FRAMING: Wie öffentliche Meinung am Beispiel Schweden manipuliert wird

In Teilen Schwedens kommt es seit Tagen zu schweren Ausschreitungen. In mehreren Fällen mussten Polizisten ihre Waffen ziehen und Warnschüsse abgeben, drei Menschen wurden dabei durch Querschläger verletzt.

Auslöser dieser Krawalle sind Versammlungen einer islamkritischen Gruppe namens „Stram Kurs“ des Politikers und Rechtsanwalts Rasmus Paludan. Der zieht gerade durch schwedische Städte und verbrennt dort bei jeder seiner Versammlungen immer ein Exemplar des Korans, was naturgemäß nicht gut ankommt bei Muslimen. Und so kommt es immer wieder zu Demos gegen Paludan – und zu Angriffen gegen die Polizei mit Steinwürfen und Molotowcocktails.

Wer die Angreifer sind, die da mit Steinen und Mollis werfen, erfahren deutsche Mediennutzer nicht. Ganz sicher ist allerdings: Die Gewalt gegen die Polizei geht weder von Herrn Paludan noch seinen Anhängern aus, sondern von…ja, irgendwem anderes.

Die Deutsche Presse-Agentur (dpa), deren Beiträge von den meisten deutschen Medien vielfach übernommen werden, formuliert dann so (heute Morgen):

„Auch am Ostersonntag ist es in Schweden in Zusammenhang mit der Genehmigung rechter Kundgebungen zu Krawallen gekommen.“

Und:

„Hintergrund sind Kundgebungen eines bekannten Rechtsextremisten, die von der Polizei genehmigt worden waren“

Das ist nicht gelogen, aber es signalisiert den Lesern und Zuschauern ganz etwas anderes, als was wirklich passiert. Nämlich: Da demonstrieren Rechte, und gleich gibt es wieder Gewalt. Die Wirklichkeit ist aber: Da nehmen Rechte ihr demokratisches Grundrecht wahr, und – bitte kreuzen Sie an – a) Linke/b) Islamisten – starten Gewaltexzesse dagegen.

Nur: Warum schreiben Sie es nicht so? Weil – ich muss es leider so formulieren – man versucht, unsere öffentliche Meinung zu manipulieren. Wieder einmal.

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Dieser Artikel wurde 5 mal kommentiert

  1. Gerd Rau Antworten

    Eigentlich ne gute Ergänzung zum vorherigen Artikel, solche Manipulationen kriegen Ostdeutsche mit.

  2. S v B Antworten

    Also auch in Bezug auf diese schwedische Thematik nichts wirklich Neues. Wie viele Male habe ich mich schon der objektiv-korrekten Berichterstattung gerade auch der dpa von Herzen erfreut. Keinesfalls kann man der dpa ihr Bemühen, alles richtig zu machen, absprechen. Herr Kelle, Sie sind gemein. 😉

  3. H.K. Antworten

    An anderer Stelle hier im Blog ging es ums Auswandern.

    Da wurde u.a. Schweden als Zielland genannt.

    Als deutliches Argument dafür verwies ich auf die zunehmenden Clanstrukturen und daß viele Schweden offenbar des ebenso zunehmenden Islamismus einhergehend mit zahlreichen Straftaten und Anschlägen, die von einem „bunten Bullerbü“ nicht viel übrig ließen.

    Aber wie wir wissen, sind die, die sich gegen immer weiter zunehmende Islamisierung stellen, alles „Rechtsradikale“, zumindest aber „Rechte“.

    In jedem Fall aber „bäääh“ und man tut am besten genau das Gegenteil dessen, was diese Leute fordern.

    DANN wird alles gut.
    Und wenn der Kampf gegen „rääächts“ kräftig weitergeführt wird.

    Linksterror und Islamismus ? Gibt es nicht. In Deutschland nicht und in Schweden auch nicht.

    Schließlich ist nicht der Fuchs das Problem, sondern die dummen Hühner, die sich zur falschen Zeit im Hühnerstall aufhalten.

  4. Ruth Antworten

    Nichts neues – und nichts anderes findet derzeit bei der Berichterstattung aus und über die Ukraine statt.

    Beides gehört aufgeklärt!

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