ins Altenheim und Kinder haben Geld, holt sich die Pflegekasse das Geld von den Kindern. Haben diese jedoch jedes Jahr schöne Urlaub gemacht und dafür gesorgt, dass keine Kohle da ist – zahlt der Staat. Gleiches gilt bei plötzlicher Arbeitslosigkeit oder Pflegebedürftigkeit eines Arbeitnehmers.
Und genau in diesem System der „Belohnung der Nichtleister und Kreditfinanzierer“ liegt der Hund begraben. Die Menschen flüchten nicht nur vor dem stressigen Alltag und dem kaputten System, sondern sie schaffen damit auch das Geld aus dem Weg, dass sich andernfalls der kaputte Staat zurückholen würde. Urlaub kann einem nunmal kein Staat mehr nehmen…
Meine und die folgenden Generationen empfinden in diesem Zusammenhang meiner Meinung nach zu Recht einen gewissen „Unmut“ gegenüber der vorherigen Generationen. Man hat gelebt wie die Maden im Speck und einfach nicht an Morgen gedacht. Die Altersvorsoge ist hierfür das Beste aller Beispiele. Nach dem Krieg gab es realtiv wenige alte Menschen – das wäre die Chance gewesen, jeden für sich selbst vorsorgen zu lassen und die paar Euro vorsoge für die eigenen Alten zuszätlich zu bezahlen -> Stattdessen ist man den einfachen und billigen Weg gegangen und hat viele Einzahler für wenige Alte bezahlen lassen.
Es war absehbar, dass dieses System kippen würde, trotzdem war niemand gewillt, für die nachfolgenden Generationen ebenfalls vorzusorgen. Das Ergebnis ist nun, dass wir wenigen Nettozahler für eine Flut von Emfpängern aufkommen solle und gleichzeitig für uns vorsorgen müssen. Diese Vorsorge für die eigene Zukunft ist jedoch schwierig bis unmöglich, weil der Staat sich das gesamte Ersparte sofort greift, wenn ein Sozialfall im Familienkreis eintritt.
Ich kann mir an dieser Stelle nicht verkneifen zu sagen, dass Deutschlands wirtschaftswunder und die gesamten goldenen Jahre danach auf Pump finanziert waren und wir nun diejenigen sind, die doppelt und dreifach deswegen belastet werden. Man hat uns unsere Zukunft „geraubt“ und lässt uns jetzt die Zeche dafür zahlen. Darauf habe ich, und viele Andere jedoch ehrlich gesagt so garkeine Lust mehr…
wir schweifen ab… aber SOWAS kommt nunmal von SOWAS!
Das sind lauter Kurzzeit-Auswanderungen. Es ist ja kaum noch auszuhalten, bei all den verwirrenden Nachrichten.
Da fordert die AfD unter bestimmten Umständen bei „Doppelpässlern“ den Entzug der deutschen Staatsbürgererschaft, falls diese schwerste Straftaten begehen und landet dafür im Verfassungsschutzbericht.
Der Kanzler forderte heute exakt dasselbe.
Ergo werden die Schwefelbuben doch nun rehabilitiert oder landet die Union gleichfalls im Bericht des VS?
@ Johannes
Die AfD wird nicht wegen ihrer Forderung nach Entzug der doppelten Staatsbürgerschaft vom Verfassungsschutz beobachtet. Die damalige Aufregung war eine rein mediale, denn das Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG) sieht unter bestimmten Bedingungen bereits den nachträglichen Entzug der doppelten Staatsbürgerschaft vor.
Im Kontext von Abdul Ballout ist diese Diskussion aber eine Nebelkerze. Ballout ist kein „Kind“ der Flüchtlingskrise von 2015, die für viele ja die Urmutter aller Probleme darstellt. Ballout wurde 2005 in Deutschland geboren, als Sohn libanesischer Eltern. Ein Entzug der deutschen Staatsbürgerschaft wäre bei jemandem wie ihm also gar nicht möglich, auch weil er wohl nur eine, die deutsche Staatsbürgerschaft hat.
Überhaupt ist die Diskussion um Entzug der doppelten Staatsbürgerschaft reine PR. Meines Wissen nach besaß kein einziger der bekannten islamistischen Attentäter der Terroranschläge der jüngeren Vergangenheit in Deutschland die doppelte Staatsbürgerschaft. Und selbst wenn: Sie könnte erst nach erfolgter Tat erfolgen. Zu spät!
Was präventiv helfen könnte, wird aktuell nicht thematisiert, weil es eine unbequeme Botschaft wäre.
Für uns alle.
@Harald
Nebelkerzen ist das Stichwort dieses Beitrags. Was kann den präventiv helfen und warum wäre das „für uns alle“ eine unbequeme Botschaft?
Ich für meinen Teil habe eine Antwort auf diese Frage. Allerdings ist das für mich keine unbequeme Botschaft. Im Gegenteil: Die Thematisierung der Probleme dieses Landes würde mich absolut Glücklich machen und die Lösung ist so überhaupt nicht schwer:
• Schließung aller Europäischen Außengrenzen.
• Verteidigung der Grenzen und Bekämpfung des Schleppertums im Mittelmeer.
• Rückführung aller Personen, die nicht legal nach Deutschland oder in die EU eingereist sind.
• Sofortige Einstellung aller Zahlungen an ausreisepflichtige Menschen.
• Sofortige Einstellung aller Zahlungen an diejenigen Länder, die sich weigern ihre Staatsbürger zurückzunehmen.
• Massive Verschärfung des Deutschen Strafrechts und konsequente Verfolgung aller Straftaten und Ordnungswidrigkeiten.
• sofortiger Entzug der deutschen Staatsbürgerschaft oder des Aufenthaltstitels bei jeder Straffälligkeit.
• Abschaffung der Zahlungen von Kindergeld ins Ausland.
• Herunterschrauben aller Sozialleistungen auf das absolute Existenzminnimum für Personen, die EIGENVERSCHULDET nie in das System eingezahlt haben.
• Abschaffung der Familienzusammenführung in Europa. Diese kann in der Heimat stattfinden.
• Pflichtarbeit für Langzeitarbeitslose und Asylbewerber.
• Sanktionen für ausnahmslos jeden Verstoß bei Leistungsempfängern.
• Gesteuerte Migration nach Fachkräftebedarf mit Auflagen zur 100 %igen Selbstversorgung nach spätestens 3 Jahren im Land.
• Abschaffung aller Quotenregelungen.
• Sozialer Wohnungsbau für Bedürftige – keine Konkurrenz durch den Staat auf dem freien Mietmarkt.
• Einstellung aller Zahlungen an NGO’s
So viele einfache Antworten – die mit Sicherheit nicht für alle Unbequem sind, sondern jedem ehemaligen, derzeitigen und künftigen Leistungsträger in dieser Gesellschaft engegenkommen würden.
Unbequem ist das nur für die faulen Eier im Karton, die plötzlich feststellen, dass für selbige einfach niemand ein Herz hat.
@Martin
Vollste Zustimmung- danke!
@ Martin Ludwig
Mal abgesehen davon, dass einiges von dem bereits umgesetzt wird, hätte KEINER der von Ihnen genannten Punkte den Anschlag auf den CSD verhindert, weil keiner auf den Täter zuträfe.
Die unbequemen Botschaften? Mit noch unbequemeren Fragen? Gerne.
Wie mit Gefährdern umgehen? In Deutschland gibt es über 500. Die meisten von ihnen Islamisten, darunter auch Konvertiten mit deutschen Wurzeln. Viele sind in präventivem Gewahrsam. Bei weitem nicht alle. Mit Abstand folgen rechte Gefährder, wieder mit Abstand linke. Halten wir es aus, alle Gefährder, Islamisten, Rechte wie Linke in Gewahrsam zu nehmen? Und für wie lange? Ein paar Tage? Es folgen noch viele CSDs, und in paar Monaten wieder Weihnachtsmärkte. Also dauerhaft wegschließen, für immer, vorsorglich? Wollen wir Gesetze, die dies ermöglichten? Gegenüber allen Gefährdern? Hielten wir das aus?
Also dann doch 24/7 Überwachung? Pro Gefährder braucht es bis zu 30 Beamte, 15.000 für 500 Gefährder. Wie soll das gehen? Man hat es versucht mit Ballout. Vergeblich.
Daneben gibt es noch gewaltbereite Extremisten, wieder Islamisten, dicht gefolgt von Rechten, Linken und anderen. Damit werden aus 500 mehrere Zehntausend. Die Grenzen zu Gefährdern sind fließend und deswegen müssen auch sie eng überwacht werden. Sind wir alle bereit, hier unseren Beitrag zu leisten? Fishing und die Radikalisierung finden längst nicht mehr in Moscheen oder Wehrsportgruppen statt sondern im Netz.
Dort wird Ballouts Tat aktuell gefeiert. Von Islamisten. Oft verbunden mit Bedauern, dass es nicht noch mehr Opfer gab. Aber nicht nur dort. Auf dem führenden „liberal-konservativen Meinungsmagazin“ bekommt man erschreckende „Einblicke“. In dessen moderierten Blog werden Beiträge freigeschaltet, dass Deutschland mit solch perversen „Freakshows“ eh nicht ihr Deutschland sei, bis hin zu „Endlich hat es mal die Richtigen getroffen“. Von einem User, der sich „Ein Mensch“ nennt. 6 kritischen Kommentaren stehen 30 Daumen hoch gegenüber.
Ich räume ein: Ich habe keine einfachen Lösungen. Nur solche, die auch mich tangierten. Stichwort Chatkontrolle sowie Illegales online zu verbieten das auch offline, im Realen, schon immer illegal war und verboten ist.
@Harald:
Ja, wir haben über 500 Gefährder in Deutschland und davon sind, wie treffend bemerkt, nahezu alle Islamisten.
Vor deren „Ankunft“ gab es diese Probleme in unserem Land nicht. Es gab kein Merkellego auf Weihnachtsmärkten, keine Securitys in Freibädern und keinen Aufruf zur „Armlänge Abstand“.
Was du beschreibst sind letztlich alles Symptome und Spätfolgen einer verfehlten Einwanderungspolitik. Insofern gehe ich auch nicht mit bei der Aussage, dass mit meinen Aussagen der Anschlag am CSD auch nicht verhindert worden wäre:
Fakt ist nämlich, wäre meine vorgeschlagenen Maßnahmen bereits seit 10 Jahren umgesetzt worden, dann hätten wir in Deutschland keine islamistischen Gefährder die sich mehr und mehr radikalisieren. Wir hätten nämlich keinen erwähnenswerten Islamismus in Deutschland. Wir hätten keine Moscheen, kein DITIB und keine Islamverbände.
Daraus resultierend hätten wir übrigens auch kein Problem mit Faschismus und keine oder keine erwähnenswerten gewaltbereiten Rechten im Land (bestenfalls der NSU, bei dem jedoch bis heute sehr vieles im Unklaren ist und der seit 2007 nichtmehr existiert).
Ich glaube übrigens auch heute noch nicht die Mär von der Gefahr von Rechts. Ich kann mich genau genommen an keine wirkliche Rechte Terrorgruppe in diesem Land erinnern, seit Niedergang des Deutschen Reichs.
Die Statistik sieht nur deshalb anders aus, weil beispielsweise Judenfeindliche Straftaten als „rechts“ verbucht werden, gleichwohl der Judenhass mitlerweile in nahezu allen Fällen von Muslimen und Linken ausgeht. (Stichwort „Pro Palästina Demonstrationen“)
Woran ich mich jedoch sehr, sehr gut erinnern kann, sind Terrorangriffe von Links:
• beginnend mit der RAF
• über die Verwandlung von Hamburg in ein Schlachtfeld
• bis hin zur Antifa mit Hammerbande, Rote Flora und Angriffen auf die deutsche Infrastruktur
• ergänzend würde ich Klimahüpfer, Straßensperren, „Hambi bleibt“, Letzte Generation, 1. Mai Demos etc. hinzu nehmen.
Wer mir in Anbetracht dieser Menge an „Aktivisten“ aus der Linken Szene heute noch erzählen will, dass die „Größte Gefahr“ von Rechts kommt, der hat einfach jeden Bezug zur Realität verloren.
Auf die Frage mit dem Umgang mit Gefährdern gibt es deswegen nicht die Eine, richtige Antwort. Es muss ein Paket aus Maßnahmen geben, die für die Zukunft weitere Radikalisierung massiv erschwert.
Ein Baustein dieser Maßnahme muss sein, Islamisten auch dann abzuschieben, wenn diese in Deutschland geboren wurden und eine deutsche Staatsangehörigkeit haben.
Diese Menschen sind nicht hier sozialisiert, sondern laufen den Zielen und Idealen von Ländern wie Syrien oder dem Irak hinterher. Ich sehe also keinen Grund, weshalb man sie nicht dort hinbringen sollte.
Jeder Versuch die Europäische Grenze nochmals zu überschreiten, muss anschließend zur sofortigen, langjährigen Inhaftierung führen. Eine Insel nach dem Vorbild von Guantanamo Bay hätte eine deutliche Signalwirkung, für diese Straftäter.
@ Martin Ludwig
Sie müssen schon sehr viel ausblenden um zu solch einer Ansicht zu kommen.
Die älteste und heute noch betriebene Moschee steht in Berlin Wilmersdorf und das seit bald 100 Jahren!
Die zentralen Köpfe und Piloten der Anschläge vom 11. September 2001 lebten, studierten und radikalisierten sich über mehrere Jahre in Hamburg („Hamburger Terrorzelle“).
Die „Sauerland-Gruppe“ wurde 2007 durch Sicherheitskräfte hochgenommen. Sie planten großflächige Autobombenanschläge in Deutschland. Unter ihnen: zwei deutschstämmige Konvertiten. Einer von ihnen gilt als Kopf der Gruppe.
Das Initialzündung für das Erstarken des globalen radikalen Islamismus geht übrigens auf das 1979 zurück (Islamische Revolution im Iran und der sowjetische Einmarsch in Afghanistan).
Und nochmal: Wohin wollen Sie islamistische Gefährder abschieben, wenn sie hier geboren, gar deutschstämmig sind, und die nur eine Staatsbürgerschaft haben, nämlich die Deutsche?
Und dass Sie keine rechte Gewalt „seit Niedergang des Deutschen Reichs“ in Deutschland sehen, zeigt, dass Sie wirklich blind auf dem rechten Auge sind.
Offiziell fielen 117 Menschen dem rechten Terror zum Opfer, angefangen bei dem Brandanschlag auf ein jüdisches Altenheim in München 1970, wieder in München das Oktoberfestattentat von 1980 (Wehrsportgruppe Hoffmann, 13 Tote), die Brandanschläge von Mölln und Solingen (8 Tote), die NSU-Mordserie (10 Tote), 2016 der Anschlag am Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) in München (9 Tote), der Mord an Walter Lübke 2019, der Anschlag in Halle auch 2019 (2 Tote) und der Anschlag in Hanau mit 9 Toten (2019).
Das sind nur einige. Nicht mitgezählt die Brandanschläge auf Asylbewerberheime in den 1990ern (Rostock-Lichtenhagen, Hoyerswerda), bei denen es wie durch ein Wunder Gott sei Dank keine Todesopfer gab.
Ich fürchte, es sind Sie, der einfach jeden Bezug zur Realität verloren hat.
@Harald,
„Das Initialzündung für das Erstarken des globalen radikalen Islamismus geht übrigens auf das 1979 zurück (Islamische Revolution im Iran und der sowjetische Einmarsch in Afghanistan).“
Das waren sicher entscheidende Faktoren, aber der Beginn liegt meiner Ansicht nach deutlich früher, nämlich im Jahr 1928 als Hasan al-Banna den Vorläufer der Muslimbruderschaft gründete. Eigentlich ging es dabei um „moralische Erneuerung“, karitative Arbeit und den Widerstand gegen den britischen Kolonialismus.
Der Begriff des Dschihad tauchte zwar früh in ihren Leitsätzen auf, war damals jedoch primär auf den anti-kolonialen Befreiungskampf und die islamische Gesellschaftsreform ausgerichtet, nicht auf einen globalen Terrorismus.
Spätere Vordenker wie Sayyid Qutb radikalisierten die Ideologie in den 1950er- und 1960er-Jahren dann stark und erklärten bestehende muslimische Gesellschaften für unislamisch. Die Bruderschaft breitete sich danach weltweit aus und diente späteren Gruppen (wie der Hamas) als Vorbild. Während ein Großteil der Bruderschaft langfristig auf gesellschaftliche Unterwanderung und den legalistischen Weg setzt, spalteten sich daraus immer wieder gewaltbereite Strömungen ab.
Meiner Ansicht nach ist das Standardwerk zu dem ganzen Themenkomplex das Buch „The Looming Tower“ von Lawrence Wright, der dafür 2007 mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde.
In Deutschland erschien es unter dem Titel „Der Tod wird euch finden: Al-Qaida und der Weg zum 11. September“ – ein Meisterwerk, ich habe es zweimal gelesen. Es ist atemberaubend, mit wie viel Detailtreue Wrigt die Geschichte von dem jungen ägyptischen Arzt Aiman al-Sawahiri aus dem Jahr 1948 aufschreibt, der mit großen Hoffnungen nach Amerika reiste und von der realen konsumoritentierten und oft oberflächlichen Lebensweise dort dermaßen abgestoßen wurde, dass er sich total ins Gegenteil radikalisierte…
@ Klaus Kelle
Vielen Dank für den Buchtipp. Den werde ich mir vormerken (Amazon-Wunschliste 👉).
Um auf den Punkt zurückzukommen: Was tun, heute? Ich will mir jetzt nicht auf die Schulter klopfen, tue es aber trotzdem, denn das, was ich weiter oben als Antwort auf…
@Martin Ludwig
darlegte wurde gestern bei Sarah Tackes erster Folge ihres neuen Sommerloch-Talkformats diskutiert – und bestätigt. Nämlich, dass das Problem längst integraler Bestandteil unserer Gesellschaft ist, weil wir es zulassen („Das gesellschaftliche Schweigen ist inzwischen zum Bodyguard der Täter geworden.“, Düzen Tekkal in Bezug auf Islamisten und die Angst, sonst als Rassisten gebrandmarkt zu werden) und dass soziale Medien mittlerweile der Hauptkanal für Ausloten, Anwerben und Radikalisierung von Extremisten sind, Islamisten aber auch Rechtsextreme (Ahmad Mansour). Und Takkal und Mansour sind ja wohl gänzlich unverdächtig, links-bunte und Weltoffenheitspropaganda zu betreiben. Im Gegenteil.
Als Ergänzung dazu legte NRW-Innenminister Herbert Reul dar, wo die Grenzen der Sicherheitsbehörden und des Staates sind. Gerade in Bezug auf die Radikalisierung im Netz und Planung von Anschlägen stellte er die unbequeme Frage: Wie dem Herr werden, ohne zum Überwachungsstaat zu werden?
Ich räume ein: Sarah Tackes Format verdient mehr als ein Sommerloch-Lückenfüller zu bleiben. Solche Diskussionen wünsche ich mir, die die Finger in die offenen Wunden legen, ruhig und sachlich, und sich vor sehr unbequemen Wahrheiten und Fragen – an uns alle – nicht scheut.
Plakative Forderungen, die die Schuld nur im Außen suchen und völlig am Ziel vorbei gehen, braucht keiner.
Da kann man viel hineininterpretieren. Oder auch wenig.
Die Deutschen waren schon immer Reiseweltmeister. In guten wie in schlechteren Zeiten. Und schon immer gab es große soziale Unterschiede. Die einen, die 2-3 Fernreisen pro Jahr machten oder mal schnell zum shoppen nach New York jetteten und andere, denen auf Grund knapper Kasse nur für eine Woche in heimischen Mittelgebirgen ausstiegen.
Corona hat hier etwas verändert. Selbst Gutbetuchte entdeckten das Schöne im Nahen. Landauf, landab schossen Luxusressorts aus dem Boden. Selbst das gute alte Camping blieb nicht unverschont. Auf ein neues Wohnmobil, selten unter 80.000€ zu haben, muss man teilweise ein Jahr warten. Und Campingplätze sind in der Hochsaison oder über längere Wochenenden lange im Voraus ausgebucht.
Urlaub – das war schon immer Aussteigen aus dem Alltagstrott. Nur eines passt nicht: Wenn angeblich hierzulande alles so schlecht ist, wieso bevorzugen dann auch 5 Jahre nach Corona noch so viele Urlaub in heimischen Gefilden? Am Preis kann es nicht liegen. Billiger als eine Pauschalreise ans Mittelmeer ist das schon lange nicht mehr. Eher im Gegenteil.
Ich habe vor ein paar Tagen in einem Aufsatz von Ralf Schuler die mir bisher unbekannte Vokabel: „ausempört“ gelernt. Die Google KI erklärt dazu: „ausempört“ bedeutet umgangssprachlich, dass jemand mit dem Schimpfen, Aufregen oder der Empörung fertig ist, weil alles dazu gesagt wurde oder die Energie dafür erschöpft ist. Ich glaube, das beschriebene Strandkorb-Paradox ist auch eine Ausprägung des „ausempört“ seins. Die Menschen sind ausempört und flüchten in den vertrauten Sommerurlaub, weil sie mit dem Schimpfen, Aufregen oder der Empörung fertig sind. Hinzu kommen die Punkte Stadtbild und Sicherheit. In vielen Urlaubsregionen haben wir ein vertrautes Stadtbild, und der Reiseboom kann auch eine Flucht vor dem veränderten Stadtbild in der BRD sein. Die Sicherheit spielt wahrscheinlich auch eine gravierende Rolle. Wenn ich mit meiner Frau und Hund in unserem Sommerdomizil in Kroatien vor dem Abendspaziergang alle Türen und Fenster gewohnheitsmäßig schließe fühlen wir uns unwohl, weil wir wissen, es ist eigentlich nicht notwendig. Wenn vor unserem Haus in der BRD ein sogenannter „junger Mann“ parkt und in seinem Auto eine halbstündige Pause einlegt fühlen wir uns unwohl und prüfen, ob alle Fenster zur Straße und das Garagentor geschlossen sind.
Mit einem Augenzwinkern…
Wenn man bedenkt, dass die private Zuzahlung zu einem Platz in einem bayerischen Durchschnitts-Seniorenheim schon jetzt um die 3.500 Euro beträgt (Tendenz weiter steigend!), kommt manch ein Urlaubsreise-interessent vielleicht doch mal ins Grübeln, ob er, unter Verzicht auf 30 bescheidene Heimtage gen Ende seines Lebens sich nicht noch einen Urlaubsflug in der Business Class gönnen sollte. Wäre es doch unvergleichlich angenehmer, wenn man sich nach einem leckeren Dinner zur Guten Nacht in die Horizontale begeben könnte. Und für die superbequeme Hin- und Rückreise eben auf einen weiteren Monat bescheidener Lebensqualität gen Ende seiner Tage verzichten würde. Schließlich hat alles im Leben seinen Preis. Und falls doch noch alle Stricke reißen sollten, gäbe es schließlich noch das Sozialamt… ;.)
Ganz Deutschland im Urlaubsreisefieber bzw. im Nix-wie-weg-Modus. Ich kann’s so gut versteh’n. Das Lebens-, ja Lebendigkeitsgefühl von vierzehn unbeschwerten, fröhlichen Tagen in Wo-auch-immer müssen wohl den meisten Menschen reichen, um wenigstens einigermaßen gegen die tägliche Routine eines langen Restjahres zu halten.Der Nachhall des letzten, und ab Jahresmitte etwa wieder die Vorfreude auf den nächsten Urlaub dürfte weit mehr Menschen Kraft für den ihren Alltag verleihen und gegen die Strapazen des Restjahres anstrahlen als man vielleicht annehmen könnte. – Auch der eine oder andere von uns dürfte noch lebhafte Kindheitserinnerungen von herrlichen Ferientagen an schönen Stränden von Nord- und Ostsee hegen. Längst haben Wind und Wasser unsere Spuren im Sand verwischt. Aber die Erinnerung an bunte Delial-Fähnchen (oder auch an blauweiße von Nivea) auf stolzen, uneinnehmbaren Sandburgen dürfte in der Erinnerung ihrer ehrgeizigen jungen Baumeister wohl für immer weiterleben… Es lebe die Urlaubsreise!
Uns zieht es seit Jahren an die Ostsee. Ferienwohnung, überwiegend Selbstversorgung. Essen gehen nur jeden 3. Tag. Nur 1 Getränk zum Essen. Wäschepaket bringen wir selbst mit. Bei der letzten Nordseeerfahrung in Niedersachsen wurden pro Person 30 € verrechnet für Bettwäsche und 2 Handtücher. Das Bett mußte selbst bezogen werden. Reinigungspauschale 100 €, wobei ein Hinweis in der Wohnung hing, daß 50 € nachberechnet werden, falls die Wohnung nicht besenrein hinterlassen wird. Wenn ich die Betten selbst beziehen muß bei mehr als 100 € Tagesmiete, dann finde ich das ziemlich heftig.
Selbst auf Booking.com liest man jüngst immer häufiger „Bettwäsche“ inkludiert. Selbst bei Hotels, bzw. Gasthäusern. Als ich dies zum ersten Mal las, traute ich meinen Augen nicht. – Überall scheint man herausholen zu wollen, was noch irgendwie herauszuholen ist. Gelungen auch, wenn man für Sitze im Flugzeug immer häufiger zahlen muss. Offiziell wird es als Reservierungsgebühr bezeichnet, aber ohne Sitz soll wohl keiner reisen. Werde einer Airline demnächst mal anbieten, während des Fluges vor der Toilettentür stehen zu bleiben, der Kabinenbesatzung in der Galley zur Hand zu gehen oder mich irgendwo am Boden zu verkrümeln. Entweder werden die Unternehmen immer gieriger, oder das Wasser, bzw. die Luft, steht ihnen bis zum Halse. Ich vermute fast Letzteres. Das sich immer mehr verbreitende Geschacher widerwärtig. So gar nicht mitteleuropäisch, das Ganze. Ein Angebot soll preiswert, gar billig, klingen, aber die unvermeidbaren Zusatzkosten folgen auf dem Fuße. Condor Airlines ist hierin übrigens unschlagbar. – Nach der abendlichen Feier eines runden Geburtstags in den Räumlichkeiten eines Feinschmecker-Restaurants, die ein von mir engagierter Zauberer recht gekonnt bereicherte, blieben vielleicht zwei, drei Handvoll sauberer und trockener Konfetti-Fitzeln am Boden verstreut zurück. Das Aufsaugen der von dem guten Mann in seiner Show „versprühten“ Papierteilchen wurde mir am nächsten Tag doch tatsächlich als Extra-Posten auf der Rechnung präsentiert. Und dies angesichts eines deutlich gehobenen Budgets für Speis und Trank. Unglaublich. Versteht sich wohl von selbst, dass ich besagtes Lokal nie wieder betreten habe.