„Brandmauer“ kaputt? Warum manche Entscheidungen nur eine Mehrheit finden, wenn sie von der „anderen Seite“ kommen
Manche politischen Entscheidungen, die unbedingt getroffen werden müssen, können oft nur „die Anderen“ durchsetzen, weil es sonst nicht funktioniert. Ein Paradebeispiel dafür ist die Normalisierung Deutschlands nach den Jahrzehnten des internationalen Vorbehalts.
Wir durften nach 1990 immer Solidarität bekunden und die Rechnungen bezahlen, aber Souveränität und damit politische Macht im globalen Spiel der Kräfte – dazu gehört neben gutem Willen auch, dass man handlungsfähig ist. Dass man militärische Macht nicht nur am Tag der offenen Tür der Bundeswehr andeutet oder die Ehrenformation für Staatsgäste aufbaut, sondern dass man sie auch ausüben kann.
So wie am 24. März 1999, als die deutschen Streitkräfte zum ersten Mal nach 1945 im Rahmen der „Operation Allied Force“ im Kosovokrieg eingriffen. Dabei beteiligte sich die deutsche Luftwaffe mit Tornado-Kampfflugzeugen an den Luftangriffen der NATO gegen das damalige Rest-Jugoslawien.
Damals regierte eine rot-grüne Koalition unter Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und Außenminister Joschka Fischer von den Grünen.
Zur Wahrheit gehört, dass der Einsatz im Oktober 1998 von der alten Bundesregierung von Helmut Kohl beschlossen wurde, aber vollzogen hat es dann Rot-Grün.
Die Koalition der „Nie-wieder-Krieg“-Parteien SPD und Grüne, in der Tradition der vielen Sozialdemokraten, die unter Hitler ihr Leben verloren haben, und auch in der Tradition der Petra Kellys und Gerd Bastians aus der Friedensbewegung, die damals Straßen blockierten, auf denen die amerikanischen Streitkräfte ihre Pershing-II-Raketen zum Stützpunkt in Mutlangen (Baden-Württemberg) lieferten.
Und diese politischen Kräfte taten dann das Richtige
Als es darauf ankam – Deutschland zuerst sozusagen, das heute besonders lautstark politische Kräfte für sich proklamieren, in ihren Reihen aber Leute dulden, die sich vom deutschen Steuerzahler üppig bezahlen lassen, aber tatsächlich das Geschäft einer feindlichen Macht im Berliner Politikbetrieb betreiben.
Für SPD und Grüne war die Zeit 1998 und 1999 eine echte innere Zerreißprobe. Und dennoch beschlossen an diesem 16. Oktober 1998 500 gegen 62 Abgeordnete bei 18 Enthaltungen, dass Deutschland nun auch komplett seine Souveränität herstellt.
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SPD, CDU/CSU, FDP und große Teile der Grünen waren dabei. Einzig die SED, die damals PDS und heute Die Linke heißt, stimmte dagegen.
Parteien, die unbedingt dagegen sein wollen bei dem, was die Mehrheit will, haben wir ja auch heute.
Und nun stellen Sie sich vor, die Regierung von Helmut Kohl und den Seinen hätte die Entscheidung für den ersten Kriegseinsatz nach 1945 damals ohne Rote und Grüne treffen müssen!
Was wäre auf den Straßen des gerade wiedervereinigten Deutschlands los gewesen? Gut möglich, dass in Großstädten und vor Kasernen der Bundeswehr und der Amerikaner bürgerkriegsähnliche Zustände geherrscht hätten. Aber dieses Mal eben nicht.
Weil es richtig war, weil es getan werden musste
Die deutsche Regierung begründete den Einsatz damals als humanitäre Notwendigkeit, um ethnische Säuberungen und schwerste Menschenrechtsverletzungen im Kosovo zu stoppen. Das hatte die EU drei Jahre lang ergebnislos versucht, während unablässig gefoltert und gemordet wurde auf dem Balkan. Mit dem militärischen Eingriff der NATO war das Töten innerhalb weniger Tage vorbei. Von wegen, Militär ist niemals die Lösung
Am 13. Mai 1999 stellte sich Außenminister Fischer auf einem Sonderparteitag seiner Grünen in Bielefeld einer emotional aufgehetzten Versammlung, in deren Verlauf er ausgebuht, ausgepfiffen und übel beschimpft wurde. Einer im Saal warf einen Farbbeutel und traf Fischer am Kopf, so schwer, dass sein Trommelfell riss. Doch der Grüne wich nicht und hielt die vielleicht beeindruckendste Rede seines Lebens:
„Ihr könnt pfeifen, so viel ihr wollt! Aber die Frage, wie wir Menschenleben schützen, die lässt sich nicht mit Pfiffen beantworten. Wenn die jugoslawische Armee dort unten vergewaltigt, vertreibt und mordet, dann ist das Faschismus, und dagegen müssen wir handeln!“
Warum komme ich heute mit diesem Ausflug in die Vergangenheit?
Weil manche Dinge politisch nur möglich sind, wenn sie von der unerwarteten Seite kommen. So wie gestern.
Da hat der frühere Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Torsten Albig, seiner SPD via Zeitungsinterview in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ empfohlen, sich zukünftig auch auf Kooperationen mit der rechten AfD einzulassen.
„Wahrscheinlich wäre es sogar einfacher, wenn wie in Dänemark Sozialdemokraten die Ersten wären, die auch mit den Rechtspopulisten bei bestimmten Themen zusammenarbeiten, die unsere Wähler heute in deren Arme treiben“, so der 62-Jährige in dem Gespräch.
Gleichzeitig lehnt Albig „Vielparteienbündnisse“ aus SPD, CDU, Linken, Grünen und BSW dringend ab. Albig: „Solche Bündnisse lassen nur noch frustrierte Wähler zurück.“ Und weiter: Alte Genossen träten eins zu eins in die AfD ein – „und das sicher nicht, weil die alle Nazis geworden sind, sondern weil sie bei uns etwas vermissen“.
Viele Kommentatoren haben darüber schon vor Jahren geschrieben. Aber die Köpfe der traditionellen Parteien wollten es einfach nicht wahrhaben. Sie setzten auf das Prinzip Hoffnung, darauf, dass irgendjemand, meinetwegen der liebe Gott, verhindern möge, dass die AfD in Regierungsverantwortung kommt. Aber der liebe Gott interessiert sich nicht für Parteipolitik.
Und die Dämme brechen überall – nicht nur in den Meinungsumfragen
Und auch nicht nur in Ostdeutschland. Die Mehrheit der Deutschen will eine andere Politik. Nicht eine kleine Kurskorrektur, sondern eine deutlich andere Politik.
Und wenn die einstmals dominierenden Parteien in Deutschland denken, sie könnten das ignorieren, dann irren sie sich gewaltig. Denn dann suchen sich die Wähler jemanden anderes, der sich darum kümmert, ihre Sorgen ernst zu nehmen.
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat das jüngst eingeräumt, als er sagte, man habe sich das mit der Bekämpfung der AfD leichter vorgestellt, als es ist.
Aber es sind nicht nur zaghafte Bemerkungen am Rande, das Zerbröckeln der Brandmauer findet ganz konkret statt. In der vergangenen Woche fand im Wirtschaftsausschuss des Deutschen Bundestags eine geheime Abstimmung über einen stellvertretenden Vorsitzenden statt. Der AfD-Kandidat Malte Kaufmann kandidierte und fiel durch, wie AfDler bisher immer durchfallen bei der Mehrheit im deutschen Parlament, wenn sie für irgendwas kandidieren. Die AfD hat in dem Ausschuss 10 Sitze, bei der Abstimmung gab es aber 16 Stimmen für Kaufmann. Linke und Grüne hyperventilierten nach Bekanntgabe des Ergebnisses.
Und das ist ein wirklich gutes Zeichen, dass sich gerade etwas verändert…



Insbesondere nach den aktuellen Äußerungen unserer arbeitgeberfreundlichen Sozialministerin zur massenhaften Zuwanderung und deren hohem Nutzen für dieses Land würde die Schwefelpartei sicher allzu gerne mit der ehemals großen alten Arbeiterpartei zusammenarbeiten …
Eine geradezu ideale Konstellation.
Wo war Herr Albig die letzten zehn Jahre ??
Besser spät, als nie.
Ich weiß, ist abgedroschen, aber zutreffend. Auch Hoeneß plädiert aktuell für eine Regierungsbeteiligung der AfD. In der, wie er hofft, diese dann „entzaubert“ wird.
Und zu den Äußerungen der Sozialministerin: Diese Dame müsste inzwischen mit Geld von der AfD überschüttet werden; mehr Wahlkampfunterstützung für die AfD kann ich mir nach heutigen Kommentar von Tichy nicht mehr vorstellen: er schreibt u.a.:
„Die Regierung will nicht Probleme lösen, sondern ein anderes Volk und spricht es nunmehr offen aus. Es genügt den Anforderungen nicht.“
DAS begreifen immer mehr Wähler (auch im Westen) und haben genug. DAS wiederum checken inzwischen auch die (noch) Regierenden und wissen: ihre Zeit läuft ab. Langsam, aber unerbittlich.
Das Volk genügt den Ansprücchen nicht mehr. Es ist dumm, arbeitsscheu und kann nur meckern. Es ist zu blöde zum Rechnen und versteht deshalb nicht, dass auch 29 Prozent keine Mehrheit sind. Die Leute lesen ungeeignete Medien und hinterfragen immer alles. Während Corona haben sich 20 Prozent nicht mal impfen, obwohl man ihnen den eigenen Tod in Aussicht gestellt hatte. Der fiel dann aus , weil der Krieg in der Ukraine anfing. Und nun will sich fast niemand an die Front quatschen lassen. Eine Bande von Idioten!
Wunderbar! Gegen Idiotie hilft nur noch Ironie…
😊 – danke, sehr lieb! Einen schönen Abend für Sie!
@ Johannes
Ja, habe ich auch gelesen.
Allerdings auch, dass, Zitat Hoeneß: „Leute wie Höcke würden mir nicht durch die Wohnungstür kommen.“
Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß der etwas mit dem verurteilten Steuerhinterzieher zu tun haben möchte, geschweige denn ihn besuchen will.
Super gekontert… 👍👍👍
Merci vielmals !
Ich stelle mir gerade die Klickzahlen bei ben#ungeskriptet nach einem 4,5 stündigen Podcast mit U. Hoeneß vor.
😉
You made my day …
Lieber Klaus Kelle,
eine sehr treffende Analyse, gerade in Bezug auf das NATO-Eingreifen im Kosovo. Völkerrechtlich höchst umstritten, aber: was hätte man sonst tun sollen um das Morden, Foltern und Vergewaltigen zu beenden?
Es gibt noch andere Beispiele:
Schon unter dem SPD-Kanzler Helmut Schmidt kam es beim NATO-Doppelbeschluss zu heftigen „Friedensdemonstrationen“. Aber, die SPD konnte es durchziehen.
Oder wieder Helmut Schmidts entschiedener Kampf gegen den linken Terror der RAF.
Und auch war es eine Rot-Grüne Regierung, die die Agenda 2010 mit den Hartz-Reformen durchdrückte. Auf deren wirtschaftlichen Lorbeeren konnte sich Merkel dann 16 Jahre ausruhen.
Alles eher konservative, anti-linke Politik, durchgezogen von SPD-geführten Regierungen. Nicht auszudenken, hätten all das unionsgeführte Regierungen versucht durchzudrücken.
Ich stimme Ihnen vollumfänglich zu: Ja, manche Entscheidungen lassen sich nur dann durchziehen, wenn sie von der „anderen Seite“ kommen.
„Ich stimme Ihnen vollumfänglich zu“ – was auch sonst …
@ H.K.
„…was auch sonst…“.
Oh, ich habe mich hier schon mit Herrn Kelle verbal etwas gezofft. Stichwort Ehe für Alle oder Abtreibungsrecht.
Im Gegensatz zu Ihnen scheinen meine Positionen etwas weniger einseitig zu sein als die Ihrigen.
„Oh, ich habe mich hier schon mit Herrn Kelle verbal etwas gezofft. Stichwort Ehe für Alle oder Abtreibungsrecht.“
@Harald
Da hat Herr Kelle widerum meine volle Unterstützung. Aber sowas von.
@ Gerd Franken
Ja, und das ist ja auch gut so, dass man unterschiedlicher Meinungen ist.
Schönen Pfingstsonntag Ihnen noch.
@Harald
Das adressieren Sie mal besser an Merz, Bas und Klingbeil. Die brauchen da dringend Nachholbedarf.
Auch Ihnen noch ein gesegnetes Pfingstfest.
@Harald
Warum schon wieder dieser überhebliche Ton?
@Harald,
die sogenannte „Friedensbewegung“ damals gegen den NATO-Doppelbeschluss wurde nachweislich mit Millionen aus der DDR über die „Deutsche Friedensgesellschaft/Vereinigte Kriegsdienstgegner“ organisiert und finanziert. DKP und SDAJ gaben da den Ton an. Ich habe mir so eine Großdemo in Bonn damals mal angeschaut.
Und wissen Sie, was ich denke, wenn ich Wagenknechts-Rentneraufmärsche in Berlin vor dem Reichstag sehe, wo Kommunisten und ehemalige Stasi-Hanseln für den Frieden demonstrieren, der natürlich von NATO und Bundeswehr bedroht wird?
Man sagte den Deutschen einst nach, das Volk der Dichter und Denker zu sein…
kk
Gegen Merkel ist Wagenknecht noch nicht einmal ein glimmender Docht. Was die Frau an ehemaliger DDR Propaganda unters Volk streut ist schon abenteuerlich. Neulich mit frischen Blech dekoriert im EU Parlament: „Setzen Sie den Weg der Regulierung fort.“ Im Klarsprech bedeutet das: Denunzieren, verbieten und unterwandern. Völlig irre!
„Mutti“ war – gefühlt – jahrzehntelang die „beliebteste Politikerin Deutschlands“, über Jahre „die mächtigste Frau der Welt“.
Das muß Wagenknecht erst noch schaffen – auch, ein paar Millionen völlig kulturfremder Menschen „einwandern“ und in die Sozialsysteme zu „integrieren“ …
„Man sagte den Deutschen einst nach, das Volk der Dichter und Denker zu sein…“
Ach was. Laut Bärbel Bas sind die Deutschen ein „graubraunes“ Giftgebräu. Will heißen alles Nazis. Friedrich Merz hat diese Mínisterin umgehend entlassen…..ach nee, hat er doch nicht…..die Deutschen sind ja doof, arbeitscheu und ohne Erkenntnis. Da passt „graubraun“ doch wie der Deckel auf dem Topf.
Bärbel Bas und Lars Klingbeil – die Totengräber der SPD …
@Harald
Ihren Ausführungen kann ich folgen, allerdings erschließt sich mir das jeweilige Paradoxon nicht, welches auf diese Weise in der Vergangenheit schon mehr als einmal entstanden ist. Vielleicht war die SPD, will heißen deren Personal, damals noch ein völlig anderes als heute? Gab es auch damals schon eine Bärbel Bas in maßgeblicher, richtungsweisender Rolle, zum Beispiel? Vielleicht sollte man seine Hoffnungen, was zukünftig segensreiche, vonseiten der SPD angestoßene oder erwirkte Outcomes angeht, doch besser im Zaum halten, um sich am Ende nicht gar eine Mitschuld einzuheimsen an einer Entwicklung, die noch mehr Härten und Unheil für Land und Leute „auf den Weg bringt.“ – Eine engere Zusammenarbeit, sprich eine Koalition von AfD und SPD vermag ich mir auf nähere Sicht nicht einmal vorzustellen. Die weit überwiegende Mehrheit der AfD-Wähler würde es wohl nicht goutieren, wenn Alice Weidel etliche ihrer Prinzipien über Bord werfen würde, nur um mitzuregieren, egal mit wem. Gerade auch in dieser Hinsicht dürfte sie wohl in angenehm krassen Gegensatz zu Friedrich Merz stehen, der von ihm weniger wohl Gesonnenen mitunter als „Wetterhahn“ bezeichnet wird; und dies nicht zu Unrecht. – PS: Man sollte sich nicht wundern, wenn sich die Merz-Regierung mit ihren Ministerien schon bald politische Berater in die diversen Häuser holen würde. Ich hab` da so ein Gefühl… Die meist recht üppigen Honorare sollten im Budget gerade noch drin sein. Naja, bevor alles noch schlimmer werden sollte… wäre das Geld sicher gut angelegt. Nicht nur, aber auch in Verena Hubertz Bauministerium…
Merz ist absolut beratungsresistent. Man könnte an einen nicht erkannten Autismus denken. Das Honorar für Kommunikationsexperten könnte man gleich zum Fenster hinaus werfen.
Haben sich F. Merz und sein Vize eigentlich schon zum Vorschlag von Torsten Albig geäußert?
Also das mit dem Kosovo – Krieg der NATO blende ich jetzt einfach mal aus. Das steht ja so eins zu eins bei Wikipedia. Es muss deshalb ja nicht wahr sein, gell Herr Kelle. Auch wenn es von bestimmten Leuten gern wieder und wieder … und wieder, wiederholt wird. Ach ja, und jetzt ist auch noch die Friedensdemo in Bonn von der DDR gesponsert worden und konnte nur deshalb statt finden. Wie nennt man gemeinhin solche „Harald – Argumente“? Reaktionär. Es braucht ja auch kein so weites Ausholen, um wohin zu kommen? Ach ja, die Brandmauer, die ja laut „Harald“ von der AfD erfunden wurde, bröckelt! Ja warum bitte? Weil der Union und der SPD der Arsc… auf Grundeis geht! So einfach ist das.
es ist schlecht, wenn man bewiesene Dinge einfach nicht glaubt, um das gehegte und gepflegte Weltbild ja nicht zu gefährden. Vielleicht noch zur Ergänzung, in der Biografie von Egon Krenz gibt es eine Stelle wo Olaf Scholz gelobt wurde, der sich Mitte der Achtziger in Ostberlin unterhalten hat. Aber das Leben ist ja viel einfacher wenn man nur glaubt was einem in den Kram passt.
Es war ja mal bewiesen, dass wir alle am Corona-Virus sterben, dann war es bewiesen, dass die Impfung uns vor Ansteckung schützt. Ich habe das nicht geglaubt um meine Gesundheit zu hegen und zu pflegen. Jetzt ist bewiesen, dass das alles erstunken und erlogen war. Willkommen im Reich der Weltbilder!
Das Sie in dem Fall Recht haben bestreite ich nicht, aber in dem von Herrn Kellen beschriebenen Dingen hat nun mal Herr Kelle Recht.
Nur wenn man einmal Recht hat, dann sollte man nicht denken das das immer so ist.
Mein Kommentar bezog sich nicht auf die beschriebenen Dinge von Klaus Kelle sondern auf Ihre Einschätzung, dass es schlecht wäre an bewiesenen Dinge einfach nicht zu glauben. Das kann manchmal sogar lebensrettend sein.
Wenn von „bewiesenen Dingen“ gesprochen wird, sträuben sich mir die Nackenhaare. Wer ist die Instanz, die den Beweis geführt hat? Wissenschaft bedeutet Diskurs! Leider ist das in der Corona-Agenda durch deren Akteure verloren gegangen. Aber noch haben wir kein Wahrheitsministerium und wir sollten dafür kämpfen, daß der Diskurs weiter möglich bleibt.
Es wäre ja wünschenswert wenn es eine „andere Seite“ geben würde. Die gibt es allerding weit und breit nicht. Es sei denn Antifa-Lars wird plötzlich zum Rechtspopulisten. Das wird wohl so schnell nicht geschehen. Eher geht Putin freiwillig in den Knast…..aber lassen wir das.
Sehr angenehmes Gesräch heute mit drei Personen am BSW-Stand in der Innenstadt. Die Partei wird nix mehr, aber nur zum Abgleich: Es handelte sich nicht um Stasi-Rentner, sondern um einen Mann, der beim Ende der DDR vielleicht in der Grundschule war, und um 1 Mann und 1 Frau Mitte Zwanzig. Sehr gebildet, sehr freundlich. Den Koalitionspartner SPD habe ich 20 Minuten später auch gesehen – beim CSD.
Echt jetzt? Beim CSD getroffen, heute, am Pfingstsonntag? Na, das will was heißen.
Nein, nein. Gestern, also am Samstag. Angeblich 10.000 „Teilnehmende“; ich habe nur einen Teil des Zuges gesehen. Bannerträger von SPD und GEW liefen ziemlich am Ende. (Am Rande: so erkennbar „biodeutsch“ wie diese Demo dürfte kein AFD-Parteitag sein.) Am Rande stand ein Durchgeknallter und schrie die Umstehenden an: „AFD-Wähler weitergehen! Es gibt hier nichts zu sehen! Dies ist eine linke Demo!“
Heute war friedliches CSD-Ausklingen mit einem kleinen Konzert auf dem Opernplatz. Alles paletti hier.
Da bin ich aber beruhigt. Hatte dem Datum Ihres Kommentars einfach nicht die nötige Beachtung geschenkt. Ein CSD-Umzug ausgerechnet an einem hohen christlichen Feiertag wäre ja wohl auch kaum vorstellbar gewesen, oder?
Die dänischen Sozialdemokraten haben erkannt, dass eine rechtzeitige Umarmungsstrategie die Altparteien vor dem Ruin retten kann. Ausgrenzung funktioniert manchmal, wenn die Probleme aber bleiben, weshalb die Neuen gewählt werden, scheitert die Ausgrenzungsstrategie.
In Deutschland ist die Ausgrenzungsstrategie gescheitert, die Umarmungsstrategie wird nicht mehr funktionieren, es ist zu spät. Die Angstverbreitungsstrategie ist ebenfalls an ihr Ende gekommen. Die Nazi- und die Klimakatastrophenangst werden nicht mehr geglaubt.
Thorsten Albig kommt um Jahre zu spät. Er dient nur noch als Opfer, damit sich seine Genossen noch einmal moralisch überheblich gerieren können.
Isch over.
Die SPD ist maximal entsetzt über den Vorschlag von Herr Albig.
„Alles daran ist falsch und verheerend. Für Sozialdemokraten kann es niemals eine Zusammenarbeit geben mit den ideologischen Nachfahren einer Partei, die uns verfolgt hat.“
SPD-Fraktionschef Jochen Ott in NRW.
Das wird wohl nix werden aus der anderen Seite.
Nein, aber genau wie Genosse Daniel Günther würden sie ohne zu zucken mit der Mauerschütz*/-/:/_/•/Innenpartei, die Deutsche an der Grenze hat ermorden lassen, zusammenarbeiten.
Sowas nennt sich dann „sozialdemokratisches Gewissen“ …
Sozialisten und Kommunisten eben …
Ich kann die politische handelnden Menschen in der CDU und CSU nicht verstehen. Wie kann man unbeirrt einen einmal eingeschlagenen Weg fortsetzen, obwohl alle internen und externen Signale melden, falsche Strategie, wir sind auf dem falschen Weg und müssen sofort umkehren, wir haben uns verrannt. Ich kann nicht verstehen, dass die Angst vor einem linken Lagerwahlkampf, die Angst vor linken NGOs und Antifa auf den Straßen, Angst vor dem Gesichtsverlust bei der notwendigen Kurskorrektur, Angst vor dem Rutsch in die Bedeutungslosigkeit so groß ist, dass die Parteien in eine Kaninchenstarre fallen oder langsam den falschen Weg unbeirrt fortsetzen. Das einzige, was ich aus CDU und CSU höre, ist die unkonkrete Floskel: „wir müssen endlich liefern“ oder der armselige Versuch die Schuld bei äußeren Umständen zu suchen. An den handelnden Personen in CDU und CSU sind die 2.500 Jahre Menschheitsentwicklung seit Konfuzius anscheinend spurlos vorübergegangen. Konfuzius charakterisierte bereits damals die CDU/CSU perfekt mit den Worten: „Der Edle übernimmt Verantwortung, sucht die Ursachen bei sich selbst und strebt nach innerer Entwicklung. Der kleine Mann macht sein Glück, seine Fehler und sein Wohlbefinden von äußeren Umständen, Statussymbolen oder der Bestätigung durch andere abhängig.“ und jetzt warten die „kleinen Männer“ (und Frauen) auf den weißen Ritter, der sie aus ihrer selbstverschuldeten und misslichen Lage befreit – wie armselig!
Die Kommentare über die CDU von allen Seiten sind verheerend.
Schlimmste, unterste Umfragewerte – aber sie begreifen es nicht.
Offenbar hat auch der von Linnemann engagierte „Motivationscoach“ nichts Positives auszurichten vermocht.
Es bedeutet eine Art der Bankrotterklärung, wenn die große Politik sich schon einen Motivationscoach ins Haus holen muss. Schade, aber Herr Linnemann kämpft schon seit geraumer Zeit auf verlorenem Posten. Er betätigt sich unermüdlich als parteipolitischer Rettungsschwimmer. Aber auch er wird längst eingesehen haben, dass er sich in Friedrich Merz geirrt hat. Bitter, aber nicht zu ändern. Linnemann gehört zweifellos noch zu den engagiertesten und verlässlichsten Köpfen einer insgesamt strauchelnden CDU. Zu anderen Zeiten und unter anderen Vorzeichen hätte er viel erreichen können.
Naja …
Wer ohne Not von sich gibt „unter Angela Merkel wurde dieses Land gut regiert“, war entweder jahrelang im Urlaub in einem Land ohne jegliche Nachrichten – oder er hat es auch nicht begriffen, was hierzulande seit über einem Jahrzehnt los ist …
Nein, nein. Gestern, also am Samstag. Angeblich 10.000 „Teilnehmende“; ich habe nur einen Teil des Zuges gesehen. Bannerträger von SPD und GEW liefen ziemlich am Ende. (Am Rande: so erkennbar „biodeutsch“ wie diese Demo dürfte kein AFD-Parteitag sein.) Am Rande stand ein Durchgeknallter und schrie die Umstehenden an: „AFD-Wähler weitergehen! Es gibt hier nichts zu sehen! Dies ist eine linke Demo!“
Heute war friedliches CSD-Ausklingen mit einem kleinen Konzert auf dem Opernplatz. Alles paletti hier.
Kommentar am falschen Platz, sorry. Es war die Antwort auf die Nachfrage von SvB.
Na ja, Linnemann hat auch diese unsägliche Anti-AfD-Broschüre mit zu verantworten. Da fällt mir nichts mehr ein.
@Dr. Hildegard Königs-Albrecht,
woher wissen Sie, dass die Broschüre „unsäglich“ ist? Haben Sie sie gelesen?
Teilweise. Ich habe sie auf meinem PC, komplett. Schon das Cover ist unglücklich, stinklangweilig. Wer soll die über 30 Seiten eigentlich lesen?
„Ich kann die politische handelnden Menschen in der CDU und CSU nicht verstehen.“ Es war ja mit den Grünen und der SPD in den Achtzigern und Neunzigern genauso. Die SPD brauchte geschlagene 20 Jahre bevor sie, unter Schröder / Fischer, eine Koalition mit den „Abtrünnigen“ der Grünen einging und diese Machtoption realisierte. Nichts tut so weh, wie eigene Wähler an eine neue Partei zu verlieren. Außerdem darf man nicht übersehen, dass die Brandmauer die gesamte linke Mitte von CDSPFDGrüne schützt. Nach dem Verrat der CDU an ihren Wählern und dem Merkel-Irrtum, mit den angeblich bürgerlichen Grünen koalieren zu können (welche krasse Fehleinschätzung von Merkel), sitzen zwei abgewirtschaftete „Verräter-Parteien“, nämlich SPD & CDU, hinter der Brandmauer, die nur noch diese beiden Parteien schützt. Jetzt realisieren sie, dass die Brandmauer nichts nützt und ein Verbot einer 29 % Partei wegen Rechtsextremismus lächerlich ist. Kippt die Union die Brandmauer, hat sie den gesamten linksgrünen Komplex von der SPD, die Linke, den Gewerkschaften, über die Kirchen bis zu den NGOs gegen sich, die ohne Zögern die Straße mobilisieren würden. Wie sagte Forrest Gump? Dumm ist wer Dummes tut! Und wer hat’s getan? Merkel und ihre Adeppen.
Das Schlimme ist, daß Koalitionen mittlerweile nicht entstehen, weil zusammenfindet, was zusammengehört buz. -passt.
Es werden Regierungsbündnisse gestrickt, nur um jemand Anderen von der „Machtergreifung“ abzuhalten.
„Erst das Land, dann die Partei“ ?
„Es war einmal“ – wenn überhaupt …
@H.K.
Fast schon wie zur unseligen Ampelzeit, wünscht man sich auch jetzt allmählich, „die Sache“ würde baldmöglichst ein Ende finden. Auf dass Platz für Neues und dem Lande Dienliches geschaffen werde. Vor allem sollte es mit der Wirtschaft dynamisch aufwärts gehen, sodass der inzwischen völlig verunsicherte Bürger mit einer gewissen Berechtigung hoffnungsvoll in die Zukunft blicken kann.
Ich wünsche mir ganz einfach ( wieder ) Politiker, die zuerst an ihr Land und dessen Volk denken, statt an ihre Wagenschlüssel mit Blaulicht dran und ihren Personenschutz.
Wenn Sie mögen, schauen Sie doch mal bei youtube:
„Best of: Helmut Schmidt über Migration“.
@H.K.
Werd‘ ich gerne tun, aber im Grunde sind mir Helmuts Schmidts Äußerungen über – ungezügelte – Migration sowohl noch gut in als auch in guter Erinnerung. Schmidt würde Deutschland wohl nur noch mit viel Mühe wiedererkennen.
@H,K.
Auf Ihre Empfehlung hin habe ich mir den Zusammenschnitt von Videos aus verschiedenen Lebensabschnitten Helmut Schmidts angeschaut – vor allem aber angehört. Dabei musste ich – nolens-volens – zu der Überzeugung gelangen, dass Helmut Schmidt ein Nazi war, und nicht einmal ein verkappter. Was sagt man bei der SPD dazu? Ein erfolgreiches Partei-Ausschlussverfahren à la Thilo Sarrazin wäre ihm heute sicher. – Aber im Ernst – unbestreitbar war Helmut Schmidt einer der besten – wenn nicht gar DER beste -Kanzler, den Deutschland je hatte. An Politkern vergleichbaren Formats herrscht schon länger akuter Mangel. Und genau daran krankt das Land.
Selbst der kurze Einspieler in dem besagten Video mit Willy Brandt würde heute vermutlich unweigerlich zu einem Ausschlußverfahren aus der „großen alten Arbeiterpartei“ führen …
„Da müssen wir zuerst an die Deutschen denken“ – mehr „nazi“ geht ja gar nicht …
Liebe S v B,
Ihrem Wunsch nach einem dynamischen Aufschwung der deutschen Wirtschaft kann man nur zustimmen, aber daran glauben kann ich nicht mehr.
Es ist zu viel zerstört worden. Selbst wenn ein Ruck durch das Land gehen würde, manches käme nicht wieder. Wir brauchten einen Politiker, der sich mit Kettensägen auskennt, die Heckenschere oder der Rasenmäher kommen nicht mehr durch das Gestrüpp.
Allein das Bürokratiemonster erscheint mir wie eine Hydra mit abertausend Köpfen. Und die Maschine Deutschland ist nicht mit wenigen Tropfen Oel in Gang zu bringen.
„Peter Scholl-Latour hat einmal das Asyl-und Migrationsproblem Europas mit seinem Satz „Wer halb Kalkutta aufnimmt, hilft nicht etwa Kalkutta, sondern wird selbst zu Kalkutta“ pointiert charakterisiert. Den Inhalt dieses Satzes hat die EU und ihre marode Führung noch immer nicht verstanden.“ Amen. Schöne Pfingsten noch.
Ein weithin bekannter Satz, der seit Scholl-Latours weitsichtiger Bemerkung an Aktualität nichts, aber auch gar nichts, eingebüßt hat. Bis heute wird Peter Scholl-Latour schmerzlich vermisst.
Nicht von Frau Göring-Eckhard …
Vielleicht an dieser Stelle einmal ein paar persönliche Gedankengänge, die mich in den letzten Jahren in der Frage, wäre die AfD eine Partei, der ich als stets treuer Unionswähler im Rückblick auf die Entwicklung der Union seit Angela Merkel meine Stimme geben könnte, umtrieben und mir bis heute erhalten geblieben sind. Ich bin überzeugt, dass vielen noch treuen wie inzwischen ehemaligen Unionswählern diese Gedanken durchaus vertraut sind.
Unabdingbar für ein Leben in Frieden und Freiheit bei materiellem Wohlergehen und guter Gesundheit ist eine funktionierende, leistungsfähige Wirtschaft als Spielfeld der gottgewollten menschlichen Schaffenskraft unter Einhaltung höchster ethischer Standards, weil sie sich immer zuerst der Würde des Menschen, jedes Menschen unterzuordnen hat. Dieses Verständnis erwächst aus dem christlichen Menschenbild, das nicht nur unter „Laborbedingungen“ jedem anderen überlegen ist. Seinen Widerhall in der Politik findet es in der christlichen Soziallehre.
Bereits an diesem frühen Punkt dieser Wählbarkeitsbetrachtung scheiden mindestens drei der aktuell im Bundestag vertretenen Parteien sofort aus. Denn ihr Menschenbild ist ein anderes bis gänzlich anderes, dem christlichen sogar zuwiderlaufendes. Jede leiseste Tendenz bei einer Partei zum atheistischen Sozialismus, deren kleine, selbsternannten Eliten die heuchlerische Ideologie der kollektivistischen Gleichmacherei bei gleichzeitiger selbstgefälliger Überhöhung ihres(!) menschlichen Könnens und „Erlösens“ von menschengemachten, dem Individualismus geschuldeten Ungeschicken mittels einem menschenverachtenden Autoritarismus propagieren, sollte in Anbetracht der Geschichte bei jedem vernunftbegabten Wähler die Alarmglocken schrillen lassen. Vor diesem Hintergrund ist es geradezu verstörend, dass es immer noch knapp 40 Prozent der Wähler in diesem Land sind, die diese hinter vermessener Klimarettung, Euphemisierung des politischen Islams und wissenschaftsfeindlicher Auflösung der Geschlechter perfekt getarnte neo-marxistische Ideologie wollen, sich von diesen seinen Verheißungen immer noch täuschen lassen.
Leider hat sich die Union seit Angela Merkel in diese Richtung zunehmend lenken lassen, insbesondere durch sich allmächtig und sakrosankt wähnenden Medien, die mit diesen Parteien sympathisieren. Eine Abkehr von der Union könnte daher durchaus mehr als verständlich sein.
So ist es aber auch eine Realität, dass gerade besonders rechtgläubige Christen, lehramtstreue Katholiken wie protestantische Freikirchler Sympathien für die AfD hegen. Das darf durchaus erstaunen, denn die AfD beruft sich anders als die Union nicht ausdrücklich auf das christliche Menschenbild, sondern betrachtet das Christentum lediglich in seiner Rolle als ein Europa und Deutschland identätsstiftendes Kulturgut, das im Kampf gegen einen sich in Europa stark ausbreitenden politischen Islam als Bollwerk erhalten bleiben muss. Eine echte, von Jesus Christus geforderte, bindungslose, d.h. evangeliumstreue Nachfolge ohne jegliche ethnische Unterscheidung interessiert die AfD nicht. Ebenso wenig eine Stärkung des Christentums, denn es ist schon lange kein Bollwerk mehr in Europa. Es stirbt gerade und dieses Siechtum ist sogar von gewissen politischen Kräften gewollt. Die betont völkischen, nationalistischen Ambitionen mit subtilen Insinuierungen von Superiorität in Teilen der AfD lassen sich definitiv nicht unter Christus-Nachfolge subsumieren, weil sie sich mit dem christlichen Menschenbild nicht vereinbaren lassen. Deren Duldung von der Parteiführung mangels konsequentem Durchgreifen nebst ihren kruden, realitätsfernen außenpolitischen Positionen dürfte letzten Endes der entscheidende Beweggrund sein, warum die große Mehrheit enttäuschter Unionswähler ihr Kreuz bei der AfD nicht machen können. Zu ihren außenpolitischen Positionen und ihre Relativierungen von Putins Zerstörungswut und Gemetzel an der Zivilbevölkerung der Ukraine ist bereits alles gesagt.
Hier zeigt sich nun ein Dilemma für den konservativen, früher typischen und heute eben zweifelnden Unionswähler, insbesondere nachdem sich Merz, von dem man sich schon eine Revision der Merkel-Politik innerhalb der Union versprach, als riesengroße Enttäuschung entpuppt hat. Denn es stellt sich ihm die Frage, welcher der zwangsläufig einzugehenden Kompromisse sich am Ende als der am wenigsten faule erweisen, also das geringere Übel zur Folge haben wird. Weiterhin sich in Geduld übend die Union wählen, weil man hofft, dass sie eines Tages mit neuem Personal wieder zu ihrer alten, bewährten Politik zurückkehrt, also vorerst noch die Unterjochung durch SPD, Grünen und ihren Helfern in den Medien erdulden, was erst einmal ein Weiter-so bedeuten würde? Oder weniger geduldig mit derselben Hoffnung der Rückkehr zur einstigen Politik strategisch, d.h. allein aus Protest, die AfD wählen, um der Union gewissermaßen einen Denkzettel zu verpassen, damit sie ihre „Rückreise“ ohne weiteren Zeitverlust antreten kann? Dieses Motiv des Protests dürfte gerade nach der letzten Bundestagswahl die AfD nun an der 30-Prozent Marke kratzen lassen. Doch besteht nicht hier die Gefahr, dass ein zunächst temporär gedachter Protest dann doch zu einer Gewohnheit werden kann, in der man die früher noch entschieden abgelehnten Positionen beginnt zu relativieren, weil inzwischen grundsätzlich etwas in Bewegung hin zum lang Ersehnten gekommen ist? Der Teufel ist bekanntlich ein Eichhörnchen. Man wählt sie dann noch einmal und noch einmal, bis man eines Tages vielleicht erkennen muss, dass inzwischen ein Preis zu zahlen ist, der so nicht vorauszusehen war. Glaubt man ausgestiegenen Insidern, ist es nicht unwahrscheinlich, dass sich die unguten Tendenzen in der Partei langfristig durchsetzen könnten. Jede Stimme würde dieser Entwicklung helfen.
Dieser hadernde Unionswähler denkt selbstverständlich auch an die Vielen vor ihm, die längst die endgültige Abkehr von der Union vollzogen haben, weil sie die Hoffnung auf Rückkehr schließlich aufgaben, die Enttäuschung über eine fast schon selbstverständlich anmutende Anbiederung der Union an die linken Parteien inzwischen einfach zu groß geworden ist. Ist man beim Blick auf diese „Ehemaligen“ selbst bisher etwa zu gutgläubig hinsichtlich der gewünschten Rückkehr gewesen, die es wahrscheinlich so nie mehr geben wird? Waren diese „Konvertiten“ schon früher aufgeweckter, hatten das richtige Gespür? Unter ihnen dürften auch nicht wenige sein, die hoffen, dass die AfD ihren völkischen Flügel noch zur Räson bringen und ihre Außenpolitik wie ihr Verhältnis zu Putin, den USA und der EU noch überdenken wird. Man muss nicht alle Positionen einer Partei teilen, um sie zu wählen. Das stimmt.
Selbst Veränderungen in der politischen Willensbildung beim ehemaligen Unionswähler hin zu einer Zustimmung zu einer „völkischen“ Politik oder hin zu einer Haltung, die Verständnis zu Putins konkretem Handeln auf die Ausdehnung des „Westens“ nach Osten zeigt, muss in einer Demokratie toleriert werden können, sonst ist sie keine. Verächtlichmachung und Ausgrenzung, wie es die AfD im großen Stil schon seit Jahren erleben muss, sind klare Indizien dafür, dass sie im Begriff ist, abgeschafft zu werden. Deshalb auch schützt man eine eigentliche Selbstverständlichkeit eigens mit einem eitlen Fahnenwort wie „Unsere Demokratie“. Den eigenen Unwillen zur echten Demokratie wirft man affektiv dem politischen Erzfeind vor. Die Psychologie nennt das bekanntlich Projektion.
Es gibt sie nicht, die Glaskugel, in der man die Entwicklungen in den nächsten Jahren und im nächsten Jahrzehnt voraussehen könnte, so dass man wüsste, welcher Kompromiss der wahrscheinlich wenigste schadensträchtige sein wird.
Welches Wahlverhalten nun im Hinblick auf die Zukunft das klügere ist, bleibt Ergebnis einer höchst persönlichen Abwägung nach einem frei gewählten Meinungsbildungsprozess. Es sind der viele an einflussnehmenden Faktoren, die die Entscheidung bedingen. In dem schier undurchdringlichen Dickicht an Informationen, ehrlichen wie manipulativen oder schlicht unwahren, ist heute ein Zurechtfinden höchst anspruchsvoll und nahezu unmöglich. Wem kann man überhaupt noch vertrauen? Welchen Berichterstattern, welchen Politikern? In einer weitestgehend entchristlichen Gesellschaft, in der jedes Maß verloren gegangen zu sein scheint, in der es nur noch um das eigene Ich, um die Selbstverwirklichung und Selbsterhöhung geht, nur noch die weltlichen Mächte sowie die Menschen im eigenen Umfeld die Instanzen sind, vor denen man sich ggf. rechtzufertigen hat, sind einstige, werteorientierte Tugenden Nostalgie und deren Wahrung im Zweifelsfall Dummheit.
Auch ganz persönliche Begegnungen mit Parteimitgliedern können sehr entscheidend für eine Wahl sein. Welches Verhalten zeigt die Person, was ist sie für ein Naturell, welche persönliche Ansichten vertritt sie ganz konkret? Warum ist sie Mitglied gerade in dieser Partei?
Doch nicht nur das Äußere und Inhaltliche wiegt. Politik ist nach Bismarck die hohe Kunst des Möglichen. Die großen Dinge nehmen nahezu immer den Weg über die Diplomatie, über das geschickte Verhandeln und nur dann über objektive Nachweise in der Sache, wenn sie von der richtigen Seite vorgelegt wurden. Gibt es sie nicht oder kommen sie von der falschen Seite, bleiben sie außen vor. Sie passen nicht zum politisch Gewollten. Gesichtswahrung der selbsterklärten Besseren hat immer Vorfahrt. Das ist in einer gebrochenen Welt so. Mitunter muss man auch mit 60 Prozent der eigenen Forderungen zufrieden sein können, d.h. in den Handel einschlagen. Um die für die eigene Partei beste aller realistischen Möglichkeiten zu erwirken, bedarf es viel Erfahrung und persönliche Anlagen wie Klugheit, Geduldsamkeit, Weitsicht und eben ausgeprägte Kompromissbereitschaft. Eigenschaften, die nur bedingt erlernbar sind. Insbesondere auch diese Kompetenz gehört für mich zwingend in eine Wählbarkeitsbetrachtung, um die politische Handlungsfähigkeit unbedingt garantieren zu können. Darin sehe ich einen wesentlichen Vorteil einer Zweier-Koalition, weil Verhandlungen prinzipiell die eigenen Argumente stärken können (auch wenn das zuletzt bei der Union nicht der Fall war) und in ihr die eine Partei stets als das Korrektiv der anderen fungieren kann. Alles das, vorausgesetzt die Gegensätzlichkeit der miteinander koalierenden Parteien bleibt unterhalb einer kritischen Größe, was aktuell ganz sicher nicht mehr gegeben ist.
Ein weiteres unabdingbares Kriterium ist die Fehlerkultur, d.h. ob überhaupt und wenn ja, wie konsequent sie in einer Partei verankert und gelebt wird. Politik ist ein klassischer Iterationsprozess, der nur zum Erfolg kommen kann, wenn begangene Fehler erkannt, v.a. eingestanden und dann künftig vermieden werden. Wenn aber eine Regierung seinem Volk das Misstrauen ausspricht, meint, es genüge den Anforderungen nicht und sich ein anderes wünscht, wie Roland Tichy jüngst scharfsinnig in einem Leitartikel konstatierte, ist genau der umgekehrte Fall eingetreten. Allein das Volk begeht die Fehler. Ja, in dem sie solche, ihm unmittelbar schadende Regierungen durch seine Wahl zustande kommen lässt.
Jeder zweifelnde bisherige Unionswähler, der diese Gedanken kennt und vielleicht noch weitere Kriterien für seine Wahlentscheidung nennen kann, wird seine eigene Gewichtung all dieser Überlegungen haben und so zwangsläufig am Ende auch zu unterschiedlichen Ergebnissen seiner „Wählbarkeitsbetrachtung“ kommen. Der Austausch über die verschiedenen Schlussfolgerungen wie er hier bei „denken-erwünscht“ auch lebhaft stattfindet, leider unter viel zu wenigen, ist immens wertvoll, weil er immer wieder neue Perspektiven auf die Dinge eröffnet und anregt, bisherige eigene Sichtweisen zu hinterfragen. Genau dieses ergebnisoffene Ringen sollte den Kern einer Freiheit und Frieden sichernden Demokratie bilden. Leider beobachten wir derzeit andere Entwicklungen, in denen nicht der Respekt vor dem Meinungsbildungsprozess des anderen und dessen Ergebnis die eigene Haltung bestimmt, sondern Eitelkeiten, die in Rechthabereien, Empörungen und im Zwang der Ostentation zu den „besseren Menschen“ zu gehören ihren Ausdruck finden. Ein „Bessermenschentum“, dessen Definition und Deutungshoheit sich Kräfte einer polit-medialen Allianz anmaßen und die in konservativen Positionen seit Jahrzehnten ihren Erzfeind verorten. Demokratie erfährt eine regelrechte Abwertung, wenn sie droht zu einer eitlen Modeerscheinung zu verkommen, in der, einem elitären Klub gleich, nur die dazugehören sollen, die bei diesem eitlen Ringeltanz mitmachen.
Seit Gründung der AfD habe ich mich wie viele klar für eine Koalition aus Union und AfD ausgesprochen, in der Personen vom rechten Rand mit völkisch-nationalistischen Überzeugungen oder Tendenzen keine Ämter oder sonstige Positionen erhalten dürfen. Auch nicht auf Landesebene. Das muss als Vorbedingung für Eintritt in Koalitionsverhandlungen festgeschrieben werden. Die AfD sollte in Anbetracht ihrer Unerfahrenheit mit Regierungsarbeit so demütig sein, Bereitschaft signalisieren, zunächst einmal bei der Union „in die Lehre gehen zu wollen“. Doch die AfD als „nur“ kleinen Juniorpartner wie einst die FDP, diese Chance hat die Union inzwischen ordentlich vergeigt. Selbst nach einem denkbaren Fall der „Brandmauer“ dürfte sich eine vertrauenswürdige und tatkräftige Zusammenarbeit äußerst schwierig gestalten. Der Einriss der Brandmauer wird viele hässliche Narben sichtbar werden lassen, mit denen die Fronten derart verhärtet sein werden, dass eine solche Koalition, realistisch betrachtet, eigentlich keine Chance mehr hat. Vielleicht noch im Westen auf Landesebene, was zumindest den Versuch wert wäre. Danach könnte durchaus vieles klarer sein, dass sich entweder das Sprichwort einmal mehr bewahrheitet, „dass nicht so heiß gegessen wie gekocht wird“, oder ein bisher nur mutgemaßter Dilettantismus in der Partei sich mehr als bestätigt und der jedes verantwortliche Handeln in Regierungsverantwortung verbietet. Doch aufgrund der seitens der Union vertanen Chance im Osten wie im Bund erst recht AfD zu wählen, wäre ein rein emotionaler Reflex wie ihn tatsächlich immer mehr an sich zulassen. Die Verzweiflung ist tatsächlich groß. Es ist wirklich so als bliebe nur die Entscheidung zwischen Pest oder Cholera. Für die Wahl der AfD spräche die reizvolle Vorstellung eines besonderen Impulses durch einen kompletten „Reset“ durch ganz neue Kräfte. Man denke an die Reaktionen unter den Wählern, als sich nach der Bundestagswahl 2021 die „Ampel“ formierte. Die nimmermüde werdende Bekämpfung der AfD verrät genau diese Furcht ihrer Gegner, dass weite Teile der Bevölkerung in einem radikalen Neubeginn große Hoffnung setzen und gerade deswegen AfD wählen.
Es ist unbestritten, dass ein Weiter-so die Union weiter auszehren wird. Die Erbringung des Nachweises für diese vorhersehbare Entwicklung hat sie in den letzten Jahren übererfüllt. Bei der Rechenschwäche der Union kann eine Multiplikation mit 0.5 schon auch mal zur Division werden. Ein Weiter-so der Union kann deshalb nur im Interesse der AfD sein. In eine Koalition wird die AfD wohl nur mit einem „Juniorpartner“ Union eintreten. Die Union hat strategisch einen unverzeihlichen Fehler gemacht. Warum sie jetzt keinerlei Zeichen setzt, das Weiter-so ernsthaft beenden zu wollen, ist ein ganz großes Rätsel dieser Tage. Sie muss sehr aufpassen, dass ihr nicht infantile Sturheit vorgeworfen wird, die ihr den noch kleinen, verbliebenen Rest der einstigen hohen Reputation endgültig nimmt.
Und hier kommt wieder der zweifelnde Unionswähler und seine Wählbarkeitsbetrachtung ins Spiel. Einem schwerkranken Altvorderen, der entgegen dem Wunsch einer rachsüchtigen und habgierigen Verwandtschaft noch lange nicht moribund ist, muss geholfen werden, medizinisch und seelisch, damit er wieder schnell auf die Beine kommt. Selbst wenn er für seinen Zustand selbst verantwortlich ist und sich zunehmend bei den Seinen unbeliebt gemacht hat, sie gar immer schlechter behandelte, könnte man ihm helfen statt an seinem Todesstoß mitzuwirken. Einer solchen Haltung liegt wieder das christliche Menschenbild zugrunde, das wesentlich und zentral von Hoffnung getragen ist. Hoffnung ist in der Aufzählung im Hohelied der Liebe des Paulus von Tarsus aus der Antike das zweite Lebenselixier, das sich wie die anderen beiden nie erschöpft. Ihr Symbol ist der Anker, den es wieder in sicheren und vertrauten Gewässern zu setzen gilt. Und daran mögen so viele wie möglich hoffnungsvoll mitwirken.
Guten Morgen, @Sarnersee!
Danke für Ihren differenzierten und absolut treffenen Beitrag! Wie heißt es so schön? Sie sprechen mir aus der Seele…
Ich würde gern so ausführlich auf alle Aspekte antworten, kann das aber leider jetzt nicht machen, weil ich wieder in den redaktionellen Maschinenraum muss. Aber Sie fassen wirklch Probleme und Chancen, Notwendigkeiten und Hoffnungen umfassend zusammen. Es gibt kein nur Schwarz und Weiß bzw. Scharz und Blau. Ich schreibe oft darüber, wie viele klasse AfDler ich kenne, mit denen sofort sogar Koalitionen möglich wären. Aber ich kenne eben auch die anderen, lese und höre, was da für Vollhonks geduldet werden.
Letztens habe ich einen internen Gruppenchat einer sächsischen AfD-Chatgruppe zu lesen bekommen. Wie man vorgehen wolle, wenn die AfD dort mit absoluter Mehrheit die Regierung übernimmt und wie man dann innerhalb der AfD den Widerstand gegen die Realpolitiker der eigenen Partei am Tag 1 organisieren will. Weil man diesen Staat und seine freiheitlich-demokratische Ordnung zerstören will.
Ob das so kommen wird, sehen wir dann, aber die AfD sammelt alles ein, was irgendwie „dagegen“ ist, auch die schrulligen und gefährlichen Irren. Das wäre erstmal kein Problem, wenn die Partei selbst daran gehen würde, die schlimmsten Auswüchse einzufangen und rauszudrängen, wie die Grünen das in den 90er erfolgreich gemacht haben.
Aber: Die AfD hat überhaupt kein Interesse daran. Läuft doch alles prima…
Und das ist übrigens keineswegs nur ein Ost-West-Problem, wenn Sie mal schauen, was in Bayern gerade los ist, wo eine sehr rechte aber einflussreiche innerparteiliche Opposition die sehr rechte Fraktionsvorsitzende Steiner-Ebner aus dem Sattel schießen will, weil sie eine enge Verbündete und Freundin von Björn Höcke ist und für ihn über Bayern innerparteilich Einfluss in die West-AfD ausübt. Das ist sehr spannend, ich habe übrigens vor 2 Wochen als erster in Deutschland darüber geschrieben: hier und hier Erst danach stiegen dann Süddeutsche und die anderen auf das Thema ein, aber das nur nebenbei. Also: die ganz Rechten wollen die Rechte politisch erledigen, weil ihnen Höcke nicht rechts genug ist. Das ist atemberaubend.
Es ist überhaupt noch nicht klar, wie sich die AfD als ganze Partei entwickeln wird. Das kann gut werden, aber es kann auch totaöl scheitern. Nur mit differenziertem Betrachten dringen sie in manchen Kreisen einfach nicht mehr durch.
Die CDU, wie sie heute dasteht, ist im Grunde unwählbar für Menschen wie Sie und mich.
Aber im September ist zum Beispiel Wahl in Berlin, und ich lebe in Berlin. Kai Wegner ist ein Politiker wie Friedrich Merz, angepasst und eine politische Flachpfeife. Und unprofessionell ist er auch noch, wie wir erlebt haben mit seiner „Tennis-Affäre“. Man fragt sich wirklich, was all die Pressesprecher, Spindoktoren und Werbeexperten im Roten Rathaus eigentlich tun für ihr Geld.
Aber was wählt jemand wie ich in Berlin?
SED, Grüne und SPD scheiden völlig aus. AfD? Frank-Christioan Hansel würde ich sofort wählen, aber er ist halt nicht die AfD dort. Und weil ich auch die anderen in der Fraktion kenne ist es unmöglich für mich, hinter AfD in Berlin mein Kreuz zu setzen. Die FDP und FW haben null Chance, konservative Kleinparteien gibt es erfreulicherweise auch nicht mehr.
Was bleibt also noch? Wahlverweigerung – kommt für mich nicht in Frage. Oder CDU – das allerkleinste Übel mit immerhin ein paar Lichtblicken, wie dem Innenpolitiker Burkhard Dregger (ja, der Sohn von DEM…) Ich werde mich also vermutlich für die langweiligste, uninsperierendste, wenig erfreuliche CDU entscheiden, weil ich als bürgerlicher Konservativer, Law & Order-Verfechter und Christ überhaupt keine andere Wahl habe.
Jetzt ist es doch wieder länger geworden, aber das Thema begleitet uns hier sowieso weiter, so lange es diesen Blog geben wird.
Aufgeben ist keine Option! Ihnen einen schönen Tag!
Klaus Kelle
Lieber Herr Kelle,
herzlichen Dank für Ihre so ausführliche, erhellende und sehr unterstützende Rückmeldung heute Morgen. Es tut einfach gut, in diesen wirren und verunsichernden Zeiten auf Menschen in einem gehaltvollen Austausch zu treffen, die die eigenen Wahrnehungen, Gedanken und Empfindungen so vollumfänglich teilen können wie Sie das tun. Das schenkt unglaublich viel Mut, an den eigenen, sorgfältig erwogenen Schlüssen und Überzeugungen weiter festzuhalten.
Das, was sie zu den Entwicklungen in Bayern schrieben und schreiben, ist in der Tat hoch interessant, so wie es die nächsten Monate insgesamt sein werden. Da wird sich viel entscheiden. 2027 dürfte dann ein Jahr sehr großer
Veränderungen werden, in der einen wie in der anderen Richtung. Lassen wir uns überraschen.
Ich wünsche Ihnen einen geruhsamen Ausklang dieses Tages und viele neue Ideen für den morgigen.
Ach Herr Kelle,
man merkt gleich, dass Sie ein gläubiger Mensch sind, Sie glauben wirklich alles was man Ihnen unterjubelt und besonders wenn es in Ihren unverbrüchlichen Glauben an die CDU passt.
Zitat: „Letztens habe ich einen internen Gruppenchat einer sächsischen AfD-Chatgruppe zu lesen bekommen. Wie man vorgehen wolle, wenn die AfD dort mit absoluter Mehrheit die Regierung übernimmt und wie man dann innerhalb der AfD den Widerstand gegen die Realpolitiker der eigenen Partei am Tag 1 organisieren will. Weil man diesen Staat und seine freiheitlich-demokratische Ordnung zerstören will.“
Unfassbar was Sie da ungeprüft ins Netz jagen. Was wäre einfacher, gerade für den sächsischen Verfassungsschutz, der nur behauptet und nichts belegt, als ein paar V-Leute ohne Bedeutung für die Partei einzuschleusen und einen Chat betreiben zu lassen als „AfD“ und diesen einem gläubigen Mann wie Ihnen zuzuspielen, in dem Wissen, Sie saugen das auf wie ein Schwamm, weil es Sie in Ihrer Liebe zur Merkelpartei weiteres Schießpulver gegen den politischen Gegner liefert. Eines ist aber ganz sicher: Journalismus ist das nicht!
Und jetzt zu Ihrer Rolle bei der AfD Berlin. Ja, liebe Leser, Sie haben richtig gelesen. Der gute Herr Kelle hat sich ohne satzungsgemäße Genehmigung der Fraktion von Georg Pazderski aus Fraktionsmitteln bezahlen lassen um gegen andere AfD Mitglieder zu agitieren. Die ungenehmigte Bezahlung und das Agitieren gegen die AfD bezahl von der AfD löste 2020 einen gewaltigen Streit in der AfD Berlin aus, den Pazderski verlor und dann aus der Partei austrat. Noch Fragen zur unparteilichen Meinung von Herrn Kelle?
Wer bezahlt denn für den obigen Beitrag Herr Kelle?
„Ach Herr Laatsch“, so möchte ich hier Herrn Kelle beispringen. Immerhin war ich wohl der Auslöser für Ihre Zeilen.
Nur der getroffene Hund bellt bekanntlich. Zwischen Ihren Zeilen liest sich, dass Herr Kelle offensichtlich sehr ins Schwarze getroffen haben muss. Von Papst Franziskus stammt im Kontext Synodaler Weg der deutschen katholischen Kirche als angemaßtes Vorbild für die Weltkirche, oder besser „Reformation 2.0“, der Ausspruch: „Es gibt eine sehr gute evangelische Kirche in Deutschland. Wir brauchen nicht zwei davon.“ Dieser lädt geradezu ein als Vorlage für seine Entsprechung in der deutschen Politik herangenommen zu werden: „Es gibt bereits eine sehr sich selbst erhöhende Partei in Deutschland (die wie der Synodale Weg der Welt zeigen möchte wie es zu gehen hat). Wir brauchen nicht zwei (Parteien) davon.“ Die Parallelen von Grünen, Die Linke und AfD sind immer wieder verblüffend. Dem Wähler ist sehr zu empfehlen, sich noch vor den Inhalten die bevorzugten und praktizierten Methoden und insbesondere das konkrete Verhalten der Protagonisten dieser Parteien anzuschauen. Das Auftreten von Grünen, Die Linke und AfD sind ähnlich apodiktisch und entbehren nicht einer gewissen Militanz. Dabei bedingen die Inhalte letzlich die angewendeten Methoden. Je radikaler im Sinne von vermessen und größenwahnsinnig die Forderungen einer Partei sind, für die sie auch gewählt werden will, je extremistischer auch die Methoden, die sie praktiziert. Unter diesem nicht zu unterschätzenden Aspekt, vereinen diese Parteien auf sich aktuell über 50 Prozent der Wähler. Und dieser Umstand darf sehr wohl Angst machen.
Keine Ahnung wer Sie sind und was Sie als Jubelperser prädestiniert, die Verhältnisse in der Fraktion Berlin und Herrn Kelle zu bewerten? Aber Leute wie Sie muss es auch geben.
Sind Sie auch gläubig?
Herr Laatsch,
es sind genau diese Anwandlungen, die Sie hier preisgeben, die es interessierten Beobachtern wie Herrn Kelle und mir und anderen Konservativen unmöglich machen, die AfD zu wählen. Ihre Großzügigkeit „Leute wie Sie muss es auch geben“, und die Spott durchscheinen lassende Schlussfrage „Sind Sie auch gläubig?“ bestätigen zumindest meine bisherigen persönlichen Erfahrungen mit Vertetern und Wählern ihrer Partei. Der Umgang mit den Parteigründern, der Austritt Petrys Meuthens, Cotars und vieler anderer sind ausreichende Indizien, ihrer Partei als Konservativer, der sogar viele Punkte mit der AfD teilt, insbesondere die innenpolitischen, mehr als mit SPD, Grünen und Die Linke zusammen, die Stimme zu verweigern. Von ihrer Außenpolitik und Verhältniss zur EU, den USA und Putins Russland gar nicht erst zu sprechen.