Jetzt wäre eine gute Zeit, um sich auf die wichtigste Reise Ihres Lebens zu begeben
Ich weiß nicht, ob es Ihnen aufgefallen ist, aber gestern hat die Karwoche mit dem Palmsonntag begonnen. Für gläubige Christen sind diese Tage spirituell die wichtigsten im ganzen Jahr.
Der Palmsonntag erinnert an den triumphalen Einzug Jesu in Jerusalem. In vielen Kirchen weltweit werden Palmzweige geweiht und Prozessionen abgehalten. Am Gründonnerstag gedenken wir Christen dann des letzten Abendmahls. Am Karfreitag herrscht eine düstere Grundstimmung. Es ist der Todestag Jesu, ein stiller Tag ohne Glockengeläut, an dem der Kreuzigung des Herrn gedacht wird. Und dann folgt die Osternacht mit dem bombastischen Fest der Auferstehung Christi.
Selbst wenn Sie persönlich kein gläubiger Mensch sind, sollten Sie wissen: Wenn diese Geschichte wirklich wahr ist, dann ist es die größte und wichtigste Geschichte seit Anbeginn der Menschheit.
Und Sie sollten wissen, dass die Lehre Jesu für uns alle – Sie und mich – entscheidende Auswirkungen auf unser Leben und unsere Gesellschaft bis heute hat. Ob Sie das wollen oder nicht.
Denn die Lehre, dass jeder Mensch ein Abbild Gottes ist (Imago Dei), legte den Grundstein für das Konzept universell geltender Menschenrechte. Das Gebot der Nächstenliebe weist uns an, zu helfen, wo immer Menschen in Not sind. Oder auch mal ganz praktisch: Es waren die Klöster im Mittelalter, die zu Zentren der Bildung wurden. Sie bewahrten das Wissen der Antike und gründeten sogar die ersten Universitäten (Bologna, Paris). Das moderne Krankenhauswesen hat seine Wurzeln in der christlichen Klostermedizin und den Hospitälern des Mittelalters, die Kranke kostenlos versorgten. Und so weiter. Die christliche Kirche besteht nicht ohne Grund seit über 2.000 Jahren.
Nebenbei: Die gern erzählte Geschichte von den Mönchen, die angeblich das Bier erfunden haben, stimmt nicht. Aber es waren Mönche, die im Mittelalter daraus dieses wunderbare Getränk entwickelten, indem sie den Hopfen entdeckten und diese eigentlich ungenießbare Kräutermischung beifügten. Mönche fanden nämlich heraus, dass Hopfen das Bier konserviert. Dadurch konnte es gelagert und über weite Strecken transportiert werden. Und ganz wichtig: Erst der Hopfen verlieh dem Bier seine typische herbe Note und klärte die Flüssigkeit, wodurch es ansehnlicher wurde. Aber das ist eine andere Geschichte.
Der christliche Glaube und die Kirche – das ist viel mehr als ein paar Leute, die einem vermeintlichen Aberglauben folgen. Das muss man wissen in einer Zeit, in der in unserer Gesellschaft Bürgerinitiativen gegen das Glockenläuten am Sonntagmorgen und gegen das Tanzverbot am Karfreitag mobilisieren. Diese Gesellschaft ist wirklich intellektuell und moralisch auf der untersten Stufe der geistigen Nahrungskette angekommen.
Ich erzähle Ihnen das heute wieder einmal, weil ich Sie für dieses Thema sensibilisieren möchte.
Denn wir reden so oft über die vielen, die ausgetreten sind
Aber wir reden selten über die, die weiterhin dabei sind: 19,8 Millionen Katholiken, 17,9 Millionen EKD-Protestanten, 3,5 Mio. Orthodoxe, 500.000 Freikirchler und etwa 100.000 andere wie die Altkatholiken gibt es in Deutschland. Das ist eine ganze Menge. Und wer heute noch in der Kirche ist – trotz der furchtbaren Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche, trotz leider vieler links-grüner Spinnereien in den EKD-Kirchen –, der denkt sich etwas dabei. Und damit meine ich nicht nur die, die aus Gewohnheit jeden Sonntag zur Kirche schlurfen oder drin bleiben, damit sie festliche Eheschließungen, Taufen und Begräbnisse bekommen.
Ich schreibe immer mal wieder darüber, um denen, die noch nicht genau wissen wohin, Mut zu machen. Auch mit meiner eigenen Geschichte.
Ich stamme aus dem reformatorischen Fürstentum Lippe in Nordrhein-Westfalen, durch und durch evangelisch. Mein „Glaube“ bestand darin, dass meine Eltern und ich jedes Jahr am Heiligabend vor der Bescherung in den Gottesdienst unserer kleinen Gemeinde in Holzhausen-Sylbach gingen. Sozusagen Tradition oder, wenn Sie so wollen, Weihnachtsfolklore.
Dann kamen zwei Jahre Konfirmationsunterricht und die Konfirmation selbst mit Feier und vielen Umschlägen mit Geld darin. Und damit war das Thema Christentum für mich durch.
Ich glaubte nicht an einen Gott, lebte nicht wirklich christlich – welcher junge Mann, der das weibliche Geschlecht entdeckt, macht das denn? In meiner Selbstwahrnehmung war ich Atheist. Manchmal, wenn das Thema beim Bier abends aufkam – selten –, argumentierte ich energisch und selbstgewiss, dass das doch alles nur Quatsch sei.
Ich habe mich geirrt
Weil ich mich irgendwann, 15 Jahre später, aus einem banalen Grund plötzlich mit dem Thema Glaube und Kirche konfrontiert sah. Das ist eine lange Geschichte, die hier zu weit führen würde. Aber zusammengefasst: Wenn man sich darauf einlässt, zu glauben und Christ zu sein, kommen Sie niemals in Ihrem irdischen Leben an ein Ende. Klingt merkwürdig? Ist es aber nicht.
Ich wurde damals nach vier Jahren Lernen und Prüfen katholisch, und ich dachte: Jetzt bin ich da. Was ich überhaupt nicht begriff, ist, dass dieser Moment nicht das Ziel ist, sondern nur der erste Schritt auf einer langen Reise durch das eigene Leben. Es dauerte damals noch gut 30 Jahre, bis ich beschloss, mich nun komplett auf das alles einzulassen. Und ich schwöre: Von diesem Moment an fügte sich plötzlich alles in einer erstaunlichen Klarheit und Logik zusammen.
Glaube ich heute an Gott? Nein!
Ich weiß heute, dass es ihn (oder „etwas“) gibt. Ohne jeden Zweifel.
Vor einigen Jahren gab es einmal eine kurze Situation, als ich morgens im Hausflur meine Jacke anzog, um zur Sonntagsmesse zu fahren. Unsere jüngste Tochter kam aus der Küche vorbei und sagte zu mir: „Papa, musst du schon wieder in die Kirche?“ Und ich nahm mir die Zeit, ihr darauf ausführlich zu antworten, obwohl ich eigentlich los musste.
Dass ich nämlich überhaupt nichts „muss“ und niemand mich maßregeln oder gar bestrafen würde, wenn ich jetzt meine Jacke wieder ausziehe und mir noch ein Marmeladenbrot schmiere. Und dass ich in die Kirche will, weil es mir, wenn ich dort hineingehe und den Gottesdienst feiere, anschließend besser geht als vorher.
Ich bin nicht sicher, ob unsere Prinzessin das damals verstanden hat. Ich hoffe sehr, dass sie diesen flüchtigen Moment heute noch genauso lebendig in Erinnerung hat wie ich selbst.
Die Ostertage sind in meiner Erinnerung fast immer schöne Sonnentage gewesen. Suchen Sie mit den Kindern bunt bemalte Eier im Garten, genießen Sie das Frühstück mit Ihren Lieben und natürlich: Schmeißen Sie am Sonntagnachmittag den Grill an und nutzen Sie die Zeit mit Familie, Freunden und Nachbarn! Aber bitte vergessen Sie nicht, um was es eigentlich geht an diesen Tagen: Das vielleicht wichtigste Ereignis in der Geschichte der Menschheit…
Ihnen allen eine schöne Karwoche!



Ich werde an dieser Stelle mal keine Abhandlung über Gott, Jesus, Christentum und den Islam verfassen und wünsche stattdessen dem Hausherr, seiner Familie und allen Mitlesern ein frohes und gesegnetes Osterfest.
Dem kann ich mich nur herzlichst anschließen.
Auch wenn das mit dem Frieden in der Welt wohl nicht so geklappt hat, wie das Neue Testament sich das vorgestellt hat, lassen wir uns das Osterfest nicht verdrießen und genießen es, egal ob christlich oder atheistisch.
Dem Hausherrn und allen Foristen hier
Frohe Ostern. 🪺🪺🪺
Lieber @Martin, @Achim und die anderen @Foristen!
Dank für di guten Wünsche. Auch Euch allen gesegnete Ostrtage!
Klaus Kelle
„Glaube ich heute an Gott? Nein!“
Ich stehe wohl auf irgendeiner Leitung. Beten Sie nicht das Credo in der Messe?
Sie lesen nur kleine Häppchen, @gerd
Denn in dem Text schreibe ich:
Glaube ich heute an Gott? Nein! und weiter:
Ich weiß heute, dass es ihn (oder „etwas“) gibt. Ohne jeden Zweifel.
Damit dürfte klar sein, warum ich natürlich das Credo bete…
Nein häppchenweise habe ich Ihren Artikel nicht gelesen, spannende Geschichte im übrigen. Es war halt ein „auf der Leitung stehen“. Wenn Sie persönlich wissen dass es Gott gibt, dann ist das natürlich noch eine Stufe höher als im Credo gefordert…..Für mich wäre es voll verständlich gewesen, wenn sie „ich weiß heute“ in Fettschrift gesetzt hätten. Eine gesegnete Karwoche.
Die wünsche ich Ihnen auch!
Wie schön! Auch wenn das kleine Mädchen von damals nun ein Trennungs- oder gar Scheidungskind sein sollte, was niemand denken wird, Gott sei bei uns!
Mich irritiert nur, dass Sie, lieber Klaus Kelle, Ihr Profil verlinken mit einer vor14 Jahren gelöschten Firma.
Für das aktuelle Insolvenzverfahren alles Gute! Und frohes Löschen.
Liebe Frau Hansen,
Sie haben es fast geschafft! 12 Jahre lang war dies ein Forum des Austauschs über politische und gesellschaftliche Themen zwischen bürgerlich denkenden Menschen. Da Sie jetzt aber nichts mehr beitragen – anders als früher – und meinen Blog nur noch dazu nutzen, um gegen mich persönlich zu stänkern, möchte ich dass alle hier wissen, dass ich dieses Forum abschalte, wenn das nicht umgehend aufhört. Ganz und final.
kk
Lieber Klaus Kelle,
Warum denn so dünnhäutig? Es gibt hier im Forum eine ganze Menge Kommentatoren, die sowohl sachlich und korrekt als auch verbindlich in der Form ihre Meinung äußern. Denen gegenüber wäre es nicht fair, diesen Blog wegen einer Verärgerung zu schließen. Der Mond ist groß und weit, es stört ihn nicht, wenn ihn des Nachts ein Hund anbellt.
Lieber @Achim Koester,
das sehe ich grundsätzlich ja auch so. Jeder hier kann und soll seine Meinung zum Ausdruck bringen. Das ist gute Sitte. Und es gab ja auch im vergangenen Jahr hier Auseinandersetzungen mit Einzelnen, die – von beiden Seiten – grenzwertig waren. Aber wir haben das miteinander ausgetragen und letztlich im Sinne aller friedlich beigelegt. Und gerade die Diskussionen der vergangenen Tage hier waren klasse, finde ich.
Wir reden über den Glauben, über Nationalstolz, über AfD und CDU, über Trump und Putin, die ganze Palette.
Aber in diesem Fall geht es um mich persönlich, und meine Integrität wird in den Schmutz gezogen. Ja, da bin ich „dünnhäutig“. Und selbst auf diesen Versuch habe ich ja reagiert und erklärt, um was es geht. Dass nämlich von den vier Firmen, an denen ich beteiligt bin, gegen eine ein Insolvenzantrag gestellt wurde. Das Verfahren läuft jetzt, ich werde alles tun, es durch Zahlung zu beenden und das Unternehmen weiterzuführen. That’s all. Mit meinen Spendenaufrufen hier hat das NULL zu tun. Und dass dann in einen Zusammenhang mit „Betrug“ zu stellen, das ist eine wirkliche Frechheit, die über unsere gegenseitigen harmlosen Nickligkeiten sonst hier weit hinaus geht, und die ich auch nicht hinnehme.
So, das ist jetzt wirklich das letzte Mal, dass ich zu diesem Thema etwas schreibe. Ich muss noch @Martin Ludwig in einer anderen Sache antworten…
Klaus Kelle
Das Gros der Gesellschaft ist bzgl. des christlichen Glaubens völlig desinformiert. Sie sind allein über dessen Symptome informiert, niemals über die positiven Folgen und seine Verdienste. Und das ist so gewollt und wurde sehr früh erkannt (Mt 7,15, Mt 24,11 & 24,24, 1 Joh 4,1, 2 Petr 2,1, 2 Tim 4,3-4, Apg. 20,29-30).
Die Meinungshegemonie wurde von antipodischen Kräften gekapert, die das Erlösungswerk Jesu Christi, in dem der geistige Gott in einer notwendigen singulären Intervention Mensch wurde, unbedingt ungeschehen machen und das dieses lebendig halten wollende Christentum entsprechend auslöschen wollen, damit daran nichts mehr erinnert. Die Inbrunst und Aggressivität, mit der diese Annihilation erfolgt, ist verräterisch. Warum dieser nimmermüde Kampf, warum nicht einfach nur Nicht-Beachtung? Der Urfehl des Menschen ist sein Stolz, sein zu wollen wie Gott. An dieses Scheitern vor der ursprünglichen Schöpfungsordnung will der stolze Mensch nicht erinnert werden. Und im christlichen Glauben ist dieses Scheitern, aber eben mehr noch dessen endgültige Überwindung zentral. Doch dazu ist das Zutun des Menschen aus freien Stücken notwendig. Die Freiheit des Menschen, seine stets freie Entscheidung ist Maxime. Die Liebe fordert diese Freiheit und ist so angelegt, dass sie die Folgen des Missbrauchs der Freiheit tilgen kann. Wenn der Mensch sich für die Liebe, für Gott entscheidet.
Untrügliches Indiz für das Faktum der Desinformation bzgl. des christlichen Glaubens ist auch der Umstand, dass sich viele „Dunning-Krugers“ befähigt wähnen, „Abhandlungen“ über Gott, Jesus Christus, dem Christentum, dem Islam, den Religionen allgemein verfassen zu können. Sie überhöhen ihren Geist, ohne diese Hybris überhaupt erkennen zu können. Sie überschätzen maßlos die Fähigkeit ihres Geistes, des menschlichen Geistes im Allgemeinen. Der Glaube als solcher ist nicht Alibi oder Fluchtort für intellektuelle Unzulänglichkeiten, sondern eine andere Kategorie, die jenseits des Menschenmachwerks mit seiner Geistesakrobatik, quasi hinter einer Firewall zu verorten ist. Niemals wird ein Mensch die Nichtexistenz des Schöpfergottes vor dieser Firewall nachweisen können. Hier hat die Schöpfung, die Natur gewissermaßen einen Selbstschutz für den Menschen vorgesehen. Umgekehrt ebenso nicht, aber die Empirie liefert deutliche Hinweise auf die Existenz, die der Mensch vernunftsgemäß glauben kann.
Geistesgrößen wie Thomas von Aquin und sein Zeitgenosse Bonaventura, aber auch neuzeitliche Denker wie Hans Urs von Balthasar und Joseph Ratzinger (Papst Benedikt XVI.) konnten allein mittels Vernunftbegabung die Gottesfrage bejahend beantworten. Empfohlen sei die Schrift „Serpentinen“ von Sebastian Ostritsch, mit dem Untertitel „Die Gottesbeweise des Thomas von Aquin nach dem Zeitalter der Aufklärung“, oder der Diskurs zwischen Jürgen Habermas und Joseph Ratzinger im Januar 2004 über das Erbe und die Werte Europas).
Doch bedeutsamer als die Vernünftigkeit des christlichen Glaubens ist seine Natur als Beziehungsreligion. Jesus Christus ist ein immerwährendes liebendes Du, ein niemals unaufmerksam werdender Begleiter, der jeden einzelnen hin zu seiner eigentlichen Bestimmung, der ewigen Schau Seines Vaters führen möchte. Es liegt allein an dem Menschen, sich auf diese Beziehung einzulassen. Dazu bedarf es keinerlei geistiger Höhenflüge. Diesen Zugang hat jeder Mensch, unabhängig von seinen Befähigungen und Neigungen. Jesus ist der Prototyp des allerbesten Freundes, der sogar bereit war, sein Leben für alle anderen zu opfern, selbst für jene, die ihn noch nicht kannten und kennen oder zum Freund hatten und haben.
Es kann demnach nur als erstaunliche
Einfalt und Unvernunft eingeordnet werden, wenn „aufgeklärte“ Menschen tatsächlich die Überzeugung teilen, dass das Christentum und seine „Strukturen“ allein eine Erfindung machtbesessener Männer gewesen ist.
Meinen Sie eigentlich, dass Sie der der einzige Mensch in diesem Land sind, dem es nicht gut geht? Ich hatte Ohasen, in denen ich buchstäblich keine Butter mehr kaufen konnte, dann ghabe ich Frischkäse gegessen.
Sie meinen, man will Sie verulken? Nein. In 5 Tagen haben Sie einen verdammten Job, wenn Sie wollen. Es isr hart. Ja aber das Leben geht weiter.
Sorry für die Tippfehler, ich war aufgeregt.
Ich habe Butter und Brot, und ich habe einen Job. Die entscheidende Frage ist: Ist dies ein Forum, um über mich zu diskutiern? Oder reden wir über all das, was hier – gern auch streitig – diskutiert wird? Sie wollen ganz offenkundig hier nichts anderes mehr als Zwietracht sähen und Stimmung gegen mich persönlich machen. Das braucht kein Mensch…
Hier wurde wieder was gelöscht.
Lieber Klaus Kelle, gehen Sie den geraden Weg. Das wünsche ich Ihnen.
Machen Sie den Link zu der gelöschten Firma raus.
@Tina.Hansen
Lassen Sie’s gut sein. Mal abgesehen davon, worauf das alles hinaus laufen soll.
Ja um Himmels willen, was ist denn HIER los???
An Klaus Kelle, seine Lieben, seine streitbaren Floristinnen und Foristen, an seine Leser und überhaupt… an alle Christinnen und Christen auf der Welt: ein frohes und ebenso besinnliches Osterfest! Abrechnung und Streit (s.o.!) können warten; wenn sie sich nicht von selbst verflüchtigen. Eine Zeit der Abrechnung und des Streits sollen und dürfen diese Tage gerade nicht sein. FRIEDE sei mit Dir, Friede sei mit Euch! – Salem aleikum! Staunt nur, ihr Christenmenschen – die berühmte arabische Grußformel, fügt sich wie selbstverständlich auch in Eure christliche Osterzeit ein. Glaube kann eben nicht nur Berge versetzen, sondern unter günstigen Bedingungen gar die unterschiedlichsten Menschen einander näher bringen. Wer hätte dies je gedacht, zur Osterzeit…?
Meine Geschichte mit Gott und seinem Sohn fing in meinem Chemiestudium an.
Ich war bis dahin überzeugt, dass wir ein evolutionäres Zufallsprodukt seien. Dann las ich den Satz:
„Gleichung 95 widerlegt die Hypothese der Evolution.“ (die Gleichung behandelt Grundlegendes zum Massenwirkungsgesetz).
Dieser Satz steht in dem damaligen Standardlehrbuch der makromolekularen Chemie und löste in mir ein Fragen und Suchen aus; wenn nicht durch Evolution, wodurch ist dann der Mensch entstanden?
So begann ich das neue Testament zu lesen und kann heute fast 40 Jahre später nur sagen: Dank an Gott, der mich seinen Sohn Jesus finden und ihm vertrauen ließ.
Allen, und v.a. Ihnen werter Herr Kelle, gesegnete und erholsame Ostertage!
Johannes
@Johannes:
Als bekennender Anhänger des Darwinismus (eigentlich müsste es ja Lamarckismus, nicht Darwinismus heißen) muss ich gestehen, ich habe noch nie von einer „Gleichung 95“ gehört und meines Wissens nach gibt es bis heute keine haltbare Theorie, welche die Evolutionstheorie widerlegt. Der Name ist damit irreführend, da sie als bewiesen und damit als Fakt gilt.
Meine Suche nach dem von dir aufgeworfenen Begriff brachte mich lediglich zu einem Buch mit dem Titel „95 Thesen gegen die Evolution: Wissenschaftliche Kritik am naturalistischen Weltbild“ – hierbei handelt es sich jedoch um christliche Literatur und nicht um anerkannte Wissenschaft.
Ich würde mich wirklich freuen, wenn du mir entsprechende Quellen benennen könntest, die Thermodynamik und Evolution in Verbindung bringt und eine wissenschaftliche Unmöglichkeit aufzeigt.
Meine Behauptung lautet derzeit, dass die Entropieabnahme im System immer durch eine entsprechende Zunahme in der Umgebung kompensiert wird. Damit ist für mich klar der zweite Hauptsatz der Thermodynamik erfüllt – ganz ohne Zutun einer höheren Macht.
@Martin Ludwig,
es gibt in einem so großen „Laden“ wie der Kirche Jesu immer welche, die Dinge anders interpretieren, wie etwa die Kreationisten. Aber die überwältigende Mehrheit der Christen sieht den Glauben und die Evolution nicht als Gegensatz, sondern als sinnvolle Ergänzung. Die Evolution wird dabei als der von Gott gewählte Mechanismus betrachtet. Es ist zumindst für mich keine Frage, dass die Evolution stattfindet. Der entscheidende Punkt für mich sind die Fragen: Wie hat es begonnen und vor allem warum? Was ist der eigntliche Zweck unserer Existenz. Und da finde ich Antworten bei Gott.
kk
@KK&Martin Ludwig
Zu dem Adler sprach die Taube:
„Wo das Denken endet, beginnt der Glaube“.
„Mag sein“ sprach der, „Fakt ist jedoch,
Wo du schon glaubst, denke ich noch.“
(Ludwig Robert zugeschrieben)
@Martin Ludwig:
Es ist die Gleichung mit der laufenden Nr. 95 in dem Chemielehrbuch „Grundriss der makromolekularen Chemie Band II „
Zu meinem Hintergrund: ich habe Chemie studiert (incl. Promotion), arbeite inzwischen aber in einer Bundesverwaltung in verantwortlicher Stellung.
Der springende Punkt bei der Hypothese der Evolution ist, dass – vereinfacht formuliert- aus kleinsten Molekülen durch chemische Reaktion immer größere werden sollen, bis hin zu Aminosäuren usw. Bereits dieser springende Punkt wird durch besagte Gleichung widerlegt. Die für biologische Systeme erforderliche Molekülgröße kann chemisch gesehen, nicht „zufällig“ erreicht werden.
Thermodynamik und Evolution lassen sich m.E. nicht in Einklang bringen, wie Du zutreffend schreibst. Deine Auffassung von einer Art Entropiekompensation kenne ich (Stichwort „entropic forces“); sie bietet aber für mich letztlich keinen umfassenden Ansatz die Widersprüchlichkeit von Thermodynamik und Evolution aufzulösen.
@KK: in der Tat denken viele Christen, dass das Konzept der Evolution überzeugend ist. Für mich persönlich ist es das nicht. Das Entscheidende ist aber doch in allen Unterschieden unter Christen in dieser Frage, dass Einigkeit über Gott und Jesus Christus besteht und diese Einigkeit bringt das Osterfest zum Ausdruck.
@Johannes:
Sie sprechen von Bruno Vollmert, einem Kreationisten der mittels Chemie und Mathematik beweisen wollte, dass die Wahrscheinlichkeit der Entstehung von Leben ohne göttliches Zutun bei faktisch Null liegt. Vollmert ging dabei jedoch immer davon aus, dass die DNA unmittelbar als „ganzes“ existiert hat. Diese Annahme ist längst veraltet. Die molekulare Evolution fand viel mehr in winzig kleinen Schritten statt. Manfred Eigen hat hierzu hervorragende Forschungsergebnisse publiziert, die nahe legen, dass aus einem sehr kurzen DNA-Strang durch Veränderung und Neuordnung im laufe sehr langer Zeiträume erst komplexere Strukturen entstanden sind. Erst durch die spätere Verbindung dieser DNA-Stränge mit Fettmolekülen sind Protozellen entstanden.
Diese Zellen lassen sich heute im Labor „nachbauen“ – und sind die Vorstufe zum Leben. Nichts an diesem Prozess widerspricht dabei dem 2. Halbsatz der Thermodynamik, da dieser, wie oben bereits erwähnt, nur auf abgeschlossene Systeme und nicht auf Leben (offene Systeme) angewendet werden kann. Offene Systeme tauschen per definition ständig Stoff und Energie aus, um so der inneren Entropiezunahme entgegenzuwirken.
Wäre das nicht möglich, könnten wir keine Protozellen im Labor erschaffen. Oder im Umkehrschluss: Wäre es unmöglich und wir schaffen es in Laboren gegen die Naturgesetze zu verstoßen – sind wir Gott.
@Martin Ludwig
Ja, das Lehrbuch stammt von Bruno Vollmert und war ein Standardlehrbuch. Von seinem christlichen Background wusste ich damals nichts, was aber für mein Studium damals auch nichts zur Sache tat.
Für Sie ist der Mensch eine Folge von zufälliger Evolution.
Für mich ist der Mensch eine Schöpfung Gottes.
Lassen wir beide, Beides im besten Sinne stehen.
@Johannes & KK
In YouTube gibt es eine hochinteressanten Beitrag von Prof.Dr. Gerd Ganteför, der sich mit der These von Richard Dawkins befasst. Der Inhalt bestätigt weder die Gottestheorie noch bestreitet er sie, Ganteför zeigt eine möglich dritte Alternative auf, die ich durchaus für diskussionswürdig halte.
Da hier keine Links erwünscht sind, bitte googeln.
Da hier keine Links erwünscht sind, bitte googeln.
Hier sind Links herzlich willkommen
@KK
Wenn das so ist, danke.
https://www.youtube.com/watch?v=K-Q3__30Nug
Ich habe Biologie, Biochemie, Biophysikalische Chemie und Pharmakologie studiert, aber eine „Gleichung 95“ ist mir niemals untergekommen.
Was soll diese denn aussagen?
Es ist die Gleichung mit der laufenden Nr. 95 in dem Chemielehrbuch „Grundriss der makromolekularen Chemie Band II
Sorry, Probleme mit dem „e“, bitte dazudenken.
Lieber Herr Kelle,
Ich wünsche Ihnen und Ihren Lesern (auch jenen, die hier offensichtlich andere Ziele verfolgen) ein gesegnetes Osterfest, verbunden mit dem Dank für Ihre Seite, auf der Sie eine so offene und zeitnahe Diskussion erlauben. Das ist leider selten geworden. Erst kürzlich hat ein Kollege, auf dessen Blog Sie mitunter auch veröffentlichten, die Kommentarfunktion generell geschlossen.
Ihnen und Ihrer Familie alles Gute.
Harald
Herzlichen Dank, @Harald!
Auch Ihnen und Ihren Lieben gesegnete Ostertage!
Klaus
@Martin Ludwig
Ganz im Vertrauen…
Gottesglaube, Evolution, Forschungsergebnisse und was sonst noch man der Menschheit zukünftig anbieten könnte: mich stützt und schützt mein unerschütterlicher Glaube an einen (ums hilflos banal auszudrücken) hypergenialen Spiritus rector – ich nenne ihn „mein Gott“ – der alles, aber auch alles, was sich den Sinnen der Menschen präsentiert – oder auch verschließt – so wunderbar geschafften hat, so überwältigend grandios hat werden lassen. Dieser Glaube, ja diese Überzeugung verleiht mir trotz der unfassbar großräumigen, kaum vorstellbaren Weite und Energie, die auch mich Erden-Winzling umgibt, die wohlig-erhebende Gewissheit und tiefe Dankbarkeit, selbst ein wenn auch nur elektronen-mikroskopisch winziger, so doch ein Teil des erhabenen göttlichen Plans und Wunderwerks zu sein; und dies, in der einen oder anderen Form, vielleicht für lange Zeit zu bleiben. Ein beruhigender, tröstlicher Gedanke, ja ein intimes Glaubensbekenntnis, welches keinerlei Anspruch auf Wahrheit oder Allgemeingültigkeit erhebt. – NB: S: auf die ehemals brennende Frage nach dem Warum werden wir Menschen wohl nie eine Antwort erhalten. Im Laufe meines Lebens habe ich mich mit dieser Wissenslücke arrangiert. Muss der Mensch wirklich alles wissen? Muss er in alle göttlichen Geheimnisse eingeweiht werden?
Eine mindestens abendfüllende Diskussion.
Das Zweifeln, z.B. ob es überhaupt einen Gott gibt, ist sicher irgendwo verständlich und nachvollziehbar.
Spätestens, wenn man sich fragt, „wenn ER doch da ist, warum lässt ER dieses oder jenes schreckliche Leiden zu ?“
Hierzu gehört auch der Mißbrauch an Kindern, von Priestern, angeblich auch hohen Würdenträgern.
Dazu ist immer wieder verblüffend, wie zunehmend gleichgültig hierzulande mit dem friedlichen Christentum umgegangen wird und wie sehr der gewaltbereite Islam hofiert wird.
Man ( frau auch, es sowieso ) muß nicht unbedingt möglichst täglich in der Kirche in der ersten Reihe sitzen, um an Gott zu glauben.
Es muß sich auch niemand die Knie blutig rutschen.
Wer einfach nur kritisch in sich selbst hineinhört, stellt schnell fest, ob dieses oder jenes zu tun oder zu sagen wirklich „gut“, dienlich und hilfreich ist.
Und wer sich einmal fragt, ob alles in seinem bisherigen Leben wirklich „Zufall“ war, kommt vermutlich schnell darauf, daß das wohl eher weniger der Fall ist.
Selbst, wer die Existenz Gottes bezweifelt, kommt kaum umhin, zu erkennen, daß da irgend jemand oder irgend etwas planvoll am Werk war und ist – und hoffentlich weiter sein wird.
Allen ein frohes, friedvolles, aber auch nachdenkliches Osterfest !
@ S v B
Ich spreche nicht gegen Gott und den Glauben und ich neide jedem um einen unerschütterlichen Glauben an eine höhere Macht, da ich vermute, dass dieser Glaube dabei hilft mit vielen Dingen für sich selbst ins Reine zu kommen.
Mich persönlich befriedigt das leider nicht und ich stelle mir unentwegt verschiedenste Fragen, auf die ich vermutlich nie (im Leben) eine Antwort bekommen werde.
Für mich gibt es schlicht zu vieles, was unklar ist und was meine Zweifel und Neugier wachsen lässt. Die Bibel ist voll von Widersprüchen und Aussagen, die sich heute ohne jeden Zweifel widerlegen lassen. Daneben ist fraglich, welche Teile des alten und neuen Testaments ehr auf den Wunsch der Autoren, als Vater des Gedankens zurückzuführen sind.
Die ersten Geschichten von Jesus wurden 35 – 65 Jahre nach seinen Tod niedergeschrieben. Wir kennen das heute doch noch alle. Eine Erzählung wird mit jedem Mal, wo sie von einem Menschen zum nächsten weitergetragen wird, mehr verfälscht und ausgeschmückt. Da wird schnell aus einer unbekannten Mücke an der Tür des örtlichen Supermarkts der sprichwörtliche Elefant.
Im christlichen Glauben starb Jesus für uns alle am Kreuz und hat damit das Leiden der Welt auf sich genommen. Dieser Gedanke würde mich sehr glücklich machen – doch das Leid auf der Welt ist allgegenwärtig. Warum lässt Gott zu, dass so viele schreckliche Dinge geschehen? Warum hat Jesus sich über 2.000 Jahre lang nichtmehr blicken lassen? Ist sein „Werk“ beendet und wir müssen von nun an für alle Tage einfach „Glauben“, dass es ihn gegeben hat? Wäre es nicht grausam, wenn „jemand“ etwas daran ändern könnte und stattdessen einfach nichts tut?
Und eine abschließende Frage, die mich am Meisten umtreibt, weil sie eine Litanei an Fragen nach sich zieht:
• Sind wir alleine im Universum?
Sollte das der Fall sein, könnte uns Gott nach seinem Vorbild geschaffen haben. Ist es jedoch nicht so, nach wessem Vorbild wurde das Leben dort geschaffen? Gibt es mehrere Götter? Hat der eine Gott unterschiedliche Gestalten?
…
@Martin
„Sind wir alleine im Universum?“
Wahrscheinlich nicht, aber die Wahrscheinlichkeit, mit Außerirdischen in Kontakt zu kommen, liegt bei null, schon aufgrund der Entfernungen und der als gesichert geltenden Allgemeinen Relativitätstheorie e=mc2 hochgestellt.
@Achim Koester
In den USA finden aktuell regelmäßig UAP (Unidentified Anomalous Phenomena / UFO) Anhörungen statt. In diesen Anhörungen haben mehrere hochrangige Militärangehörige und ehemalige Geheimdienstmitarbeiter und Politiker unter Eid ausgesagt, dass die Vereinigten Staaten über nicht irdische Biomasse verfügt und außerirdische Technologie im Rahmen von „Reverse Engineering“ Programmen untersucht und nutzbar macht. Viele dieser Programme sind ausgelagert an militärische Dienstleister und Firmen wie Lockheed Martin. Von Trump freigegebene Unterlagen zeigen, dass diese Geschichten offensichtlich einen enormen Wahrheitsgehalt haben und die Freigabe weiterer Akten wird derzeit gegen den Willen des POTUS vom Pentagon blockiert.
Ich wage zu behaupten, dass wie Wahrscheinlichkeit mit außerirdischem Leben und Technologie in Kontakt zu kommen weit höher liegt als 0. Wir stehen Dank Trump meiner Meinung nach näher an einer der brisantesten Enthüllungen für die Menschheit, als es vielen lieb wäre.
Amen!
@Marin Ludwig
Ich habe Verständnis für Ihre Fragen und Zweifel. Die Frage nach dem Warum habe ich mir allerdings chon vor Jahren abgewöhnt. Mangels befriedigender Antworten. – Sie wissen schon, wie unfassbar groß das Universum ist? Dass es irgendwo ähnliches oder auch ganz anderes Leben geben könnte, sollte nicht leichtfertig bestritten werden. So einmalig wie wir es vielleicht gerne wären, dürften wir wohl kaum sein. Aber dass der Mensch jemals in schier endlos weit entfernte Sphären vordringen wird, in der Hoffnung, irgendwo auf Leben, gar „höhere Lebensformen“ zu stoßen, halte ich für eine Illusion, eher noch für ausgeschlossen. Derlei tollkühne Unternehmungen wären mit der menschlichen Biologie schlicht unvereinbar.
Trotz meiner „extraterrestrischen Neugier“ bin ich hoch zufrieden und froh über das Geschenk meines Daseins auf unserem wundervollen Planeten, in all seiner atemberaubenden Schönheit und Vielfalt. Ein Menschenleben reicht nicht aus, um alle Facetten unserer irischen Heimat kennenzulernen. Illusorischem Gedankengut schließe ich mich deshalb nur ungern an. Meine Bewunderung für unsere gute Mutter Erde ist riesig, die für das Weltall und seinen allmächtigen Schöpfer ist grenzenlos. Wann immer ich mit großartigen Aufnahmen aus dem dem Weltall konfrontiert bin, erstarre ich förmlich vor Bewunderung und Ehrfurcht. Allerdings ist meine Vorstellungskraft nicht nur mit der Unendlichkeit des Alls, der gesicherten Existenz schwarzer Materie nebst ihrer gierigen Löcher überfordert, sondern ebenso mit dem praktischen Wissen um die totale Stille, welche im All herrscht. Angesichts der hochdramatischen Geschehnisse dort müsste der Schallpegel im All eigentlich unvorstellbar hoch sein, nervtötend für jedes irdische Ohr. Aber nein, trotz meist spektakulärer visueller „Tohuwabohus“ bleibt das All auditiv wohl unerwartet still, zum Fürchten still. Jedes Mal, wenn ich darüber sinniere, habe ich schlichtes irdisches Wesen mit dieser Tatsache meine Schwierigkeiten. Dem All selbst, sprich dem schier endlos weiten Raum zwischen den Himmelskörpern „fehlt „bekanntlich eine Atmosphäre, ähnlich der, welche die irdischen Schallwellen von ihrer Quelle zum Empfängerohr befördert. Gott sei Dank prompt und zuverlässig, wenn bisweilen auch ein wenig zu laut.
Nach meinem bescheidenen Dafürhalten durchdringt der Geist Gottes alles was ist, was je war und was je sein wird; also auch uns. Dieser Gedanke trägt mich durchs Leben und, wer weiß, vielleicht sogar noch darüber hinaus.
Sorry, @Martin Ludwig natürlich!
@ Martin Ludwig
Sie sprechen mir mit jedem Satz wieder mal aus der Seele. Und auch Ihre Fragen sind meine. Ich gehöre eher in die Ecke der Atheisten.
Und trotzdem w e i ß ich, dass es „da draußen“ etwas gibt. Das hat nullkommanichts mit Glauben zu tun, es sind Dinge passiert, die mich nicht nur völlig überrascht haben, sondern die man in keinem Fall mit Zufall beschreiben kann, man mag es drehen und wenden, wie man will. Ich möchte das nicht näher ausführen, weil es sehr persönliche Dinge sind.
Eines ist sicher: Die, die glauben, besitzen den Vorteil des berühmten Strohhalms, an den sie sich klammern können, die Atheisten nicht.
es sind Dinge passiert, die mich nicht nur völlig überrascht haben, sondern die man in keinem Fall mit Zufall beschreiben kann, man mag es drehen und wenden, wie man will.
Ohne nach Details zu fragen, liebe @Inge H., warum wehren Sie sich dann dagegen, dass es doch mit Gott zu tun haben könnte?
Lieber Herr Kelle,
manchmal, ganz selten, bin ich auch in der Ecke der Agnostiker. Aber Sie sagen’s nicht weiter, okay? 🙂
Ich schweige wie ein Grab, liebe Inge H.!
Aber es interessiert mich schon, wie Menschen zu ganz anderen Ergbnissen in dieser Frage kommen können als ich zum Beispiel…
Warum lässt Gott zu, dass so viele schreckliche Dinge geschehen?
Weil Gott keine Telefon-Hotline ist, bei der Du anrufst, wenn Du ein Problem hast und er muss das dann lösen, sonst ist das Christentum doof. Das steht auch nicht in der Bibel, egal, wann sie verfasst wurde.
Gott mit seinen 10 Geboten und Jesus mit seinen Predigten sagen uns, wie wir unser Leben nach seinen Vorgaben gestalten sollten. Aber wir sind frei, es zu tun oder auch zu lassen.
Konkret: In den zehn Geboten steht „Du sollst nicht töten!“ Viele halten sich dran, aber dann kommt einer und legt seine Frau und seine Kinder um. Und dann stehen alle am Grab, weinen und klagen: Wie konnte Gott das zulassen?
Aber so läuft das Konzept eben nicht, lieber Martin…
Ich sehe das sehr ähnlich, Klaus. Du hast jedoch ein Beispiel gewählt, bei dem ein Täter konkret vor einer Wahl stand und sich dafür entscheidet, anderen schreckliche Dinge anzutun.
Religion ist eine hervorragende Sache, da vieles von dem woran Menschen glauben das Zusammenleben auf Erden für alle beteiligten angenehmer macht. Insofern kann ich von mir selbst sagen, ich lebe meist nach christlichen Werten und bin überzeugt, dass diese Werte gut und richtig sind und die Welt ein besserer Ort wäre, wenn jeder so denken würde wie ich.
Nehmen wir aber ein weniger eindeutiges Beispiel und ich frage, warum ein Kind bei einem schrecklichen Unfall sterben muss oder nach 10 Monaten normaler und „gesunder“ Schwangerschaft Tod oder mit einer unheilbaren Krankheit zur Welt kommt? Ist das wirklich Gottes Wille? Falls ja, warum?
Wo finden die Eltern (und auch das Kind) Trost im christlichen Glauben, wenn sie doch sich und ihrem Kind nichts vorzuwerfen haben?
Das ist eine sehr gute Frage, lieber Martin.
Und ich hab auch keine Überzeugende Antwort darauf. Aus Sicht vieler Theologen hat Gott halt eine Welt mit Naturgesetzen und menschlicher Freiheit geschaffen, und in dieser fehleranfälligen Welt geschehen Unglücke und Krankheiten als Teil der natürlichen Ordnung, ohne dass Gott direkt eingreift. Aber ich gebe zu, dass mich diese Antwort auch nicht überzeugt…
Dazu gibt es eine schöne Legende: Der hl. Augustinus, einer der bedeutensten Kirchenlehrer aller Zeiten, wollte einen Traktat verfassen, wo es um die Dreifaltigkeit ging. Um sich zu entspannen und seine Gedanken zu sortieren spazierte er eine Weile am Meer. Dort sah er einen Jungen der mit einem Löffel Wasser aus dem Meer schöpfte und in eine selbstgemachte Grube goß. Auf die Frage an den Jungen was er da mache antwortet der: Ich versuche das Meer trocken zu legen und in diese Grube zu füllen. Augustinus lächelte mitleidsvoll und sagte dass das unmöglich wäre. Der aber erwiderte ihm, eher sei es für ihn möglich, das fertigzubringen, als für Augustinus, in seinem Buch auch nur den kleinsten Teil der Geheimnisse der Dreifaltigkeit zu erklären. Und er verglich die Grube mit dem Buch, das Meer mit der Dreifaltigkeit und den Löffel mit dem Verstand des Augustinus.
Über Gott nachzudenken, kann nur zum Glauben führen, niemals zum Wissen.
Wer einen lieben Menschen, einen nahen Verwandten oder einen Freund, verliert, ist – verständlicherweise – todtraurig und fragt nach dem „WARUM ???“.
Als mein alter Herr absolut unerwartet und urplötzlich gehen mußte, war ich völlig konsterniert.
Wenn dann noch dazu kommt, daß, weil der andere Elternteil schon längst verstorben ist, die Wohnung oder das Haus geräumt und der Haushalt aufgelöst werden muß, ist mancher komplett überfordert.
Man nimmt buchstäblich jedes Teil, jeden Gegenstand, in die Hand und überlegt sich, was damit geschehen soll.
Das dauert mitunter Monate, wenn man nicht einfach alles entsorgen will.
Und dann zieht man irgendwann zum allerletzten Mal die Wohnungs- oder Haustür zu.
Schrecklich. Wie ein Stich ins Herz.
Und diese Zeit des Ausräumens macht einem u.U. klar, daß der Schmerz durch den erlittenen Verlust zwar für die Hinterbliebenen groß ist und auch nicht übermorgen oder nächste Woche vorbei sein wird.
Aber es wird vielleicht deutlich, daß der Verstorbene ohne großes Leid und ohne lange Schmerzen gehen konnte oder nicht länger leiden mußte.
Plötzlicher, unerwarteter Tod ist für die Angehörigen immer wie ein Hammerschlag vor den Kopf. Für den Betroffenen aber das beste, was passieren kann, wenn wir ehrlich sind.
Beim Tod eines Kindes, das doch noch sein ganzes Leben vor sich hatte, ist die Unfassbarkeit noch größer.
Das „WARUM ??“ kann Manchen geradezu verzweifeln lassen.
Und gerade dann ist es – zumindest für mich – tröstlich und hilfreich, zu wissen, daß mit dem Tod nicht „alles vorbei“ ist und daß da jemand oder etwas ist, der einen auffängt.
Vielleicht bin ich irgendwann total enttäuscht, daß ich nichts und niemanden sehe oder spüre – aber bis dahin sehe ich es so.
Mit IHM kann man reden – wie mit einem guten Freund, auch schimpfen.
Und man bekommt eine Antwort – wenn man sie denn hören will.
Kein Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit, erst recht nicht der Beweis für irgend etwas.
Nur die Gedanken eines alten, weis(s)en Mannes, der den größten Teil seines Lebens wahrscheinlich hinter sich hat.
@Klaus Kelle
‚…hat Gott halt eine Welt mit Naturgesetzen und menschlicher Freiheit geschaffen, und in dieser fehleranfälligen Welt geschehen Unglücke und Krankheiten…“
DIe Frage nach dem Leiden haben schon viele gestellt. Denn wenn Gott perfekt ist, warum schafft er dann eine offensichtlichtlich unperfekte Welt? Leibnitz kam zu dem Schluss, dass nicht Welt nich besser sein _kann_, denn ein allmächtiger, allwissender, allgütiger Gott wird nur eine Welt schaffen, die so perfekt ist wie möglich: Es ist die beste aller möglichen Welten.
Bleibt dann aber die Frage, WARUM ein allgütiger Gott wissenden Auges eine so leidvolle Welt erschaffen hat.
Möge die österliche Botschaft etwas Frieden in diese welt bringen….allein, mir fehlt der Glaube.
@Elena,
WARUM ein allgütiger Gott wissenden Auges eine so leidvolle Welt erschaffen hat.
Das ist tatsächlich eine der entscheidenden Fragen bei dem ganzen Thema. Gott hat in Welt gschaffen, in der er dem Menschen einen komplett freien Willen zubillig. Zwischen: was sollte der Mensch entscheiden, wenn es gar keine Alternativen gibt?
Viele Theologen argumentieren, dass etwa „das Böse“ die logische Folge einer Entscheidung gegen das Gute ist. Anders gesagt: Ohne die Möglichkeit, sich gegen Gott zu entscheiden, gäbe es keine echte Liebe oder Freiheit.
Oder wie Augustinus es ausdrückte: das Böse entsteht durch den „Mangel am Guten“, so ähnlich wie Dunkelheit die Abwesenheit von Licht ist.
Damit Liebe und Moral einen Wert haben, müssen sie freiwillig geschehen. Gott will keine Roboter, die darauf programmiert sind, nur Gutes zu tun. Die Freiheit, sich für das Gute zu entscheiden, schließt zwingend die Freiheit ein, sich eben auch für das Böse zu entscheiden. Gott lässt also sozusagen das Böse zu, um die Autonomie des Menschen zu erhalten.
@Klaus Kelle
Mal angenommen, der Wille des Menschen sei „komplett frei“, (was leicht bezweifelt werden kann) so wusste doch der Allwissende, welches Leid er damit schuf. Warum also erschuf er diese leidvolle Welt überhaupt?
Und dieser komplett freie Wille kommt den Menschen ja auch nur während seines irdischen Lebns zuteil, denn im Paradies, dem sogenannten ewigen Leben, wo es keine Übel mehr gibt, kann es ja logischerweise keinen freien willen mehr geben (was in der Hölle zumindest theoretisch noch möglich ist).
@Elena
Die Frage nach dem Warum ist elementar. Die stellt sich nur der Mensch. Ein Wal, um mal aktuell zu bleiben, stellt sich diese Frage nicht. Wenn Sie eine Antwort haben wollen, dann fragen Sie hartnäckig bei Gott selbst nach. Nehmen Sie sich eine Stunde, gehen in eine katholische Kirche vor dem Tabernakel (kann man googlen) und bleiben Sie in der Stille vor Gott. Ihnen auf jeden Fall eine gesegnet Ostern. Bedenken Sie, wenn Jesus nicht auferstanden wäre, ist unser Glaube nutzlos.
@gerd
Die Frage nach dem Warum stelle ich ja nicht einfach so, sondern weil es den zugeschriebenen Eigenschaften des Schöpfergottes, sowohl des christlichen, jüdischen und des islamischen, widerspricht.
Und die Aufforderung, mich auf Gott oder Allah oder Jahwe in Stille und Demut einzulassen, bekam ich schon öfters. Leider (?) erfolglos, egal ob in Tempel, Kirche oder Moschee. Es gab da keine Antwort, auch von keinem Gläubigen.
Die einzige Annahme, die alle sich widersprechenden Eigenschaften der jeweiligen Gottheiten der erwähnten Religionen löst, ist die, dass es keinen Schöpfergott gibt. Wenigstens keinen mit den beschriebenen Eigenschaften der monotheistischen Religionen.
@Martin Ludwig
Ihren letzten Beitrag habe ich erst nach meinem vorletzten Post gelesen.
Sie schreiben:
„ Im christlichen Glauben starb Jesus für uns alle am Kreuz und hat damit das Leiden der Welt auf sich genommen. Dieser Gedanke würde mich sehr glücklich machen – doch das Leid auf der Welt ist allgegenwärtig. Warum lässt Gott zu, dass so viele schreckliche Dinge geschehen? Warum hat Jesus sich über 2.000 Jahre lang nichtmehr blicken lassen? Ist sein „Werk“ beendet und wir müssen von nun an für alle Tage einfach „Glauben“, dass es ihn gegeben hat? Wäre es nicht grausam, wenn „jemand“ etwas daran ändern könnte und stattdessen einfach nichts tut?“
Ich weiß noch genau; ich war damals ebenso ratlos und zugleich verzweifelt auf der Suche nach Wahrheit. Und zutiefst unsicher, was es mit der Bibel, Gott und Jesus auf sich hat. Hinzu kamen Fragen nach der historischen Zuverlässigkeit der Bibel und vieles mehr. Verstörend, verwirrend und belastend war dies.
Fragen Sie mich bitte nicht, wie es dazu kam: eines Tages nahm ich mir eine Bibel und las das Evangelium von Johannes (kein Scherz). So fing mein Vertrauen auf Gott und Jesus Christus an.
@Johannes
Ich danke dir für diesen „Einblick“ in deinen Weg zu Gott. Ich für mich weiß, dass dieser Weg mir keinerlei neue Erkenntnisse liefert. Im Gegenteil, die Fragen in meinem Kopf wurden nur noch mehr und lauter.
Ich habe die Bibel gelesen (das alte und das neue Testament). Ich habe den Koran gelesen, genau wie ich die Bhagavad Gita, die Einführung in den Buddhismus und auch die satanische Bibel von LaVey gelesen habe.
In vielen Religionen gefällt mir der zu grunde liegende Gedanke – am besten finde ich in diesem Zusammenhang das Prinzip von Karma und dessen Auswirkungen auf das nächste Leben.
Ich möchte vieles davon Glauben… bin dort aber final noch nicht angekommen.
@Martin Ludwig
Wünsche von Herzen gute Entdeckungen bei der Reise!
@Martin Ludwig
Ich muss Ihnen leider Gottes attestieren, dass Sie den christlichen Glauben (noch) nicht verstanden haben, grundsätzlich nicht. Sie erachten ihn offensichtlich als reine Geschichtsschreibung neben vielen anderen. Die Fragen, die Sie stellen, belegen das. Es sind die Fragen eines jungen Konfirmanden oder Firmlings (Widersprüchlichkeit der Bibel, d.h. sie wörtlich nehmen, wie es Sekten tun, Autoren-Spin, Stille Post, Theodizee-Frage, Wo ist Jesus jetzt? Spielt er ein Spiel mit uns? Sind wir alleine im Universum? Nach welchem „Vorbild“ wurde der Mensch geschaffen? Gibt es mehrere Götter? Ist Gott ein Metamorph?).
Da Sie naturwissenschaftlich bzw. akademisch hochgebildet scheinen, ist dieser Umstand umso erstaunlicher.
Entropie im Kontext Thermodynamik zu verstehen, setzt höhere intellektuelle Fähigkeiten und Abstraktionsvermögen voraus. Man darf deshalb durchaus erwarten, dass Sie über diesen Fragenkatalog der Mittelstufe längst hinaus sind und sehr viel kleinteiliger zu denken vermögen.
Zu Ihrer Versöhnung mit dem Christentum und ihres Stifters fehlt Ihnen die persönliche Begegnung mit Jesus Christus, bestenfalls ein Damaskus-Moment. Da können Sie sich noch so sehr in intellektueller Akrobatik versuchen und diese perfektionieren, nichts dergleichen wird Ihnen die persönliche Beziehung, die erfahrene Liebe ersetzen können.
„In jener Zeit sprach Jesus: Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du das vor den Weisen und Klugen verborgen und es den Unmündigen offenbart hast.“ (Mt 11,25).
Denken Sie sich eine Art geistig-transzendente „Entropie“, die nur jenseits meiner weiter oben beschriebenen Firewall existent und wirksam ist, die aber die stoffliche, die vergängliche, die negativ besetzte weil Unordnung mehrende und letztlich den Wärmetod des Universums herbeiführende, tilgen kann und das „System“ quasi umgekehrt, unter Wegfall bzw. Nicht-Existenz des 2. Hauptsatzes in einen Zustand allerhöchster Ordnung, vollkommener (seelischer) Wärme, gänzlich unversehrt, ohne des winzigsten Anzeichens eines Bruchs, Antipode zum Chaos, so wie es am Anbeginn der Schöpfung vom Logos gedacht war, überführen kann. Ich nenne diese Transition die „Entropie des Glaubens“, die das bereits gänzlich von Gott getragene Streben des Menschen hin zu seinem eigentlichen, finalen Ziel beschreibt.
Es ist nicht die Intelligenz, nicht die Bildung, nicht das Wissen, dass Menschen hin zum Vertrauen auf Gott und seinen Christus führt.
Es ist auch nicht der Zweifel, nicht das Suchen, nicht das Irren, dass einen Menschen an der Begegnung mit Christus hindert – im Gegenteil:
Ich glaube, rief der verzweifelte Vater Jesus zu. „Hilf meinem Unglauben“ ist in Markus 9, 24 zu lesen.
Jeder, und das ist meine Erfahrung, ist auf seiner zutiefst persönlichen Glaubensreise und ich würde von Wertungen persönlich Abstand nehmen.
Es ist letztlich ein Geheimnis.
Dem Blogbetreiber ein herzliches Dankeschön für das wunderbare Thema! Den Austausch darüber finde ich wirklich großartig und inspirierend, klug, teilweise so persönlich, so reflektiert und auch mit unglaublich viel Hintergrundwissen zum Thema. Ich bin wirklich beeindruckt!
Es ist quasi ein vorösterliches Geschenk für mich und in einige Kommentare werde ich mich in einer ruhigen Stunde nochmal vertiefen.
Ein gesegnetes Osterfest für Alle, von einer stillen Mitleserin!
@SiWi,
danke für die Blumen! 🙂
Gesegnete Ostertage für Sie und Ihre Lieben!
Klaus Kelle
Während sich hier „Gläubige, Suchende, Wissende“ über ihre Beziehung bis Erleuchtung über das Christsein austauschten, wurde während des Ramadans in einer städtischen Kita in Gelsenkirchen der Nachwuchs schon mal vorrausschauend auf seine Zukunft vorbereitet?
– Wie man in einer Moschee betet (Gebetshaltungen, Bewegungen).
– Ihre Namen auf Arabisch zu schreiben.
– Eine Moschee auszumalen (als „Hausaufgabe“).
Die deutschen Eltern sollen wohl protestiert haben, wie anderenorts zu lesen ist?
Ich verkneife mir die Frage, in welchem Bundesland Gelsenkirchen liegt und wer dieses Bundesland regiert …
WIE ICH VOM GLAUBEN ABFIEL
Als Kind war ich, wie alle Kinder im Dorf, Ministrant, a.k.a Messdiener, und fragte als ca 12 – Jähriger unseren Pfarrer, dass ich die Dreifaltigkeit nicht verstünde – Gott Vater – Sohn und Heiliger Geist – drei unterschiedliche Dinge, aber dennoch eine Einheit. Seine Antwort klingt heute noch in meinen Ohren: „ Werner, du bist zu dumm, das zu verstehen. Glaube es einfach“.
Ich war massiv getroffen, als Depp bezeichnet zu werden, „kündigte“ und verweigerte von diesem Moment an den sonntäglichen Kirchgang.
Man kann auch einem Kind komplexe Zusammenhänge erklären – wenn man will, denn als Arzt habe ich auch Kinder aufgeklärt – es geht, wenn man will und wenn man selbst Ahnung hat.
Von dem Moment an lief ich als Agnostiker durchs Leben, schrieb mich mit 18 an der Universität ein und die 2. Handlung war mit Erreichen der Großjährigkeit mein Austritt aus der Kirche, hatte aber das Gefühl, dass man eine kleine ethisch-moralische Gehhilfe/ Krücke benötigt und begann, mich mit den verschiedensten Religionen zu beschäftigen, bis ich schlussendlich beim Buddhismus landete, für mich weniger Religion als eine wunderschöne Philosophie, besuchte Einführungskurse im Buddhistischen Zentrum, wo mir das Buch „Was uns der Buddha lehrt“ empfohlen wurde. Und darin fand ich eine Stelle, die mir bestätigte, dass unser Pfarre falsch lag, denn Rahula schrieb: „Eine Religon muss man verstehen – nicht blind glauben“, und das unterscheidet den Buddhismus von den anderen Weltreligionen wie das Christentum, den Islam und den Brahmanismus. Der Chinesische Universalsmus ( ein Mix aus Buddhismus, Konfuzianismus und Taoismus – Definition von Glasenapp in deinem wunderbaren Buch „Die 5 Weltreligionen ) tendiert eher zum Buddhismus.
Auch Hamed Abdel Samad beschrieb in einem seiner Bücher seine Apostasie mit den berührenden Worten: “Ich bin vom Glauben zum Wissen konvertiert“ – eine weitere Bestätigung für mein Handeln.
Dennoch respektierte ich weiterhin die christlichen Kirchen und wünschte mir eine starke Kirche so als Art Bollwerk in Zeiten wie diesen, obwohl der 2. Grund für meinen Austritt mein Religionslehrer war, den ich im Gymnasium hatte – der spätere Kardinal Hans Hermann Groer, berühmt – berüchtigt durch die Tatsache, dass er seine Zöglinge im Internat ( ich war gottlob nie in einem Internat ) zum Teil missbrauchte, aber auch anderen Schülern, auch mir, eindeutige Avancen machte, die wir massivst zurückwiesen. Aber einen Einzelfall der ganzen Kirche anzulasten kam mir nie in den Sinn, aber die Unfehlbarkeit des Papstes bei der Ernennung eines Kardinals war damit auch vom Tisch, wobei ich von all den Päpsten, die ich mit meinen 70+ bereits „erlebte“, Benedikt XVI – Ratzinger -am meiste bewunderte ob seines Intellekts und seines Mutes – „Regensburger Rede“. Er hatte nur im Gegensatz zu seinem Vorgänger und Nachfolger den Nachteil, kein allzu großer Sympathieträger zu sein, aber er war klar in einen Aussagen, auf neuhochdeutsch: straight.
Man darf sich über den Schwund der Gläubigen nicht wundern, wenn die Kirchenoberen wie Kardinal Marx und Bischof Bedford-Strohm ihren Glauben in Judas-Manier verrieten, als sie z.B am Tempelberg ihre Kreuze abnahmen, aber von den Gläubiger erwarten, zu Märtyrern zu beten, selbst aber den Weg des geringsten Widerstands gehen.
Sollte ein Beitrag werden, dass man nicht Mitglied einer Kirche sein muss, um zu glauben, und dennoch die Kirche weiterhin zu unterstützen.
Habe kürzlich einen Beitrag an meine kleine, feine Leserschar geschrieben ,wie und wo ich bete:
BETEN
Manchmal habe ich das Bedürfnis nach Kontemplation, und dann mache ich
das gerne im Garten, während ich die träge an mir vorbeifließende Donau
beobachte ( Buddha hat seine Erleuchtung neben einem Fluss gefunden – bei
mir wird sie wahrscheinlich nie kommen, aber Ruhe finde ich allemal ),
manchmal gehe ich in die Stupa in der Nähe meiner Bezirksstadt oder ich verweile in einer Kirche – egal, es sind wunderschöne Orte der Ruhe und
Abgeschiedenheit und ich besinne mich, bete in meiner Art.
Vor Jahren suchte ich dieses Bedürfnis nach Kontemplation und fuhr an
einem grauen Novembertag von Wien nach Schöngrabern, die in meinen
Augen schönste Kirche – romanisch – und setzte mich um 16:00 in eine leere
Kirche. Nach einer Stunde kamen eher alte Menschen, die Männer setzten
sich auf die rechte Seite, die Frauen auf die linke und sie begannen einen
Rosenkranz zu beten, was ich Jahrzehnte nicht mehr gehört hatte. Dieses
repetitive Wiederholen Ein – und Desselben ähnelt irgendwie dem Chanten
im Buddhismus und ich hing weiter meinen Gedanken nach.
2 Stunden waren vergangen, seit ich mich in die Kirchenbank gesetzt hatte
und ich wollte bereits gehen, als sich die Kirche plötzlich füllte bis zum
letzten Platz und es begann ein Hochamt mit Orgel und Kirchenchor und ich
nahm das Gesangsbuch und habe mitgesungen, bin aufgestanden, wenn es
alle taten – ich habe der Religion meinen Respekt gezollt, wie es jeder
kultivierte, tolerante Mensch tut.
Nach 3 Stunde habe ich die Kirche verlasen und war beseelt/ glücklich, denn
ich fand Ruhe.
Es gibt niemanden, der mich dazu zwingt, genau so möchte ich niemandem
meinen Glauben aufzwingen, indem ich ihm demonstrativ zeige: „Schaut her,
so betet man – nur das ist der richtige Weg.“
Das nennt man Toleranz, eine leider aussterbende Tugend.
Lieber Herr Dr.Stockinger,
haben Sie vielen Dank für dieses ausführliche und sehr persönliche Bekenntnis zu ihrem Glauben.
Ich verstehe Ihre Enttäuschung als kleiner Junge, so von einem „Gottesmann“ abgebürstet zu werden. Ich kenne auch einen Fall, wo jemand aus der Kirche ausgetreten ist, weil der Pfarrer bei der Beerdigung Unsinn über einen verstorbenen Vater erzählt hat. Oder ein Freund meiner Eltern, der nach dem Unfalltod seiner geliebten Frau weinend bei uns im Wohnzimmer saß und fragte, was das für ein Gott sein soll, der sowas zulässt…
Ich selbst sehe das allerdings anders.
Mein Weg zum Glauben an Gott begann erst, als ich etwa 25 Jahre alt war, und die Initialzündung war vergleichsweise banal.
In meine lippischen Heimat weigerte sich damals ein evangelischer Pastor ein Paar zu trauen, weil der Bräutigam Soldat war und in Uniform getraut werden wollte. Das hat mich sehr empört, denn selbst mein rudimentäres Wissen über den Glauben damals ließ den Gedanken zu, dass für Jesus Christus erstmal alle Menschen willkommen seien.
Ein unfähiger Pfarrer ist ärgerlich, Priester, die Kinder missbrauchen oder auch nur in den Klingelbeutel greifen und die Kollekte plündern, sind ekelhaft. Aber, lieber Herr Dr. Stockinger, das ist nicht Jesus Christus und seine Lehre.
Ich könnte Ihnen jetzt gleich mit ein paar Anrufen ein Dutzend Priester organisieren, die ihnen problemlos die Dreifaltigkeit und den Sinn dahinter erklärten. Als Laie aber in Grundzügen könnte ich das heute auch. DER GLAUBE ist etwas viel Größeres als ein unfähiger Pfarrer.
Und natürlich hat der Buddhismus auch seine Berechtigung, wenngleich – das sehe ich geenau wie Sie – er für mich keine Religion ist, sondern eine positive Lebenseinstellung vermittelt, was auch gut ist.
Klaus Kelle
Werter Herr Kelle!
Eine kleine Richtigstellung darf ich noch anbringen.
Sie schreiben im Bezug auf Kardinal Groer……….Aber, lieber Herr Dr. Stockinger, das ist nicht Jesus Christus und seine Lehre….., was ich in meinem Beitrag schon indirekt behauptete damit:
…..Aber einen Einzelfall der ganzen Kirche anzulasten kam mir nie in den Sinn, …..
Wollte damit nur aufzeigen, dass es wunderschön ist, gläubige Menschen zu erleben, solange sie nicht brains-washed sind.
Liebe Grüße aus der Wachau
W.S.