Nichts ist im Sport so einzigartig wie eine Fußball-Weltmeisterschaft
Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Der Ball ist rund, und Foul ist, wenn der Schiri pfeift. Nur damit die Gelegenheits-Fußballfans der deutschen Nationalmannschaft mal einige der wichtigsten Kernsätze dieser Sportart gehört haben.
Die Fußball-Weltmeisterschaft hat rasant an Fahrt aufgenommen, auch wenn Deutschland nicht mehr im Turnier ist.
Über das erneute Debakel – das dritte in Folge – ist viel berichtet und kommentiert worden. Ich will Sie nicht mit einer ausführlichen weiteren Einschätzung langweilen, zumal das, was Loddar Matthäus und andere gesagt haben, zu 100 Prozent meiner Meinung entspricht.
Kurz: Julian Nagelsmann war zu jung und zu unreif für die Position eines Nationaltrainers unserer Vier-Sterne-Elf. Seine Personalpolitik ist kaum nachzuvollziehen; die Familientreffen vor Beginn des Turniers haben den Fokus unserer Jungs vom großen Ziel abgelenkt. Wozu ich anmerken möchte, dass „große Ziele“ heute für den DFB erst mal das Überstehen der Vorrunde sind und nicht mehr der Titelgewinn. Aber das ist eine andere Geschichte.
Deutschland ist raus gegen Paraguay – Blamage
Keine ansteckende Spielidee – peinlich.
Keinen Spieler, der, wenn es eng wird, den Unterschied macht, wie ihn Engländer (Kane), Argentinier (Messi) oder Norweger (Haaland) eben haben. So einfach kann das sein mit dem Fußball.
Und jetzt verrate ich Ihnen mal was: Mund abwischen, weiter.
Leider hatte mir das Schicksal – oder sagen wir, der Kardiologe – zwei Wochen im Krankenhaus verordnet, sodass ich genau zu dieser Zeit Muße hatte, stundenlang live Fußball zu gucken, auch zu den Zeiten, die normale Menschen sonst nicht haben.
Die Schweiz gegen Algerien zum Beispiel, Spanien gegen unsere Freunde aus dem Alpenvorland und Portugal gegen Spanien.
Was für ein Spaß es macht, diesen Mannschaften zuzuschauen, oder?
Ich habe auch fasziniert Brasilien gegen Japan zugeschaut (und zu den Japanern gehalten, die leider verloren).
Aber Kampf, Leidenschaft und Spielwitz – wir alle erleben eine fantastische WM.
Und erinnern Sie sich noch an das Genörgel vor dem Start?
Die hohen Ticketpreise, Donald Trump und was weiß ich noch. Und was passiert? Genau! Nix … Die Leute haben Spaß, die ganze Welt ist live dabei.
Im ARD-„Morgenmagazin“ hatten sie vor dem Paraguay-Debakel einen deutschen Fan aus Stuttgart vor der Kamera – da noch in bester Stimmung. Der Mann, vielleicht 35 Jahre jung, aß während des Interviews einen Burger mit Krabbenfleisch und einem Klecks Mayonnaise. Die Moderatorin fragte, was der gekostet habe. 46 Dollar – in Worten: 46 DOLLAR. Für einen Krabbenburger – kennen Sie vielleicht von „Spongebob“. Und wissen Sie was? Der Preis war dem Mann vollkommen egal. Wer sich seinen Lebenstraum erfüllt und seiner Mannschaft in den USA zwei Wochen lang hinterherreist, der weiß, dass ihn das locker 5.000 oder 6.000 Dollar kostet. Aber es ist es ihnen wert.
Wenn alle vier Jahre eine Fußball-Weltmeisterschaft irgendwo stattfindet, dann trifft sich da das ganze globale Dorf zur großen Party.
Länder zelebrieren ihre nationalen Identitäten. Schotten in Kilts ziehen mit Dudelsäcken durch die großen Metropolen in den USA, Mexiko oder Kanada. Die Wikinger aus Norwegen machen uns allen Spaß mit ihrem Dauerrudern und den „Ro!“-Rufen – das ist Norwegisch für „rudern“. Dabei setzen sich Tausende Fans synchron auf den Boden, führen rhythmische Ruderbewegungen nach vorne und hinten aus und brüllen „Ro!“. Selbst im norwegischen Parlament zelebrierten die Abgeordneten ihren Schlachtruf, links, rechts und in der Mitte, weil die nämlich EIN Land sind und gemeinsame Interessen verfolgen.
Stellen Sie sich das mal im Deutschen Bundestag vor!
Fußball-Weltmeisterschaften – da wird mehr für den globalen Frieden getan als in den Vereinten Nationen, und das meine ich wirklich ernst
Kein internationales Sportereignis ist wie dieses. Kein Superbowl, keine Olympiade – und bitte, ich will das nicht abwerten, überhaupt nicht.
Aber der Kampf um die Krone der Fußballwelt, all die Geschichten vom Wunder von Bern, von Sepp Herberger und Helmut Schön – zumindest für uns Jungs gibt es nichts Vergleichbares.
Ich erinnere mich heute noch an „mein“ erstes Fußball-WM-Spiel, natürlich zu Hause vor dem Farbfernseher im Wohnzimmer unseres kleinen Häuschens in Holzhausen-Sylbach. Ein paar Onkel und Nachbarn waren dabei, es gab Flaschenbier (Herforder Pils) und Käsewürfel, und Deutschland spielte – es war der 14. Juni 1970 – im mexikanischen León gegen den amtierenden Weltmeister England. Mit denen hatten wir seit dem Turnier 1966 noch Gravierendes zu klären, wie sich die Älteren von Ihnen erinnern werden.
Nach einer Flanke von Karl-Heinz Schnellinger stand der Hamburger Uwe Seeler mit dem Rücken zum Tor, sprang hoch und verlängerte den Ball mit dem Hinterkopf über den englischen Torwart Peter Bonetti ins Netz. Mit dem Hinterkopf! Nie werde ich das vergessen. Gerd Müller legte später noch einen nach zum 3:2, und die Schmach mit dem „Tor von Wembley“ aus 1966 war ausgeglichen.
Es folgte dann unmittelbar das Jahrhundertspiel der Deutschen gegen Italien im Aztekenstadion vor 100.000 Zuschauern, das für uns 3:4 verloren ging. Allein über dieses Spiel gibt es ganze Bücher.
Fußball ist einzigartig. Fußball ist höchste Ekstase und tiefster Absturz gleichzeitig
Und deshalb: Ja, die Auftritte unserer Mannschaft in Moskau, Katar und zuletzt in den USA waren beschämend für uns Veteranen. Und trotzdem werde ich in vier Jahren wieder im schwarz-rot-goldenen Trikot vor irgendeiner großen Leinwand stehen, Bier trinken und weinen, wenn Deutschland gewinnt.
Haben Sie alle Spaß! Und lassen Sie mich wissen, wer nach Ihrer Ansicht Weltmeister wird. Mein bester Freund sagt, Mexiko! Spanien, Frankreich und Argentinien sind auch im Topf. RO!



„Leider hatte mir das Schicksal – oder sagen wir, der Kardiologe – zwei Wochen im Krankenhaus verordnet, sodass ich genau zu dieser Zeit Muße hatte, stundenlang live Fußball zu gucken, auch zu den Zeiten, die normale Menschen sonst nicht haben.“
Ich glaub‘s ja nicht …
In der Kardiologie und dann Fußball gucken …
Aber es gibt ja auch Patienten, die die Diagnose „Lungenkrebs“ bekommen und dann erst mal „eine rauchen“ müssen …
„Länder zelebrieren ihre nationalen Identitäten. Schotten in Kilts ziehen mit Dudelsäcken durch die großen Metropolen in den USA, Mexiko oder Kanada. Die Wikinger aus Norwegen machen uns allen Spaß mit ihrem Dauerrudern und den „Ro!“-Rufen – das ist Norwegisch für „rudern“.“
Und die Deutsch*/-/:/_/•/Innen ?
Die dürfen nicht mal ein schwarz-rot-goldenes Fähnchen schwenken, ohne von ihren demokratischen, Haltung zeigenden Volksgenoss*/-/:/_/•/Innen schräg angesehen zu werden.
„Und trotzdem werde ich in vier Jahren wieder im schwarz-rot-goldenen Trikot vor irgendeiner großen Leinwand stehen, Bier trinken und weinen, wenn Deutschland gewinnt.“
Es sei Ihnen von Herzen gegönnt !
Welcome back und beste Genesung vom Blog-Trottel !
Besten Dank für die guten Wünsche!
Der Chirurg hat gesagt, es gäbe nach dem Eingriff zwei Möglichkeiten. Entweder solle ich mich damit beschäftigen, dass „Merz nicht liefert“ oder Fußball gucken…
Hm …
Schwiiiiiierig …
Fragt sich, was schneller vorbei ist: die WM oder Merzens Kanzlerschaft …
Ich hoffe, es geht Ihnen gut? Bloooß niiicht aufreeegen! Schaue grad so halb und halb Ägypten/Australien, Mannschaften, die mich nicht die Bohne interessieren. 🙂 Trotzdem besser als das gesamte übrige Programm. Hab mich über die Engländer gefreut. Und hoffe, dass Klopp bei uns übernimmt. Dann könnte ich mich wieder begeistern.
Soweit ich überhaupt drin bin, könnten es die Franzosen schaffen, drücke aber natürlich auch den Engländern die Daumen. Wenn Harry allerdings ausfällt… weia.
Wünsche weiterhin beste Gesundheit
und bloooß niiicht aufreeegen!
„Nagelsmann – zu jung , zu unreif…“
Wenn ich höre, wieviel Kohle der Bundestrainer erhält, wird mir schwindelig, und das für eine miserable Leistung und demnächst für null Leistung!
Da hört für mich der Spass am Fussball auf.
Das Spiel gegen Paraguay war von Anfang bis Ende Mist. Schade um die Zeit vor der Glotze. Fußball vermischt mit Catch-as-Catch-can finde ich abstoßend.
Hoffentlich kennt der Kardiologe den Blogbetreiber gut genug, um ihm und seiner Pumpe die Aufregungen beim Fussballgucken zuzumuten!
Passen Sie auf sich auf, Herr Kelle!
Versprochen, liebe Frau Dr. Königs-Albrecht!
Die Kardiologen sind ganz entspannt mit mir. Deutschland ist raus, Russland war gar nicht drin – ich kann jetzt alles gucken….
LG KLaus Kelle
Lieber Klaus,
also lag ich mit meiner Befürchtung – leider – wieder einmal richtig. Ich hatte schon wachsende Sorge um Deinen Gesundheitszustand. Gott sei Dank waren es diesmal „nur“ zwei Wochen, welche der Kardiologe für einen Krankenhausaufenthalt als angemessen ansah. Und, Gott sei Dank, keine drei Monate. Umso mehr freue ich mich über Dein Lebenszeichen in Form eines Artikels über… Fußball. Na, über was denn sonst in diesen Tagen und Wochen? Obwohl mir Fußball nie etwas bedeutet hat, habe ich ein gewisses Verständnis für all jene, die, wie Du, mit Leib, Seele und auch mit ganzem Herzen dabei sind. Aber cave!, gerade ein schon vor-erkranktes Herz könnte die täglichen (und vielleicht auch nächtlichen) Wechselbäder der Gefühle, in die ein Fußball-Fan wie Du – derzeit und über Wochen – immer wieder hineingerät, nicht schadlos überstehen. Helle Aufregung, ob negativer oder positiver Natur, ist und bleibt Gift, insbesondere für das, sorry, alternde, bereits vorgeschädigte Herz. Und so besteht latent die Gefahr, dass der Preis selbst „sportlicher“ Erregungszustände einmal sehr hoch, ja allzu hoch, ausfallen könnte. Na, wem’s das wert ist… Welcome back, lieber Klaus! Und übe Dich vielleicht doch mal verstärkt in der hohen Kunst der Gelassenheit. Oder tritt die Fernbedienung in die Tonne. – PS: ein ausgiebiger, zügiger, aber dennoch kontemplativer Spaziergang an der frischen Luft ist dem menschlichen Herzen weitaus zuträglicher als quasi in Dauerspannung vorm häuslichen Bildschirm zu hocken. – Rauchst Du noch…? – Lieben Gruß zum Wochenende!
@S v B,
ich rauche seit zehn Jahren nicht mehr. Ich habe auch jetzt bei den Vorgesprächen mit Kardiologen und Chirurgen allerdings immer gesagt und angekreuzt, dass ich Nichtraucher bin, aber – im Schnitt – einmal im Monat eine Zigarre mit guten Freunden bei einem Glas Wein rauche, weil das ein Stück absoluter Lebensqualität ist. Und da Zigarrenrauchen nicht in der Lunge, sondern im Mundraum stattfindet, ist das auch nicht schädlicher für die Gesundheit als „ein Schokoladenpudding“, wie mir vor zehn Jahren ein Arzt versicherte mit dem Zusatz, dass könne er mir natürlich „offiziell nicht so sagen“ 🙂
Also, es geht mit jede Stunde besser, aber mein Akku ist derzeit maximal zu einem Viertel gefüllt. Ich lege mich gleich zwei Stunden wieder hin, dann mache ich was über die AfD in Erfurt, und dann bin ich bis Montag erstmal wieder raus. Also, benehmt Euch gut!
Liebe Grüße, Klaus
„ Also, benehmt Euch gut!“
GUT, daß Sie das der Krawallbiene hier geschrieben haben !
✌️
@H.K.
Mit Krawallbiene meinen Sie doch hoffentlich nicht mich…? Obwohl…
NEEEEIIIIN !
NIE nicht !
„Obwohl …“ ??
@KK
Eine fünfstündige OP am Herzen klingt mir verdammt nach einer am offenen Herzen. Umso vorsichtiger und bedächtiger solltest Du es in Zukunft angehen lassen, lieber Klaus.. Und vor allem solltest Du verstärkt auf Deinen Lebensstil, will heißen auf gesunde Ernährung , ausreichend Bewegung und genügend Schlaf achten. Sicher hörst bzw. liest Du solches nicht zum ersten Mal. Selbst die eine Zigarre pro Woche geht gar nicht. Denk‘ vielleicht auch mal an Deine zarten und empfindlichen Mund- und Rachenschleimhäute, an Deine unschätzbar wertvollen Stimmbänder, Deinen Kehlkopf. Sie alle sind vom Schicksal verdammt dazu, an Ort und Stelle zu verharren, was immer Du mit ihnen auch anstellen magst. Wie gerne würden sie die Flucht ergreifen, die Armen! – Just diese Vorstellung war es übrigens, die mich in erstaunlich wenigen frühmorgendlichen, kontemplativen Minuten vor etwa 15 Jahren dazu befähigt hat, mit dem Rauchen aufzuhören. Von Jetzt auf Gleich. Und da die von mir angeleitete Umprogrammierung im Gehirn offenbar gelungen und abgeschlossen war, blieb es auch dabei. Nicht einmal habe ich mich seitdem auch nur nach einem Zigarettenzug gesehnt. Aus, Schluss, Amen. Erstaunlich, wie unerwartet leicht mir dies fiel. Ich hatte mein Gehirn also von einer Sekunde zur nächsten von einer jahrelangen Sucht befreit, und das mit nachhaltigem Erfolg. Letztlich habe ich meine Lösung vom Suchtmittel Zigarette; Nikotin oder was auch immer wie eine Befreiung aus jahrelanger Sklaverei empfunden. Nota bene… all das geschah binnen nur weniger Minuten zu früher Morgenstunde. Ohne konkreten Anlass. Und ich habe seit dem denkwürdigen Moment nie wieder auch nur einen einzigen Gedanken an Glimmstängel verschwendet. Pfui Deibel! Es fängt eben alles im Kopf an. Ich bin mir fast sicher, dass man sich Willensstärke bis zu einem gewissen Maß sogar antrainieren kann. Ja, antrainieren. Also los, einfach mal ausprobieren! Aber halt, die nötige Ernsthaftigkeit sowie der ehrliche Wille, etwas wirklich zu erreichen, müssen vorausgesetzt werden. Sonst kann’s und wird’s wohl nix werden…
Lieben Gruß und gute Besserung!
Ja !
Und ich werde auch niiiiiiie wieder sagen „Friedrich Merz liefert !“
Zumindest bis morgen 06:40 nicht …
🤗
Liebe @S v B,
danke für Deine mitfühlenden Sätze.
Natürlich MUSS ich nich eine Zigarre rauchen (die letzte bisher war vor 6 Wochen). Mein Mund und meine Stimmbänder kommen mit so einer Dossis ganz sicher klar.
Es ist ja auch eine grundsätzliche Frage, ob man nicht Recht auf wenigstens ein kleines Stück Lebensqualität hat.
Ich MUSS auch kein Bier trinken, wenn ich Fußball gucke. Aber ich mache das Zeit meines Lebens, weshalb sollte ich jetzt aufhören? Cola und Fanta sind schlechter für die Gesundheit als Bier. Was ist der Sinn? Dass ich möglichst gesund sterbe, wie alle anderen auch?
Ich bin ein rationaler und meistens vernünftiger Mensch. Aber ich werde nich die nächsten 20 Jahre daran arbeiten mit grünem Tee, stillem Wasser und Tofu-Burger irgendwann möglichst gesund meine Augen hier für immer zu schließen.
Alles ist gesundheitlich ok, wenn man es nicht übertreibt. Ich trinke regelmäßig Kaffee, wenig aber gern Bier oder Grauburgunder. Viele andere Dinge habe ich schon 2016 nach meinem Herzinfarkt aufgegeben. 5 Kilo noch runter und wieder bei Kräften, dann bin ich in Topform.
Klaus
In der Umkleide unseres Dorfvereins, wo ich als 7jähriger zum ersten Mal mit Trikot und Stutzen in Vereinsfarben gegen den Ball getreten habe, hing der Spruch: Elf Kameraden/Freunde müsst ihr sein, wenn ihr siegen wollt.
Was ich in den Jahren des aktiven Fussballspiels gelernt habe, war unschätzbar wertvoll für mein ganzes Leben. Ich habe vor allem gelernt auch des öfteren zu verlieren ohne dabei in ein tiefes Loch zu fallen.
Werter Herr Kelle, gute Besserung, es dürfte für Ihr Herz ganz gut sein, dass die Mannschaft heute nicht gegen Frankreich antreten muss.
Ich tippe auf Frankreich.
Werter @Gerd Franken,
danke für die guten Wünsche! Sie animieren mich, Ihnen und allen eine kleine Anekdote aus der nicht lustigen vergangenen Woche zu erzählen
Ich wurde frühmorgens fünf Stunden lang operiert im Herzzentrum der Charité in Berlin, und als ich nachmittags langsam aufwachte, fand ich über meinem Krankenbett auf der Intensivstation einen wunderbaren Bildschirm, so ähnlich wie in Langstreckenfliegern. Heißt: Ich könne abends Deutschland gegen Ecuador schauen, was ich natürlich vorhatte.
Aber die Wahrheit ist, dass sie nach so einer OP total geschwächt sind, auch als Rechtspopulist. So schlief ich lange vor Anspiff ein und die Nacht durch.
Als ich am nächsten Vormuittag irgendwann langsam ins Leben zurückdämmerte und einen Pfleger in der Nähe erblickte, winkte ich ihn zu mir und krächtste mit dünner Stimme: „Wie ist es ausgegangen?“ Er wusste sofort, was ich meinte und antwortete: „Seien Sie froh, dass Sie geschlafen haben….“
Auch Ihnen ein schönes Wochenende!
Klaus Kelle
Das war aber kein Spaziergang wie man zunächst annehmen konnte!
5 Stunden Op sind kein Pappenspiel.
Ich hatte mir schon Gedanken gemacht, warum sich auf Ihrem Blog nichts tat.
Also, Herr Kelle, lassen Sie es sich von einer inzwischen 80Jähringen (die dieses Alter auch noch nicht wirklich realisiert hat) sagen, dass Sie Ihre körperliche Situation ernst nehmen müssen, wenn Sie ein richtig alter Knacker werden wollen.
Eine Zigarre und ein Glas Wein einmal im Monat sind sicher kein Problem. Schwieriger wird die Umstellung, wenn es ums „gesunde“ regelmäßige Essen, genügend Schlaf und die Vermeidung von Stress und Ärger geht.
Für diese Aufgabe drücke ich Ihnen alle Daumen.
Lassen Sie es langsam angehen!
Danke für die Aufmunterung, liebe Frau @Königs-Albrecht. Ich arbeite hart daran.
Viel Schlaf tut mir sehr gut, merke ich schon. Heute habe ich zum ersten Mal seit 13 Tagen wieder vollumfänglich duschen dürfen – das war besser als…viele andere Dinge jedenfalls. Und nachher gucke ich Brasilien gegen Norwegen, dazu ein gut gekühlter Apelsaft. Ich gebe mir Mühe…
Klaus Kelle
Lieber Klaus Kelle,
Auf The Germanz hatte ich glaube gelesen, dass Sie einen kurzen Krankenhausaufenthalt vor sich haben. Das eigene Herz sollte man pflegen wie den besten Freund oder Lebenspartner, und das nicht nur physisch. Daher freut es mich, dass Sie wieder fitter sind. Weiterhin gute Besserung!
Zur WM ist alles gesagt. Ich stimme Ihnen zu, und hatte es auch schon in Ihrem letzten Beitrag zur WM kommentiert: Nagelsmann mag seinen Anteil daran haben. Den größten sehe ich jedoch darin, dass wir aktuell zwar sehr gute aber keine herausragenden Torgaranten wie Kane, Messi, Mbappé und ja auch Haaland aufweisen können.
Mein Favorit? Frankreich. Sie spielen derzeit einfach herausragend. Und neben Mbappé gibt es noch einige weitere Hochkaräter wie Dembélé auf dem Feld.
Daumendrücken tue ich aber einem anderen Team. Nicht den Engländern. Ein Kane, der die Engländer quasi im Alleingang durch die WM kickt, wäre einfach zu wenig für einen Team-WM-Gewinn. Gleiches gilt für Messi mit Argentinien.
Nein, Daumendrücken tue ich den Mexikanern, gleich schon kommenden Montag (bzw. Sonntag Ortszeit) gegen England. Gastgeberland, spielt als Team begeisternd, ohne herausragende Einzelspieler wie ein Kane. Und dann noch in Mexico-City. Das wird ein Fest für die Mexikaner, selbst wenn sie von Kane bezwungen würden.
@Harald,
ja, Fußball ist – besonders für uns Männer – eine sehr individuelle Sache. Ich muss sagen, als ich da nachts in der Klinik rumlag und Brasilien gegen Japan auf dem Bildschirm über meinem Kopf verfolgte – das hatte einfach was. Dieses Duell südamerikanische Samba-Leichtigkeit gegen japanische Struktur und Ordnung. Obwohl mich beide Mannschaften im Grunde nichts angehen.
Tatsächlich halte ich Mexiko und Frankreich für die Top-Favoriten, gefolgt von Spanien und Argentinien.
Aber…
Ich liebe seit klein auf den englischen Fußball, dieses Volle Pulle, Balleroberung und dann direkt Attacke. Nicht immer erfolgreich, aber nahe an meiner Mentalität. Sollte es den Brits gelingen, in Mexiko gegen Mexiko zu bestehen, dann zählen Sie für mich auch zum Favoritenkreis.
Danke für Ihre Genesungswünsche. Alles überstanden, seit gestern wieder zu Hause, aber nochmal brauche ich so etwas nicht. Wenn ich in zehn Jahren wieder Brustschmerzen bekomen sollte, dann gehe ich nicht mehr zum Kardiologen, sondern spreche mit meinem Priester, wie es weitergeht.
Schönes Wochenende!
Ihr Klaus Kelle
Lieber Herr Kelle,
Ihre Krankheit veranlasst mich dazu, meine selbstverordnete Schweigepflicht vorübergehend zu unterbrechen, um Ihnen von Herzen gute Besserung zu wünschen. Mit Herzproblemen ist nicht zu spaßen, daher ist es wohl besser, in Zukunft auf Spiele der deutschen Katastrophal- ääh Nationalmannschaft zu verzichten.
Herzlichen Dank, lieber Herr Koester!
Lieber Herr Kelle,
„Wenn ich in zehn Jahren wieder Brustschmerzen bekomen sollte, dann gehe ich nicht mehr zum Kardiologen, sondern spreche mit meinem Priester, wie es weitergeht.“… und ich hoffe, der schickt Sie dann zum Kardiologen 😉… auch, wenn das ist nicht vergnügunssteuerpflichtig ist (das weiß ich aus eigener Erfahrung nur zu gut), aber das ist ein Spiel der Nationalmannschaft auch meist nicht 😃.
Ihnen alles Gute und passen Sie gut auf sich auf
Herzlichen Dank, lieber @Nobby
kk
Lieber Herr Kelle
auch von mir. Gute Besserung .
passen Sie auf sich auf.
und vermeiden sie Aufregungen.
Mache ich, versprochen!
Lieber Klaus Kelle, auch wenn ich stocksauer auf Sie bin wünsche ich Ihnen nur das Beste! Werden Sie gesund 😍
Frankreich müht sich grad ab, gegen paraguay
Ich bin froh, dass Frankreich Paraguay rausgehauen hat.
Nicht weil sie Deutschland „Dank“ eines zu Unrecht uns aberkannten Tors rausgeschmissen haben (spätestens gegen Frankreich wäre wahrscheinlich eh Schluss gewesen für Deutschland), sondern weil Paraguay gestern schmutzigen Fußball der übelsten Art gespielt hat.
Üblicherweise drückt man Außenseitern die Daumen. Diesmal nicht. Ich glaube, jeder ist froh, dass dieser Underdog raus ist. Paraguay hat dem eigenen Ansehen und der WM sehr geschadet.
Ich hoffe, dieser völlig unfähige und überforderte Schiedsrichter Tantashev pfeift kein Spiel mehr bei der WM. Überhaupt fällt die generelle Schiedsrichter- und VAR-Leistung bei dieser WM extrem bescheiden aus. Ausnahme: die Amerikanerin Tori Penso. Dass eine Frau den Herren zeigen muss, wie man souverän ein Spiel leitet, ist bemerkenswert.