Eine Woche Krieg in der Ukraine: Ein geschundenes Land, Sanktionen und die Nato ist zurück

Die 156 Meter lange Jacht „Dilbar“ des russischen Oligarchen Alischer Usmanow liegt für Reparatur- und Wartungsarbeiten in einem Dock der Werft Blohm + Voss in Hamburg. Medien berichteten, das 600-Millionen-Dollar teure Schiff sei von den Behörden in Hamburg im Rahmen der europaweiten Sanktionen gegen russische Superreiche beschlagnahmt worden. Aber das ist nicht so, denn der Hamburger Senat kann das gar nicht entscheiden. Zuständig sind das Bundeswirtschaftsministerium in Berlin und die Generalzolldirektion in Bonn.

Usmanows Yacht liegt also erstmal da herum, und dass der Mann als beinharter Unterstützer des russischen Präsidenten Wladimir Putin gilt, macht die Sache in diesen Zeiten auch für ihn nicht besser.

Der Krieg, den Putin in der Ukraine angezettelt hat, beschäftigt zunehmend auch das benachbarte Europa und damit Deutschland, die 14 osteuropäischen Nato-Mitgliedsländer ebenso wie die 16 angestammten westlichen Nato-Staaten. Und die ganze Welt ist empört über das zunehmend irrationale Vorgehen Russlands.

Nie wurde das so deutlich wie gestern in der Vollversammlung der Vereinten Nationen. 141 der 193 Mitgliedsstaaten stimmten der Resolution zu, mit der Russland zur sofortigen Einstellung der Kampfhandlungen gegen die Ukraine aufgefordert wurde, 35 Mitgliedsländer enthielten sich und ganze fünf auf diesem Planeten stimmten gegen die Resolution: Russland selbst, Belarus, Syrien, Nordkorea und Eritrea. Na, herzlichen Glückwunsch, möchte man da Moskau zurufen bei diesen Verbündeten.

Interessant ist auch, dass sich die Atommächte China und Indien enthielten, weil doch unsere Putin-Fans ganz sicher sind, dass „der Chinese“ natürlich auf Seiten Russlands steht gegen den verhassten Westen. Ich denke nicht, dass China so kalkuliert, weil die ganz eigene Gedanken über die zukünftige Weltordnung und die eigene Rolle darin haben. Aber lassen wir das Spekulieren.

Die Ukraine kann alleine – auch mit Waffen aus Deutschland – diesen Krieg nicht gewinnen. Sie kann den Preis für spätere Verhandlungen hoch treiben, und das macht Präsident Selenskyj bisher bravourös. Heute fanden in Belarus zum zweiten Mal Friedensgespräche zwischen den Kriegsparteien statt, ohne dass irgend etwas in Sachen Frieden tatsächlich vereinbart wurde. Wer hätte das auch ernsthaft erwartet?

Immerhin man einigte sich auf humanitäre Korridore, um die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln im Kriegsgebiet sicherzustellen. Und um den sicheren Abzug von Zivilisten zu ermöglichen, die nur noch raus wollen. Angeblich haben bereits eine Million Menschen die Ukraine verlassen, 500.000 von Ihnen sind in Polen untergekommen. Großen Respekt vor unseren Nachbarn!

Wenn jemand einen Krieg beginnt, gibt es immer drei Möglichkeiten, wie sich die direkten Nachbarn verhalten können.

Wegsehen und nichts tun? Das ist für niemanden in diesem Konflikt eine Option. Militärisch eingreifen? Dafür gibt es keine Grundlage, weil die Ukraine nicht Mitglied der NATO ist und auch überhaupt niemand im Westen einen Krieg mit der Atommacht Russland führen will. Selbst wenn in einem solchen Fall – was sehr wahrscheinlich ist – die NATO die Oberhand behielte, wäre unser ganzer Kontinent eine einzige Trümmerwüste und es gäbe vielleicht Millionen Todesopfer, wenn überhaupt jemand überlebt. Das will Putin auch nicht, wird dann gesagt, doch Putin macht seit Wochen Dinge, von denen alle angenommen haben, er würde es nicht tun.

Die dritte Möglichkeit erleben wir gerade. Viele Länder beschließen gemeinsam, den Aggressor zu bestrafen oder/und zum Einlenken zu bewegen, durch Nadelstiche unterhalb der Schwelle eines heißen Krieges. Geldvermögen einfrieren, Reisemöglichkeiten beschränken, Geschäftesbziehungen abbrechen, internationalen Zahlungverkehr massiv einschränken, Technologietransfer unterbinden. Das schafft wenig Freude im Land des Aggressors, erst rückt man auch da natürlich demonstrativ zusammen. Denn wer will schon das eigene Land verraten?

Aber auf Sicht, wenn die Sanktionen wirken, wenn einflussreiche Oligarchen nicht mehr an ihre Vermögen (oder Yachten) kommen, sie ihre Kinder auf teuren Privatschulen in London und ihre Geliebten in Luxusappartments nicht mehr besuchen können, dann nervt das irgendwann. Und genervte aber einflußreiche Oligarchen wollen irgendwann auch, das das mal endet. Ob dieser Plan aufgeht? Ich weiß es nicht, aber es ist ein Plan.

Womit ich wirklich große Bauchschmerzen habe, das sind Einschränkungen für russische Bürger hier bei uns. Wenn Supermärkte keine russischen Dosensuppen mehr anbieten, dann wird das Putin nicht beeindrucken. Was soll das also?

Wenn in München der Stardirigent Valery Gergiew bei den Philharmonikern rausfliegt, einfach weil er Putin-Freund ist und sich nicht laut genug distanziert hat, dann geht das gar nicht. Weil Intendant Benedikt Stampa und Oberbürgermeister Dieter Reiter ihre persönliche Erwartungshaltung über das, was Valery denken und tun sollte, zum Maßstab für seine Weiterbeschäftigung nehmen. So etwas sollte in einer Demokratie nicht möglich sein.

Also: Hoffen wir, dass die Kämpfe endlich abflauen!

Militärexperten sagen: 150.000 Soldaten reichen bei weitem nicht aus, die ganze Ukraine in den Griff zu bekommen, schon gar nicht im Griff zu behalten. Der erstaunlich massive Widerstand im Westen der Ukraine müsste Herrn Putin klarmachen, dass er sich das nicht einmal wünschen sollte. Dauernd diese Holzkisten in die Heimat, das kommt auch in Russland nicht an. Den Osten der Ukraine hat er oder wird er in wenigen Tagen komplett unter Kontrolle haben. Die Krim hat er 2014 bereits widerrechtlich einkassiert in sein Reich. Auch dort fehlt mir die Phantasie, wer das wie rückgängig machen sollte.

Tausende Menschen sind in dieser ersten Woche auf beiden Seiten getötet worden, der materielle Schaden in den Städten ist enorm. Es wäre an der Zeit, ernsthaft zu versuchen, das Töten und Zerstören zu beenden und eine Lösung am grünen Tisch zu vereinbaren, die beiden Seiten irgendwie gerecht wird oder mit denen sie wenigstens leben können.

Für mich ist erstaunlich, dass Putin wirklich mit so brachialer Gewalt vorgegangen ist und vorgeht. Aber genauso beeindruckt bin ich vom Widerstand in der Ukraine selbst. Das hat Herr Putin mit Sicherheit so nicht erwartet. Und was mich besonders freut: Der Westen ist wieder da. Trump und Macron hatten noch vor zwei Jahren die Notwendigkeit der NATO in Zweifel gezogen. Jetzt ist die NATO wieder ganz oben, Moldavien, Georgien, Finnland und Schweden liebäugeln mit der Mitgliedschaft im Verteidigungsbündnis.

Und Deutschland? Die Etablierten schreiten Seit‘ an Seit‘, beschließen im Vorübergehen einen Sondervermögen von 100 Milliarden für die Modernisierung der Bundeswehr, was sehr, sehr, sehr nötig ist. Das Zwei-Prozent-Ziel für Verteidigungsaufgaben wird ab jetzt immer eingehalten, sagt man uns. Und Olaf Scholz redet im Parlament über Russland wie zuletzt John F. Kennedy. Und als ich jetzt Annalena Baerbock in der UN-Vollversammlung reden gehört habe, musste ich unwillkürlich an Lara Croft aus dem bekannten Computerspiel denken. Nicht zu fassen, welche Metamorphosen innerhalb einer einzigen Woche möglich sind auch hier bei uns in Deutschland.

Der Hacker-Angriff auf diesen Blog hat uns beunruhigt, aber wir sind wieder da. Noch ein bisschen Fleißarbeit zum Rekonstruieren verlorengegangener Texte und zerschossener Funktionen – jetzt geht es ohne Pause weiter. Eine gute Gelegenheit, Sie noch einmal um Unterstützung für unsere Arbeit zu bitten. Spenden Sie auf PayPal über @KelleKlaus oder auf unser Konto bei der Berliner Sparkasse DE18 1005 0000 6015 8528 18. Vielen Dank!

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Dieser Artikel wurde 22 mal kommentiert

  1. Freichrist343 Antworten

    Die Russen haben in nur 1 Woche ca. 7000 Soldaten verloren. Siehe dazu Wikipedia „Invasion Ukraine“. Hinzu kommen viele Schwerverletzte. Mitte März 2022 werden über 10 % der russischen Invasionsarmee ausgeschaltet sein. Zudem wird die russische Opposition immer stärker. Bitte googeln: Manifest Natura Christiana

  2. Wolfgang Andreas Antworten

    Es tut mir leid,

    aber wenn schon „Denkenerlaubt“ angesagt ist , komme ich nicht umhin festzustellen, daß Sanktionen gegen Rußland, an deren Wirkung wir uns so klammern, nutzlos sein könnten. Rußland, der größte Bluffer dieser Welt, hat alles was es braucht; vor allem hat es eine Bevölkerung, die fähig ist, Klopapier gegen Zeitungspapier umzutauschen. Und so dumm kann kein Mensch sein, einen solchen Krieg vom Zaune zu brechen und klar vorauszusehende Sanktionen nicht vorher abzusichern. Was juckt einen Oligarchen seine Jacht, wenn ein riesiges Industriegebiet am Djnepr und endlose, metertiefe Schwarzerdeböden winken! Auch gibt es genügend „Kapitalisten“, die, nach Lenin, ihnen die Nägel für ihre eigenen Särge verkaufen… – „Allein den Betern kann es noch gelingen, das Schwert ob unsern Häuptern aufzuhalten…“(Gedicht von Reinhold Schneider, kurz vor Ausbruch des 2. Weltkrieges).

  3. GJ Antworten

    Was für ein gigantisches Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Ich erlebe nun auch schlimme Retraumatisierung von Menschen aus dem Westbalkan. Dort brechen alte Wunden auf. Einzelne Syrer beschweren sich schon darüber, daß die Ukrainer besser behandelt würden.

  4. Frank Schubert Antworten

    Nun, die Bundeswehr wird mit mehr Geld nicht unbedingt schlagkräftiger, wenn nicht die Strukturen verändert werden. Da erscheint die Ministerin Lampbrecht nicht als Maß aller Dinge. Bei Militärausgaben des Westens von 1.100 Mrd $ zu denen Russlands von ca. 61 – 150 Mrd.$ fragt man sich, wohin das noch führen soll.

    Die Befürworter der Flüchtlingspolitik müssten erkennnen, daß die Kapazitäten Deutschlands durch Aufnahme von überwiegend männlichen Wirtschaftsflüchtlingen unnötig begrenzt wurden. Die vernünftigen Polen können nun wirklich bedürftige Frauen und Kinder aufnehmen, von „Studenten“ einmal
    abgesehen.
    Das Thema Energiepolitik lasse ich einmal weg.

    Dennoch wird der Westen irgendwann mit Russland sprechen. Vermutlich wird die Ukraine dann manche Kröte schlucken müssen.

    • Ursel Antworten

      Apropos Flüchtlingspolitik: Großartig fand ich Polens und Ungarns überaus freundliche Aufnahme- und Versorgungsbereitschaft für die geflüchteten Frauen und Kinder aus Ungarn.
      Gerade auf dem Gebiet der Flüchtlingspolitik hatten beide Länder vordem immer wieder moralische Kritik seitens der EU und die Drohung mit Sanktionen
      einstecken müssen, weil sie sich nicht wahllos an einer undifferenzierten Willkommenskultur beteiligten – trotz Wissen , dass die allermeisten Flüchtlinge gar nicht bei ihnen bleiben würden, sondern weiter nach Westen ziehen würden, vor allem ins gelobte Deutschland.
      Und nun beweisen Polen und Ungarn eine Hilfsbereitschaft, die Bände spricht. Beide Länder zeigen allerdings auch, dass sie zwischen der Flucht von Frauen und Kindern und der von vorwiegend jungen Männern unterscheiden – vor allem aber unterscheiden sie zwischen der Flucht kulturfremder Leute, zumeist Moslems, und der Flucht kulturnaher Menschen, die sich obendrein ausweisen können und nachweislich vor Krieg und Verfolgung fliehen.

      Alle Welt müsste doch jetzt voll des Lobs sein. Aber nein, wesentliche Teile unserer sogenannten „Qualitätsmedien“ haben dafür nur Spott und Häme übrig:

      https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2022/refugees-lobby-polen/

  5. Angelika Antworten

    Jetzt wird das geschehen, was ich vorhergesagt habe, falls die Ukraine erfolgreich Widerstand leistet: Es wird ein sehr blutiger Krieg mit sehr vielen Opfern unter den Ukrainern und einem zerstörten Land.
    Putin wird nicht aufgeben. Der Krieg kann sich noch Monate lang hinziehen. Die russische Armee scheint in großen Teil nicht gut zu sein. Für die Ukraine dürfte es aber reichen.

    • Klaus Kelle Antworten

      Kein Zweifel, wenn Russland das konsequent durchzieht, wird Putins Armee gewinnen. Aber sein Land, er persönlich, werden harte Folgen hinnehmen müssen. Können die machen, aber schauen Sie sich die Abstimmung in der UN-Generalversammlung an: Nur Belarus, Syrien, Eritrea und Nordkorea stehen hinter Russland. Das ist nicht viel.

  6. Angelika Antworten

    „Sie kann den Preis für spätere Verhandlungen hoch treiben, und das macht Präsident Selenskyj bisher bravourös.“:
    Sicher weiß ich es auch nicht. Aber es wird keinen Preis für Verhandlungen geben. Putin wird nichts außer einer Kapitulation akzeptieren.
    Er wird zäh, Schritt für Schritt, das ganze Land erobern. Selenskyj hat die Wahl zu fliehen, zu sterben oder in ein russisches Gefängnis zu gehen.

    • Klaus Kelle Antworten

      Putin spielt dieses Spiel nicht alleine, und wir sollten den Westen und die eigene Kraft nicht unterschätzen. Die russische Wirtschaft, die russische Börse und Währung, Oligarchen, die nicht mehr an ihr Vermögen herankommen – warten wir mal ab, was sie tun werden. Ich habe den Eindruck, dass Putin gerade maßgeblich überzieht, und der Westen war seit Jahrzehnten nicht mehr so einig und entschlossen wie derzeit. Und, ich mag es hier gar nicht aussprechen, aber Frau Baerbock für Deutschland vor der UN-Vollversammlung war klasse….

  7. Holger Wölfel Antworten

    Herr Kelle,
    Was reitet Ihren gerade erst neu gewählten CDU Chef Friedrich Merz dazu ein Eingreifen der Nato in der Ukraine in Erwägung zu ziehen? Ich wüsste dazu gerne Ihre Meinung?

    • Tina Hansen Antworten

      Wir hatten gestern auf Facebook ganz kurz das Thema „Gefahr eines möglichen Weltkriegs“; die Diskussion ist dann leider eingeschlafen.
      Ja, was geschieht im Falle eines Eingreifens der NATO in der Ukraine??
      Und was ist mit China?

    • Klaus Kelle Antworten

      Lieber Herr Wölfel,

      ich bin gegen ein militärisches Eingreifen der NATO in der Ukraine, wenngleich ich pro Ukraine bin in diesem Konflikt. Die Ukraine ist kein NATO–Mitglied, es gibt keine Verpflichtug einzugreifen und wohl auch keine Bereitschaft in den meisten NATO-Ländern. Was Friedrich merz oder jüngst auch Matthias Döpfner dazu gesagt haben ist deren private Meinung, die ich nicht teile. Eins ist aber auch klar: Wenn Russland militärisch gegen eines der osteuropäischen NATO-Länder vorgeht, dann muss die NATO eingreifen, und dann ganz sicher nicht mit gebrauchten Schutzhelmen. Wäre ich Wladimir Putin, würde ich mir das gut überlegen.

      Beste Grüße, Klaus Kelle

  8. GJ Antworten

    Ukrainische Frauen und Kinder sind bereits in großer Zahl geflohen und bekommen die Hilfe, die sie brauchen. Doch Achtung. Wir sind dabei, einen gigantischen Fehler zu machen. In Brüssel wurde die Basis dafür gelegt, den bei uns noch nie zur Anwendung gekommenen Paragrafen 24 AufenthG anzuwenden, um nicht das Asylverfahren zu überlasten. Doch was will Frau Faeser machen? Nicht nur geflüchtete Ukrainer sollen diesen Status erhalten, sondern auch Drittstaater, der aus der Ukraine in die EU flüchten. Die angeben, sie seien dort Studenten oder was auch immer gewesen. Bei mir kommt da sofort die Befürchtung, daß sich hier der neue Weg aufgetan hat, die zwischen Belarus und Polen gescheiterte Einschleusung nun via Ukraine umzuleiten. Polen, Ungarn, Rumänien wollen diese Menschen nicht als Ukraineflüchtlinge aufnehmen. Was das für uns bedeuten wird, darf sich bitte jeder selbst denken. Frau Faeser MUSS klarstellen, daß nur der Aufnahme findet, der gültige Dokumente hat. Ich sehe nicht ein, warum z.B. ein angeblich marokkanischer Student nach Deutschland fliehen muss und Aufnahme und Aufenthaltsrecht erhält. Kann er doch nach Marokko zurück. Würde mich zudem nicht wundern, wenn der Pass und die angebliche ukrainische Aufenthaltserlaubnis auf der Flucht verloren ging, während alle ukrainischen Frauen und Kinder ihre Pässe selbstverständlich dabei haben. Mein Einwand wird sicher viele empören, aber ich weiß ziemlich genau, von was ich spreche. Ich befürchte, bis in Berlin das Problem erkannt wird, kommt der Satz: Jetzt sind sie halt hier.

  9. GJ Antworten

    Und noch eins: Aufnahme nach dieser Vorschrift bedeutet Zugang zum Arbeitsmarkt, Erlaubnis sich selbstständig zu machen, Unterbringung durch die Träger von AsylbLG, KV und Sozialleistungen. Sie treten damit in Konkurrenz zu z.B. syrischen Flüchtlingen, die sich nach Anerkennung selbst um Wohnraum kümmern müssen auf dem Wohnungsmarkt. Der soziale Sprengstoff liegt auf der Hand.

  10. Achim Koester Antworten

    Die moderne Inquisition hat nicht nur Valery Gergiew den Job gekostet, heute morgen berichtete mein bevorzugter Klassiksender von Bestrebungen, keine russische Musik in Konzertsälen und Rundfunk mehr spielen zu lassen. Haben sich Tschaikowski, Mussorgski und Rimski-Korsakow etwa auch geweigert, sich explizit von Putin zu distanzieren?

  11. Konrad Kugler Antworten

    Ich bin kein Putinversteher, sondern nur ein nüchterner Beobachter, der seit 2015 am Rechner sitzt und all die Unmöglichkeiten verfolgt, die in der Zeitung als normal präsentiert werden. Allerdings habe ich einen schweren Charakterschaden, weil ich als 13-Jähriger 1956 Antisowjet wurde, nie Glaubenszweifel hatte und nie auf eine Ideologie hereingefallen bin.
    Die NATO ist kein Verteidigungsbündnis, sie wird planmäßig zur Rußland-Einkreisung ausgebaut. Sie wollte in der Ukraine Raketenstellungen einrichten. Die Kubakrise ist mir noch in Erinnerung. Deutschland wir wieder in einen Krieg hineingezogen. Wer hat die Ereignisse in der Ukraine verfolgt, die 2014 zum Sturz der Regierung geführt haben und die seither offenbar zu Schikanen und mörderischen Anschlägen – Odessa – gegen die Russen im Land ausgeweitet wurden?
    Was ist mit dem Minsker Abkommen geschehen? Es wurde von allen torpediert. Putin hat ganz klar vor wenigen Wochen gesagt, daß er die Ukraine neutral will.
    Das als Anzetteln zu behaupten ist schon sehr gewagt.
    Anfang 2000 hat Putin mit warmen Worten um eine vernünftige Zusammenarbeit in Europa geworben. Das wurde von Anfang an von den USA hintertrieben, wie jetzt Nordstream 2, obwohl sie auch jetzt russisches Öl kaufen.

    Zu den drei Vorhersagen vom Mühlhiasl, dem Alois Irlmaier und Lucia dos Santos, Fatima (Rußland wird den Wesrten überfallen) ist eine vierte gekommen. Rußland wird die Geißel für den verwahrlosten Westen werden.

  12. Felix Becker Antworten

    China unterstützt offen Russland in der Ablehnung einer Ausdehnung der NATO ( (auch wenn diese aktuell nicht relevant ist). Ob China Putins brutale Aggression unterstützt, dürfte allerdings zu bezweifeln sein. Macron und Trump in einem Atemzug zu nennen, lieber Herr Kelle, geht gar nicht! Macron wollte die NATO wachrütteln – Trump wollte mit einem US NATO Austritt drohen. Aktuell wird allerdings Trump vom Staatsanwalt bedroht – hoffentlich räumt dieser dieses „gefährliche Irrlicht“ von der politischen Bühne.

  13. Konrad Kugler Antworten

    Ist hier niemand willens, sich sachkundig zu machen? Ein Angebot:
    journalistenwatch.com/2022/03/06/ucrainian-agony-der/
    Dieser Film ist glaubwürdig, die Fakten sind anerweitig auch zu finden.

  14. Herta Hürkey Antworten

    Fast glaube ich es nicht, Herr Kelle! Wir wurden 2022 in den Nachrichten genau
    so belogen über die Ukraine wie 2014! Putin ist der Böse, Böse, statt der Westen.
    Bitte, alle schauen kla.tv/21734 („Seit 8 Jahren ist hier Krieg!“, Alina Lipp)

  15. Erich Antworten

    Glauben wir wirklich, dass Maßnahmen, die das russische Volk direkt betreffen, Putin zum Einlenken bewegen? Wie war das vor 80 Jahren als die Alliierten Städte bombardierten? Musste da Hitler zurücktreten und der Krieg war zu Ende? Es wird den Ukrainern aus derzeitiger Sicht nichts nützen, wenn wir kein russisches Gas mehr kaufen oder nicht mehr Tschaikowsky im Radio hören (der antikulturelle Wahn greift ja rasant um sich).

    Zudem stellt sich mir die Frage, ob es in einem Rechtsstaat so einfach möglich ist, Privateigentum zu beschlagnahmen nur weil vermutet wird, dass der Besitzer putinfreundlich ist? Ist das per se ein Vergehen das straf- und zivilrechtlich verfolgt werden darf? Dürfen Banken aus diesem Grund einfach über Nacht geschlossen werden?

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